Mir sagen viele RAs: Ich kaufe mir die Software für 300 pro Monat und brauche anstatt 5 RAAs, nur noch 2 für Gerichtstermine.
Im Bankenbereich läuft Vieles nur noch unter Human Oversight/monitoring. Bewertungen von Liegenschaften oder Bonität führt ein zentrales, KI-gestütztes Tool durch.
KI vereinfacht so viele Schritte. Alleine, dass man das Arbeitsrechtliche/Menschliche nicht mehr hat, ist für viele Unternehmer eine gute Sache. Ein Mеnsch ist krank, hat Bedürfnisse, will Urlaub machen. Die KI braucht das alles nicht und ist deutlich günstiger. Klar ist nicht alles perfekt was die KI macht, aber wenn ich mir die Learning Kurve ansehe, wird es dunkel für Akademiker.
Sagen kann man eh viel. Und wundern tuts einem auch nicht. Wird halt rennen bis ein Schriftsatz so richtig daneben geht, er vorm Mandanten vom Richter lächerlich gemacht wird und dann in der Haftung ist.
Die Software ist fehleranfällig. Man braucht Expertise um das zu erkennen, ein nicht-Jurist erkennt das gar nicht, weil es an sich schlüssig wirkt.
Naja, die Schriftsätze werden ja vom RA auch bei den RAAs geprüft und da geht so einiges daneben…
Vertragsrechtler bei Kaufverträgen sind viel ersetzbarer als Straf-, Arbeits- Scheidungs- oder Familienrechtler. Das sind hochemotionalisierter Rechtsbereiche. Da geht es meistens um das „Ich habe einen (Rechts-)Freund an der Seite, der mir hilft die Gerichtstermine zu überstehen.“ und nicht so sehr um Expertise.
Naja, ich habe unlängst schon mit mehreren HR Leuten und Arbeitsrechtlern der AK eine Podiumsdiskussion miterleben dürfen. Da war das Thema Arbeitslosigkeit durch KI in einer hochgezüchteten Dienstleistungswirtschaft schon ein großes Thema. Konzessionierte Berufe wie RA, Notare, Sachverständige oder Steuerberater sind weniger betroffen, aber Studium, um als Angestellter im Management zu arbeiten ist nicht so eine gute Idee.
Aber keine erfundenen rechtssätze etc. Wie gesagt mich wunderts nicht, weil es genug Rechtsanwälte gibt, die als Einzelkämpfer jeden Cent umdrehen müssen, weil die Branche als Ganzes komplett aufgeblasen ist. Allein das Wachstum von meinen Studienanfängen zu jetzt lässt sich nicht durch Bevölkerungswachstum erklären, weil wir von 75% mehr Anwälten seit 2008 reden. Das ist ein harter Konkurrenzkampf, da bleibt die Ausbildung sowieso auf der Strecke.
In Wahrheit sind bei fast allen Studien der Lernstoff nur vielleicht 30% richtig relevant, nämlich die Grundlagen, die sich im Fach nicht ändern. Im Studium lernt man auch Ausdauer und Widerstand gegen Instant gratification, neuronale Netze bilden sich, die langfristig was bringen, Argumente aufs Papier zu bringen und rhetorische in seinem Fach Ausdruck zu finden. Das ist mehr, als jede LLM anbieten kann.
Aber LLMs erfinden Dinge. Das ist ein Fakt. Sie erfinden Urteile, rechtssätze, behaupten auch bei mehrmaligen Nachfragen, dass es wirklich stimmt und weichen dann aus. Dinge erfinden sind in Branchen, die Genauigkeit und Präzision benötigen ein no Go. Wir sind gerade in der Hype Phase, klar findens alle geil. Bis sie halt wirklich ernsthaft und genau damit arbeiten. Das „darf“ ich halt und mittlerweile ist unsere ganze Gruppe soweit, das wir das Projekt einstampfen wollen, weil es nicht annähernd so funktioniert, wie alle versprechen, Wurscht welcher Anbieter.
Dunkel wird’s für alle schaumschläger, weil das kann jede LLM besser. Ernsthaftes arbeiten wird da absurdum geführt und ich war noch nie schneller, als wenn ich es selbst gemacht hätte.
Privat nutze ich LLMs wirklich gern, weils ganz nett ist. Beruflich bin ich extrem skeptisch.
Ich habe mich gerade bepisst vor lachen, weil es ja auch für Master of Laws stehen kann.
Das Thema ist, dass AI Associate wesentlich hochwertiger ist als Chat GPT und klar braucht es die Human Oversight immer, sowohl beim Entwickeln und Anwenden. Für mich ist es klar, KI übernimmt immer mehr Jobs in Dienstleistungssektoren. Wenn du zu einem anderen Schluss kommst, ist das auch ok. Wir werden sehen, wer Recht hat.
Mich interessiert mittlerweile die Ethik und Moral hinter KI Anwendung.
Nachdem das Rechtssystem halt immer komplexer wird und vieles von normalen Menschen gar nicht mehr Nachvollziehbar ist, leuchtet es mir durchaus ein, dass diese Branche Boomt.
Leider muss ich sagen. Für alles zum Thema Recht, Steuer, oder sonstiger Kontakt zum Staat braucht man als Normalo heute Hilfe von Fachleuten um das alles zu kapieren. Egal welchen Antrag man ausfüllen muss irgendwas ist immer so geschrieben dass man nichts versteht.
Wäre schon wenn man ChatGPT einfach die Steuerklärung machen lassen könnte nachdem man ein paar verständliche Fragen beantwortet hat.
Am besten ChatGPT kann das dann auch gleich einreichen damit man nicht noch wieder extra wo anders was hochladen muss. Das gleiche gilt für Anträge jedweder anderer Art.
Es geht ja nicht darum, dass man als Privatperson juristische oder steuerliche Themen selbst bewerkstelligt, sondern darum, dass man als Kanzlei oder Firma durch KI weniger Angestellte benötigt. Dadurch hat man aufgrund der eingesparten Personalkosten Vorteile gegenüber der Konkurrenz. Die benutzen auch nicht ChatGPT. ChatGPT ist der Kinderkompute von Fisher Price, AI Associate der Hochleistungs-Gaming-PC, der Datenschutzkonformität und alle Stückerl kann.
Ja ich hab das verstanden aber ich fände es halt besser, das gäbe es gleich für den Privatanwender dann bräuchte der keinen Steuerberater mehr dafür zu bezahlen oder müsste nicht zu irgendwelchen Organisation laufen um sich Anträge vom Amt richtig ausfüllen zu lassen.
Oder man bekommt irgendeinen Bescheid, öffnet sein Chatgpt, fotografiert den Text und Chatgpt sagt einem was drin steht und was man tun sollte.
Also so, als würden die Behörden direkt lesbar und verständlich schreiben. Was nie passieren wird - daher hoffe ich dass die KI da irgendwann selbst lernend da drauf kommt, denn so viel Bürokratie es in den ganzen Ländern gibt - da kann man nicht extra für jedes Land was von Hand stricken - das muss ki selbst lernen und umsetzen - das wäre was, was ich abfeiern würde:D
Da wären wir wieder bei der Präzision. Wenn ich jetzt einen ablehnenden Bescheid schreibe, dann muss ich mich an bestimmte termini technici und Gegebenheiten der Rechtssprechung halten, um nicht Gefahr zu laufen, dass man dann im Rechtsmittelverfahren, egal ob Oberbehörde oder Gericht, komplett aufgemacht wird.
Auch wenn das bedeutet, dass es für Nicht-Anwender unverständlich wird. Das ist in gewisser Weise ein gordischer Knoten, der auch nicht durch einen einfachen Schnitt gelöst werden kann, weil man dann gleich extrem viel zerschneidet, das notwendig ist. Der Versuch juristische Sprache an den Alltagsgebrauch anzupassen ist etwas, das extrem viele Juristen beschäftigt. Eine befriedigende Antwort gibt es aber nicht.
Ja eben und diese umständlichen Formulierungen soll dann einfach die KI schreiben nachdem ich ihr in normaler Sprache mitgeteilt habe was mein Ziel ist.
Dann freuen sich die Juristen auf den Inhalt in Ihrer Sprache und ich weiß dass der Inhalt passt.
Grundsätzlich solltest du mit Behörden in normaler Sprache schreiben können, es ist nicht so, dass Juristen gerne verklausuliert schreiben. Sie können es halt nicht anders, weil sie sonst genau an der einen erklärenden Mail aufgehängt werden.
Bei Texten von Nicht-Juristen, va wenn sie nicht vertreten sind, muss die Behörde aufgrund der Manudiktionspflicht sowieso in eine „freundliche“ Richtung interpretieren.
EDIT: Witzig, das wir gerade darüber sprechen
Wir wollen aber demnächst untersuchen, welche Erfahrungen einzelne Länder schon mit der Anwendung von KI zum Beispiel in der Kommunikation mit Bürgern gemacht haben. In manchen Ländern wird KI etwa in den Kommunen schon benutzt, um die Briefe der Behörden besser zu formulieren. Denn oft ist es so, dass unter anderem die Beantwortung eines Bauantrags durch Spezialisten vom Amt für den Bürger schwer zu verstehen sein kann. Eine KI kann sie bürgergerechter formulieren. Und da sind wir dann wieder bei der sprachlichen Gerechtigkeit, denn wenn man einen Text einer Behörde nur halb versteht, kann man schlecht darauf reagieren.
Generell ein guter Ansatz, man muss halt immer unterscheiden, ob etwas einen Rechtsanspruch oder einfach nur ein informelles Schreiben ist. Informell begrüßt jeder, wenn es verständlicher formuliert wird, da habe ich immer nur positive Rückmeldungen erhalten, bei formellen Schreiben, würde ich die KI nicht ranlassen, wenn mein Leben dran hängen würde.
Nicht wirklich. Das ist ein KI-gestütztes Softwaretool. Und doch, es greift sehr wohl auf OpenAI Modelle zurück. Das Versprechen, „keine Halluzinationen“ zu liefern, kann nur gehalten werden, weil das Tool in seinen Quellen stark auf eine Datenbank eingeschränkt ist.
Naja, das wäre heftig und da sind wir schon beim Thema Moral und Ethik. Das raubt a) vielen die Arbeit und b) ist es problematisch im Sinne der Einnahmen. RAs, StBs und Notare haben ja meist ein hohes Einkommen, das viele Steuern und Abgaben mit sich bringt. Das wäre der Tod der Umverteilung und der Sozialstaats.
Mir kommts irgendwie so vor, als wären die einzigen, welche die KI-„Revolution“ möchten und auch vorantreiben, die Konzern-Bosse an der Spitze der Wirtschafts-Nahrungskette, weil sie darin in erster Linie Einsparungspotenzial (und somit höheren Profit) sehen.
Wenn aber alle arbeitslos sind, und kein Einkommen mehr haben, dann können sie auch nichts kaufen und die Wirtschaft kollabiert. Haben die Tech-Bros wirklich jeden Bezug zur Realität verloren und haben nur noch Bezug zu Ihrer eigenen Bubble?
Nun ja, ich hätte eigentlich eh die Erwartung, dass man als mündiger Bürger seine Steuererklärung problemlos selbst machen können müsste. Dass das nicht mehr funktioniert und man schon bei kleinen Nebeneinnahmen oder als Landwirt, Handwerker etc eigentlich auf einen Steuerberater angewiesen ist um keine Fehler zu machen oder Geld liegen zu lassen, halte ich für einen Fehler im eigentlichen System.