Sind Spiele zu günstig?


#41

Ich befürchte deine Vorstellung geht so leider nicht auf. Denn selbst Nintendo hat bereit begonnen mit DLC’s und Microtransaktionen zu arbeiten. Auch CD Project Red hat schon vorsichtig angekündigt (getarnt durch den Begriff “Multiplayer”) etwas in diese Richtung für ihr kommendes Cyberpunk-Spiel zu planen. Also selbst die von dir angesprochnen Firmen sehen sich mittlerweile dazu “genötigt” in diese Richtung zu gehen.

Qualität alleine - also komplette Spiele ohne grobe Probleme - scheinen im TripleA-Sektor nicht mehr zu funktionieren. Weil eben ein Großteil der Kunden nicht bereit ist jene Preise zu bezahlen, die für eine entsprechende Produktion heutzutage einfach notwendig wären.

Kleines Beispiel:
Ein Spiel wie Tomb Raider wurde früher von Teams mit maximal 50 Leuten entwickelt. Das Playtesting war durch die Beschränktheit der Möglichkeiten innerhalb des Spiels und der größer der einzelnen Levels auch durch kleine Teams gut machbar.
Ein Tomb Raider von heute wird von Teams mit an die 500 Leuten entwickelt - also dem Fakor 10. Das Playtesting gestaltet sich durch Openworld und größere Handlungsoptionen deutlich aufwendiger - und zwar mehr als “nur” um Faktor.
Das Spiel kommt aber zum annähernd selben Preis in die Läden.

Jetzt darfst dir mal ausrechnen wie viele EInheiten mehr das neue TR verkaufen müsste um die Kosten wieder einzuspielen im vergleich zu seinem Urgroßvater von anno 1996. Das ist so gut wie nicht möglich. Daher wird einerseits das Playtesting verkürzt und (ja so ist es leider wirklich) auf die Erstkäufer ausgelagert. Andererseits sucht der Publisher nach zusätzlichen Möglichkeiten seine Ware zu monatarisieren. Das verlagerte Playtesting heisst ja auch, dass die Entwickler auch nach dem Release weiterhin mit dem Titel beschäftigt sind. Die Fehler müssen ja durch Patches nachträglich behoben werden - das passiert ja auch nicht von alleine.

Einen Ausweg sehe ich aktuell - ohne gröbere Umweltzungen am Markt (Pleite diverser Publisher, Verengung des Angebotes, Veränderung des Kaufverhaltens der Masse) - eingentlich nicht. Denn keine Firma kann überleben wenn sie ihre Ausgaben nicht wieder deckend hereinbekommt - immerhin arbeiten dort auch nur Menschen die ihr Leben finanzieren müsen.


#42

Ich weiß, genau DAS ist das Grindige an der österreichischen Küche, Blunzen, Beischl, Hirn, Zunge, Ochsenschlepp, . brrrrrrrr :face_vomiting: Und da ich kein Zombie bin, futter’ ich auch ka Hirn. :yum:

ad “Komplett”: HZD WAR komplett und ohne Probleme. Es geht, wenn der Hersteller sich bemüht. Man kann ja ein Spiel auch verschieben - es ist kein Naturgesetz, dass man ein Spiel unfertig vö muss und dann einen 20 GB patch raushauen muss.


#43

Ja du musst aber bedenken, dass HZD nicht von einem 3d-Party-Publisher stammt. Das wurde direkt von Sony finanziert. Da muss das Spiel auch nicht unbedingt ein finazieller Erfolg werden. Sony geht es eher darum möglichst viele Konsolen zu verkaufen. Durch solche, exklusiven Spiele fahren sie also nicht nur durch den Verkauf der Software sondern auch durch die Hardware Einnahmen ein. Ich trau mich sogar wetten, dass HZD alleine seine Kosten nicht decken konnte.
Nintendo agiert hier sehr ähnlich. Denen ist es auch wichtig, qualitativ möglichst hochwertige Titel abzuliefern, die dann die eigene Hardware verkaufen. Nur solchen Überlegungen ist es zu verdanken, dass es zum Beispiel Team ICO noch immer gibt. Deren Spiele haben sich finanziell nie rentiert - aber sie brachten Sony ein gutes Image.

Eine Firma wie EA, Ubisoft, Activision usw. kann so nicht agieren. Denn die haben nichts von neu verkaufter Hardware. Sie müssen ihre Kosten komplett durch die Absätze der eigenen Software decken - und einen Teil davon sogar noch an die Konsolenhersteller weitergeben. Daher wirst du Titel in dieser Qualität und Perfektion auch kaum aus diesen Häusern sehen.


#44

Ausnahmen bestätigen die Regel - finde ein Rayman zb kann qualitativ sehr wohl mit Nini Titeln mithalten. Die von dir genannten Firmen sind bereits so groß, dass man da wiederum unterscheiden muss von welcher internen Gruppe das Game kommt.


#45

Rayman ist super - allerdings benötigt so ein Spiel auch nur einen Bruchteil an Budget verglichen mit Titeln wie eben HZD, Assassins Creed, usw.

Würde Rayman auch nicht als TripleA-Produktion werten. Darüber kann man jedoch diskutieren.

Ahja und selbst Rayman, als kleineres Projekt, kann heutzutage nur funktionieren in dem es über jahre hinweg auf allen nur möglichen Plattformen erscheint. Der letzte Teil (legends) hätte ja ursprüngich nur für die WiiU erscheine sollen - aktuell gibt es sicher schon an die 10 Versionen.


#46

Ich würde mir jedenfalls wünschen, dass der Videospiel Markt nicht Hollywood folgt und nur risikofrei Großprduktionen macht.
Zu viele Spiele kommen in jedem Fall auch auf den Markt…was aber auch klar ist nachdem die Spieler jahrelang nach mehr Spielen schreien und auf Wii und WiiU ja viel zu wenig rauskam. Also ob das Sinn machen würde ein System erst zu kaufen, wenn es soviele gute Spiele gibt, dass man nicht mehr alle spielen kann…


#47

Und DAS werde ich nie verstehen - Qualität sollte die oberste Prämisse sein - mich kann Ubi nach den Desastern bei GRWL und TD als Kunde moscherln. So verarschen und belügen lasse ich mich nicht mehr, ich habe vorbestellt und habe Schrott verkauft bekommen.


#48

Eine Liste von 2015. Modern Warfare 2 ist hier auf Platz 3 mit 250 Millionen Dollar, wovon aber 200 Million Dollar in die Werbung geflossen ist.

Bei fast allen Spielen wissen wir nicht wohin genau das Geld fließt das ausgegeben wird. Aber wenn sogar in Österreich schon Plakatwerbungen für Videospiele existieren (vor 10 Jahren noch kaum vorstellbar), dann kann man sich sicher sein, dass bei jedem großen Game eine beträchtliche Summe für Werbung ausgegeben wird. Und ich selbst bin der Meinung, dass Werbespots im TV und Plakatwerbungen nicht notwendig wären, wenn das Gameplay und Co. für sich selbst sprechen würde.


#49

NUnja, die Verkäufe auf der WiiU waren ja auch eher mau - auch aufgrund der schlechten Hardwareverkäufe.

Und das es ein super Spiel ist verkauft es sich auch gut - warum also nicht so lange die Kuh melken, solange sie Milch gibt?


#50

Naja so gut wie du glaubst verkauft es sich LEIDER nicht!
Daten dazu hier:
http://www.vgchartz.com/game/71491/rayman-legends/

Auch einer der Gründe weshlab wir schon so lange auf eine Fortsetzung warten. Rentiert sich leider scheinbar nicht für UBISoft.


#51

Ich glaube du hast schlecht verlinkt Vino, den bei deinem Link wird bei mir nur die PS3 Verkaufszahlen aufgelistet.

http://www.vgchartz.com/gamedb/?name=rayman+legends

Über alle Plattformen sind es 3,63 Millionen Einheiten. Für eine “Game of the Year” “Complete” was auch immer Version gar nicht so schlecht.

Edit: Woop, Fehler. Rayman Legends ist ein Nachfolger zu Origin.
Edit 2: Und VGchartz kann man auch nicht ganz trauen, denn sie beziehen ihre Zahlen nicht vom Hersteller / Publisher der es genau wissen müsste.


#52

Ups - stimmt wollte die gesamte Anzahl verlinken. :slight_smile:

Und ja - Rayman Legends ist ein eigenständiges Spiel- Origins war der Vorgänger.

3 Millionen in bald 5 Jahren sind für eine große Produktin nicht sondelrich viel - vorallem weil ein Großteil davon erst verkauft wurden, als das Speil schon drastisch im Preis gefallen ist. Somit nur wneig Geld in die Kassen gespült hat.

Auch bei VG Chartz hast du natürlich recht. Allerdings ist es die beste Quelle die uns zur Verfügung steht. Um Tendenzen abzulesen reicht sie alle mal aus.
Es gab ca. ein Jahr nach dem urpsrünglichen Release die Aussage seitens UBI, dass die Verkäufe weit hinter den Erwartungen geblieben seien. Klingt halt auch nicht gerade rosig.


#53

Das was die Spieler wollen und das was die Spieler kaufen, sind leider zwei unterschiedliche Dinge, da es auch meist nicht die selben Personen sind. :face_with_raised_eyebrow:


#54

Aha - interesannte Theorie - und wer kaufts dann?

Ich denke mal du meinst Eltenr für Ihre Kinder - das ist nur ien Bruchteil des Marktes. Der durchschnittliche Spieler ist heute über 30. Ich denke die kaufen schon völlig selbstständig ihre Produkte.

Noch dazu kauft kein Elternteil Lootboxen und so weiter. Das machen schon die Spieler selbst …


#55

Gut gesagt. Stichwort Mirrors Edge Nachfolger viele forderten ihn und wenige kauften ihn.
Das nächste Beispiel wird Shenmue 3 sein, zu den Backern werden noch ein paar dazu kommen, mehr nicht, trotz des Riesenhypes nach der Ankündigung.


#56

Ich würde vgchartz einfach ignorieren, um ehrlich zu sein.


#57

LIegt vll auch daran, dass sich Interessen ändern und verschieben. Mir hat zb. MIrrors Edge sehr gutgefallen (trotz aller Schwächen) Hätte dann auch gern ne Vortsetzung gehabt.

Bis diese dann aber raus kam, gab es schon wieder div. andere Games die auf meiner Priritätenliste viel weiter oben waren - daher und weil Zeit nun mal ein seltenes Gut ist, hab ich den 2. Teil immer noch nicht gekauft und gespielt.


#58

So wie Ifrit schon schrieb, Geschmäcker und Prioritäten verschieben sich.

Aber auch wenn Leute die es fordern auch dann kaufen, kann es durchaus sein, dass diese nicht ausreichen damit das Spiel als Erfolg gezählt werden kann, weil die anderen Spieler / Käufer fehlen. Mehrheitlich müssen nämlich mehr Leute das Spiel kaufen als die es auch fordern.

Hoffe ich habe ich verständlich ausgedrückt. :sweat_smile:


#59

Chris Roberts hatte bei Star Citizen keine Lootboxen sondern seine Geschäftsmodell heisst „Hoffnung verkaufen“. Nach Raumschiffen kann man bei Star Citizen nun virtuelles Land gegen echtes Geld kaufen. Und viele Spieler ticken bei EA wegen den Microtransaktionen in Star Wars Battlefront 2 aus. :roll_eyes::joy:

https://robertsspaceindustries.com/comm-link/engineering/16292-Q-A-Land-Claim-License/


#60

Ich darf schon noch beides eher bescheiden finden?

Das System eines Need for Speed ist einfach unter aller Sau. So eine Mechanik hat nichts in einem Vollpreistitel zu suchen.
Im SP von Battlefront dürfte es ja gerade so an der Schmerzgrenze liegen. Was aber am Spiel selbst liegt, man stelle sich ein RPG mit so einem System vor…brrrr…