Zuletzt im Kino/TV gesehene Film + Filmkritik

Barbarian (kurioserweise auf D+)

Cooler Horrostreifen, 8/10.

Südpol, 3/5
österr. Thriller/Drama, gut gefilmt, gut gespielt, ABER das WARUM bleibt offen …

Warum verzichtet ein Manager auf Sparguthaben, Haus, Auto, Boot - nur weil er gefeuert wird? Warum sucht er sich nicht einen neuen Job???

The Banshees of Inisherin

Herrliche Komödie auf einer fiktiven irischen Insel in den 1920er-Jahren. Geht um eine zerbrochene Männerfreundschaft, unterdrückte Gefühle und den Sinn des Lebens. Während es Pádraic (gespielt von Colin Farrell) reicht einfach nett zu sein will sein Freund Colm (gespielt von Brendan Gleeson) etwas schaffen, an das sich Menschen auch noch an seinen Tod erinnern werden. Daher glaubt er keine Zeit mehr zu vertrödeln zu haben und kündigt Pádraic die Freundschaft, was dieser aber nicht akzeptiert.

8/10

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Radio Rock Revolution (2009):

People tryin’ to put us down
Talkin’ bout my generation

Der Plot - bestenfalls schablonenartig.
Das Ensemble - großartig.
Die Musik - zum Niederknien.

Wenn „Fear And Loathing In Las Vegas“ den Niedergang der 60er-Gegenkultur beschreibt, dann steht „Radio Rock Revolution“ exemplarisch für ihre Ideale und ihre rasante Verbreitung. Dabei spielt der Film in England, und nicht in San Francisco oder sonst wo an der US-Westküste. Aber nachdem manche amerikanische Erzeugnisse wie „Pet Sounds“ (The Beach Boys) sowieso in England als erstes zu Meisterwerken erklärt wurden, während die Rezeption im eigenen Lande bescheiden war, hat das so schon seine Richtigkeit.

Genau solche Filme, mit Liedern wie „Eleonore“ von den Turtles und Leonard Cohens „So Long, Marianne“, erinnern mich wieder daran, wieso ich einmal angefangen habe, mich wirklich tiefergehend mit Musik zu beschäftigen. Dabei erwächst in mir Nostalgie für eine Zeit, die ich gar nicht miterlebt habe, ermöglicht durch die fabelhaften Schauspielleistungen bspw. von Philip Seymour Hoffman und Nick Frost.

It doesn’t matter what you wear
Just as long as you are there…

Zwei Stunden Gänsehaut.

4.5/5

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Everything, Everywhere, All at once (Apple TV)

OK - der Film war wirklich sehr speziell. In erster Instanz hat mich das Thema „Science Fiction“ ja eher an so einen Brit Humor erinnert bzw. von der Art & Weise, wie man das Thema verarbeitet hat an Serien wie „Dirk Gentleys hollistische Detektei“. Da bin ich nicht so der Fan davon.

E,E,aao ist schon schräg, witzig, fantastisch gefilmt, mir aber trotzdem etwas zu over the top, da man erstens den Humor mögen muss auf Dauer und auch dieser „Blitzlichtstroboskop“ Stil zwischendurch etwas anstrengend sein kann, aber der Szenenwechsel/dieser schnelle Universenwechsel natürlich genial inszeniert wird - ganz starke Bilder und tolle Arbeit.

Fazit: Filmisch wirklich ein Meisterwerk, aber um es auch als solches zu erkennen, darf man sich den o.g. Kritikpunkten nicht verwehren und es als Ganzes sehen. Nicht 100% mein Stil, mein Tempo, aber zu 100% ein Ausnahmetitel!

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Spätestens mit den Würstchen-Fingern wars da bei mir vorbei. Enorme Enttäuschung für mich, aber man muss sich denk ich echt drauf einlassen können.

Edit: die „Dirk Gently“-Serie hab ich geliebt! Vielleicht funktioniert der Film für mich in der Perspektive besser, mal schauen :slight_smile:

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Jaaaaa - das war schon etwas zu viel des Guten, zum Glück nicht zu viele Szenen.

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Wednesday (Staffel 1) auf Netflix

Die Addamsfamilie, die düster-abnorme Persiflage auf die klassische amerikanische Kleinfamilie, kehrt zurück, diesmal mit einer Serie, die sich auf „die kleine Todesfalle“ Wednesday Addams konzentriert.

Was zunächst nach einem dunkel-okkulten Spin auf Teenager-Highschoolserien aussieht, entpuppt sich als Krimiserie mit paranormalen Elementen, etwas Blut, sparsam eingesetzten Computereffekten, viel Klamauk und Fanservice für Fans der Addamsfamilie.

Während die in der ganzen Serie stark präsente Außenseiter/Normalos-Spannung die Geschichte trägt, sticht vor allem Wednesdaydarstellerin Jenna Ortega hervor und geht in ihrer Rolle voll auf.

Für Fans von exzentrischen Krimis und der Addamsfamilie sehr sehenswert!

8/10

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The Rum Diary (2011): Nach Where The Buffalo Roam und Fear And Loathing In Las Vegas der (meines Wissens nach) dritte Versuch, dem Schaffen Hunter S. Thompsons ein filmisches Denkmal zu setzen. Leider ist The Rum Diary - Herzensprojekt des Hauptdarstellers Johnny Depp - wohl auch der hohlste und nichtssagende der drei Filme.

Nicht nur fehlen wichtige Szenen und Charaktere der sehr gelungenen Romanvorlage Thompsons, auch ihre Sinnsuche und existenzielle Reflexion fehlt dem Film praktisch vollständig. Dass es besser geht, zeigte Terry Gilliams Fear And Loathing-Verfilmung, die ihre psychedelische Ästhetik mit der tiefgreifenden Zustandsbeschreibung der amerikanischen Gegenkultur aus der Buchvorlage zu kombinieren verstand.

Hier allerdings ist davon nichts zu vernehmen. Die einzigen Merkmale Thompsons, die durchscheinen, sind sein Hang zum Exzess und seine politische Beobachtungsgabe. Beides wirkt in The Rum Diary aber wie ein Fremdkörper, denn ansonsten plätschert der Film recht lustlos vor sich hin, bis er halt irgendwann mal endet. Das war dann eher nix. 2/5

The Black Phone

Wow. Lange nicht mehr nen Film mit so einer bedrückenden Stimmung gesehen. Das Sounddesign hat mich fertig gemacht (via Beamer im Dunkeln über die Soundanlage geschaut).

Kurzer Storyabriss (je weniger man weiß umso besser):
Ende der 70er. Es werden immer wieder Jungen von nem creepy Typ entführt. Der Hauptprotagonist landet in nem „Kellerverlies“ in dem ein Telefon an der Wand hängt das aber nicht funktioniert (Kabel nicht angeschlossen). Irgendwann klingelt es…

8,5 von 10 Wählscheiben

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Alice’s Restaurant (1969): Vielleicht nicht das beste oder bekannteste Filmdokument der amerikanischen 60er-Gegenkultur, aber möglicherweise das wichtigste. Zumindest in Retrospektive.

Denn was Arthur Penns Alice’s Restaurant so interessant macht, ist die gelungene Analyse des von den Protagonisten geschaffenen Mikrokosmos. Man versucht, in einer kleinen und kommunenartigen Lebensgemeinschaft zu einem konfliktfreien Miteinander und einem besseren Morgen zu finden, doch wird schnell klar, dass das gar nicht so einfach ist. Eifersucht, Drogenmissbrauch und Tod gibt es schließlich überall - egal, wie sehr man sich dagegen zu wehren versucht.

Die Figuren sind Suchende, die ihren Platz in der Welt noch finden müssen - trotz des scheinbaren Idealzustands, den sie errichtet haben. Arlo Guthrie spricht immer wieder davon, seine Bestimmung noch nicht gefunden zu haben; und auch Alice sieht man in ihren langen Blicken, die ins Leere wandern, eine innere Rastlosigkeit an. Auf die Gräuel der Welt Antworten zu finden, scheint so leicht, und doch bietet der Film keine Lösungen an.

Die Ereignisse des Erscheinungsjahres 1969 (Manson-Family; Altamont) unterstrichen in weiterer Folge die leichte Ratlosigkeit, die im Film vorherrscht. Er vermeidet geschickt übertriebenen Idealismus, stattdessen werden leise Töne der Hoffnung geäußert.

Vom Untergang der Gegenkultur ist noch nicht so viel zu vernehmen, doch macht der Film klar, dass nach dem Befreiungstaumel der ersten Jahre (1965-1968) eigentlich Zeit für mehr gewesen wäre. Stattdessen ergötzte man sich am Hedonismus jener Jahre, ehe das böse Erwachen kam. Diesen Moment des Stillstands kritisiert der Film entschieden, was ihm einen etwas wehmütigen Grundton verleiht. Und da verzeiht man gerne die etwas schlecht gealterte Inszenierung des Films oder seinen Folk-lastigen Soundtrack, der sicher nicht jeden Fan der 60er-Jahre ansprechen wird. 4/5

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Bullet Train – objektiv eine 8/10, subjektiv sind’s 9/10

bis auf einen trailer ging ich recht unvorbereitet in den film. zum glück. irgendwo zwischen sucker punch und kill bill gibt es nun bullet train. klasse cast, spannend-lustige-(manchmal melancholische) story, die tarantino-esque in die laufzeit des films verwebt wurde, over-the-top inszeniert und abgerundet mit einem guten soundtrack (nicht ganz so gut wie vol1+2 von kill bill, aber da sind schon ein paar gute lieder dabei).

bei white death hätte ich mir gewunschen, dass david carradine noch am leben wäre. irgendwie hatte der charakter in bullet train ein sehr, sehr ähnliches auftreten und mmn hätte er die rolle noch ein stück besser ausfüllen können als michael shannon.

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A Star is born

Pfu schwierig den Film zu bewerten. Also über die Gesangseinlagen muss man natürlich nicht wirklich reden. Wirklich top. Aber insgesamt hat man bei dem Film das Gefühl er wäre gern Walk the Line schafft das aber irgendwie nie.
Gerade in den ersten beiden Dritteln war ich überrascht wie wenig klassisches Drama vorkommt und das fand ich sehr angenehm aber gerade die letzten 15 Minuten haben den Film für mich echt ruiniert. Wirkt einfach nicht so ganz rund der Film. Schade, hinterlässt insgesamt ein merkwürdiges Gefühl.

Aus dem Bauch heraus ne 5/10…

Fritz The Cat (1972): Glaubt man diesem Film, gab es in der Gegenkultur der 60er keinen aufrechten Idealismus, war der Glaube an eine bessere Welt nur das Resultat einer Besessenheit von Drogen und Sex und dienten die revolutionären Parolen einzig und allein dem Aufreißen von Frauen.

Fritz The Cat ist eigentlich ein enorm nihilistischer und, ja, auch problematischer Film, dessen geistiger Vater Robert Crumb (Schöpfer der Comicvorlage und bekennender Linker) sich von der Umsetzung seiner Kreation distanzierte. Durchaus zurecht, wie ich finde. Aber trotzdem ist Fritz The Cat ein wahnsinnig faszinierendes Zeitdokument und außerdem der erste Zeichentrickfilm mit amerikanischem X-Rating. Allein dafür könnte man sich den durchaus mal anschauen, wenn man sich für die 60er interessiert. 4/5

Ich habe mir gestern was ganz Spezielles angeschaut

The Wicker Man (1973): Fast einen Tag später fehlen mir immer noch die passenden Worte dafür. Das haben erst wenige Filme bei mir ausgelöst.

Es geht um einen Polizisten vom schottischen Festland, den eine Vermisstenmeldung erreicht. Auf einer einsamen Insel ist ein Mädchen verschwunden. Vom Moment seiner Ankunft merkt der Polizist - und das Publikum - das mit der Insel etwas nicht stimmt. Alle Bewohner scheinen Teil eines seltsamen Naturkults zu sein, angeführt von Lord Summerisle (Christopher Lee, der diesen Film immer als seinen allerbesten bezeichnet hat).

Mehr kann ich nicht verraten. Der Film selbst ist ein exzentrischer Mix aus Horror, Mystery, Krimi und - Musical. Schottische Volksmusik aus dem Mittelalter wird mit eigens für den Film erstellten Kompositionen vermischt, die ebenfalls sehr folkloristisch klingen, aber mit lauter sexuell aufgeladenen Texten versehen sind. Wirklich ein absolut einmaliges Filmerlebnis und einer meiner neuen Favoriten. 5/5

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Heavy Metal (1981): „Ein Film für pubertierende Jungs“, wie mir der Freund, der mir den Film empfohlen hat, versichert hat. Und, tja - diese Erwartung wurde nicht enttäuscht :grin: abgesehen von vielen nackten Frauen bietet der Film im Wesentlichen ein paar eigenständige Geschichten, die alle mit einer rätselhaften grünen Kugel namens Loc-Nar (die das ultimative Böse darstellt) zu tun haben. Wie in solchen Filmen üblich, sind nicht alle der Episoden gleich gut gelungen, aber insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt.

Ein wichtiger Selling Point des Films war sein Soundtrack, der allerdings weniger Heavy Metal, als viel mehr zeitgenössischen (Hard) Rock bietet. Das daher, weil der Name „Heavy Metal“ hier von den gleichnamigen Comics kommt, die aufgrund ihrer Gewaltdarstellungen und Freizügigkeit immer wieder für Kontroversen gesorgt haben. 4/5

Die drei ???, Erbe des Drachen (Kino)

Wie @SHOCK im Wochenstart schon berichtete, ist der Film nicht ganz so gelungen. Die drei ??? untereinander geben ein absolutes Trauerspiel ab, sind gehässig und ungut zueinander, am Ende klappt es dann irgendwie. Wirkt wie Teile einer Origin, wie die drei ??? zueinander fanden oder so, was noch ok wäre, würde der Rest dann angepasst werden.

Der „Fall“ ist eher mau und super easy zu durchschauen, die Location geht so, so manche schauspielerische Leistung ist dem Filmmotto entsprechend sehr gruselig.

Den Kids hat es dennoch gut gefallen, obwohl der Film sicher einer der dunkelsten Filme ist, die sie jemals gesehen haben.

Kinderbewertung 4/5, Elternbewertung 1/5