Sind Spiele zu günstig?


#1

Das ist wohl der größte Mist, den ich zu dem Thema je gelesen habe.

Und ich finde, mit den Einstiegspreisen von 60-70 Euro sind wir schon an einer Schmerzgrenze angelangt. Da kann jemand noch mit so viel Inflations-Blabla daher kommen. Keiner verlangt von uns, dass die Hälfte des Budget für Werbung ausgegeben wird.


#2

Ich finde es erstaunlich wie immer gleich in allen Medien darüber berichtet wird wenn irgendein “Analyst” etwas über Spiele sagt. Sein Name ist jetzt weltweit bekannt und das war wahrscheinlich auch das Ziel das er mit seiner Aussage verfolgt hat.


#3

Naja tatsächlich sind heute Spieler aber günstiger als noch zu Zeiten eines N64. Damals kosteten Spiele gerne mal mehr als (umgerechnet) 100,-- EUR. Damals war die Produktion (im Triple A-Bereich( aber tatsächlich noch deutlich günstiger. Man benötigte keien 500 Mann-Teams zur Erstellung von aufwendigen Spielewelten. Da die Märkte aber höhere Preise nicht mehr annehmen suchen die Hersteller logischerweise nach anderen Einnahmequellen. Willkommen im Zeitalter der DLC’s und Lootboxen.


#4

Ich finde, Analysten verdienen zu viel.


#5

… ist aber ein interessantes Thema.
Ich hab mir bei der NES Mini auch wieder gedacht, dass die einzelnen Spiele damals bei uns in der Gegend so um die 700 - 900 Schilling (50 - 65€) gekostet haben, N64 dann tatsächlich 90 - 100€.

Damals gabs auch noch keinen Steam sale, Black Friday, Humble Bundle, und was auch immer, in der Regel waren speziell Nintendo spiele aber auch ziemlich stabil im Preis.

Damit im Hinterkopf ist es mir schleierhaft wie eine große Produktion überhaupt noch rentabel sein kann, zum Beispiel Wolfenstein 2 ist keinen Monat draussen und ich habs gestern für 35€ im Xbox Live Store gekauft. Bei Spielen die man nich day one spielen “muss”, kann man leicht auf eine Rabbatt Aktion warten.
Würden Spiele jetzt 120€ kosten, wären die Spieler wohl nur eher bereit zu warten :sweat_smile:


#6

Also ich wär auch dafür, dass die Spiele teuerer werden… aber natürlich nur wenn dafür qualitativ noch hoch wertigere Spiele produziert werden würden und vor allem keine f2p Mechaniken in Vollpreisspiele integriert werden.

Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass es mehr Preisflexinilität gibt… Warum muss fast jedes Spiel 59,9€ kosten?

Aber ich seh auch die Nachteile in meiner Überlegung… keine Ahnung die werden das schon machen oder noch besser “der Markt wird das schon regeln” :wink:


#7

Naja das funktioniert auch nur auf Grudn der deutlich gewachsenen Reichweite. Daher werden die meisten Spiele heute auch plattformübergreifend veröffentlicht. Eine Konsole allein bietet für den Großteil der heutigen Produktionen einen zu kleinen Markt um noch rentabel sein zu können. Daher werden Exklusivdeals auch immer finanziell durch den Konsolenhersteller unterstützt.

Natürlich wäre es eine Lösung die Preise jetzt zu erhöhen und dadurch auf grausliche Spielererein wie DLC und Lootboxen zu verzichten. Das Problem dabei ist aber, dass die heutigen Konsumenten einfach nicht mehr bereits sind höhere Preise zu bezahlen. Schuld daran ist aber auch wieder die Industrie. Denn die hat den Spieleoutput in den letzten 10 Jahren deutlich stärker erhöht als der potentielle Markt an sich gewachsen ist. Um nicht auf den Titel sitzen zu bleiben wurden daher die Preise anstatt erhöht eher gesenkt. Vielleicht nicht immer zum Release - aber sehr schnell danach. Noch dazu sind viele der “neuen” Marktteilnehmer über die Smartphones dazugekommen. Dort wurde aber schon, quasi von Beginn an, jeglicher wirtschaftliche Grundverstand über Board geworfden und die Waren quasi zum Nulltarif angeboten. Ein Fehler der sich nun für die gesamte Branche rächt - sowohl Industire als auch Konsumenten.

Ich glaub es wird sich erst dann was ändern, wenn so viele Hersteller pleite gehen, dass der Output an sich wieder nachlässt. Dann gibt es weniger Titel am Markt - und ergo werdne auch die Preise wieder auf ein gesundes niveau steigen.


#8

Vollkommen, die Sache mit dem erhöhten Spiele-Output ging mir auch durch den Kopf. Schon ein Wahnsinn was täglich rausgeblasen wird.


#9

Eben, die Verbreitung von Videospiele zu Zeiten eines SNES war viel geringer als heute.
Ok, sollens 70 verlangen, ABER dann haben die Spiele FERTIG zu sein zB und Einzelspielerinhalte sind VERFPLICHTEND offline zugänglich zu machen, und Spiele dürften NICHT accountgebunden sein.


#10

Im Endeffekt kann diese Frage keiner von uns beantworten, weil das nur Personen können, die in der Branche sitzen und den finanziellen Background haben. Aber wie bei jedem Produkt, wird es auch in der Videospielebranche einen “Break-Even-Point” geben, der sagt wie viel ich von was verkaufen muss, zu welchem Preis und man dann einen Gewinn macht. Zu sowas gibt es BWL etc. etc.! Pauschal zu sagen, dass Videogames zu teuer sind, ist schlichtweg falsch.


#11

naja, eigentlich kann die Frage jeder für sich selbst beantworten :wink:

Ich finde Spiele nicht zu teuer:

dark souls 3 - 100+h für 60€, keine Frage, das geht immer
hellblade senua’s sacrifice - 8h für 30€, passt für mich
(Ausnahmespiel, abgesehen davon)
What Remains of Edith Finch - 3h für 20€, war auch ok …

… ich vergleich die kurzen Spiele eher mit Kino, speziell Edith Finch hat mir und meiner Freundin sehr gut gefallen, 3h für 20€ passt also auch.


#12

Kann deine Argumentation zwar nachvollziehen, halte sie aber dennoch für fragwürdig. Denn den Wert einens Spiels nur auf seine Spielzeit zu reduzieren ist einfach nicht der richtige Weg. Ich kann dir eine seelenlose Openworld mit tausenden 0815-Aufgaben vollklatschen - damit bist dann 100 Stunden beschäftigt - nur Spaß hast keinen. Im Gegenzug gestaltete ich dir ein 5 Stunden-Spiel mit vielen tollen Ideen und von bis hinten super designt. Mit dem Spiel hab ich dann zwar “nur” 5 Stunden Spaß - aber das sind schon um 5 mehr als bei der 100 Stundne Spielzeit des anderen Titels.

Ich denke, das Gebotene muss halt in einer gewissne Reltion zu den Kosten stehen. Das ist ein sehr subjektives Empfinden und muss auch von Jedem selbst bestimmt werden.


#13

Es gibt vielleicht 2-3 Spiele pro Generation die ich mir zum Vollpreis kaufe. Sonst ist meine Schmerzgrenze bei 25-30€.
Wenn man den Preis auf 100€ erhöht warte ich halt ein wenig länger bis es in, für mich, akzeptable Regionen kommt. Der Effekt wird halt sein, dass weniger Spiele verkauft werden. :slight_smile:

Aber wenn man sich ansieht wie schnell Spiele mittlerweile günstiger werden, hab ich diesbezüglich eh keine Angst.


#14

beim Zustand der Spiele zum Launch (Early Access, Beta) bin ich nicht mal bereit den momentanen Preis zu zahlen.

  • In wenigen Jahren nicht mehr spielbar
  • 2-3 Wochen nach dem Launch kosten die Spiele bereits 30€ weniger

bei vielen spielen warte ich ein paar monate bevor ich sie kaufe, nachn spielen verkauf ichs wieder - hab genau 5 ps4-spiele die keine patches brauchen und die ich daher behalte

da immer mehr leute ihre spiele danach gleich verkaufen wird es immer schwieriger sie wieder los zu werden


#15

das kam dann wohl falsch an, so seh ich das nämlich auch.

Dark Souls 3 spiel ich ja nicht 100h weil die Story so lang ist, sondern weil ich es zig mal neu starte, mir eigene challenges mache, etc. Ich messe den Wert nur an der Erfahrung und dem Spaß für mich … DS3 ist auch eines der weniges Spiele bei denen ich alle Erfolge habe.
Mit dem Edith Finch Vergleich wollte ich nur sagen, dass für mich 3h auch absolut ok sind, manche Spiele sollten gar nicht länger sein :sweat_smile:

Ich geb mich nicht mehr der Illusion hin je wieder ein Assasins Creed, Far Cry, Just Cause oder Witcher zu 100% (Quests, Collectibles, Erfolge) durchzuspielen. Dafür haben die auf Dauer zu wenig zu bieten …


#16

Ich habe die Preise von Nintendo 64 Spiele nicht mehr im Kopf, aber mein erstes PC-Spiel das ich mit gesparten Geld gekauft habe (Weihnachstgeld von Verwandten) habe ich um glaube 650 Schilling gekauft. Das war Colin McRay Rally (Teil 2?) und war erst seit ein paar Wochen drausen. Rechnet man hier durch 13,7603 (Umrechnung bei der Euro-Einführung), so kämen wir bei rund 47,24 Euro an. PC-Spiele sind also nur ein “bisschen” teurer geworden und das erst die letzten 2 Jahre. Davor war jedes PC-Spiel konstant bei 49,99 Euro.


#17

Das passt doch wie perfekt… (gamefront.de)

Hellblade mit 500.000 verkauften Einheiten in Gewinnzone / Video Download

22.11.17 - Ninja Theory gibt bekannt, dass man mittlerweile 500.000 Einheiten des Actionspiels Hellblade: Senua’s Sacrifice (PS4, PC) weltweit verkauft und dadurch Gewinn erzielt hat; die Hälfte der Verkäufe entfallen auf den PC.

Hellblade: Senua’s Sacrifice wurde am 08.08.17 in Europa und den USA als Download im PlayStation Store veröffentlicht. Mehr als USD 13 Mio. Umsatz hat das Spiel in den ersten drei Monaten seiner Auslieferung generiert.

Schon vor seiner Veröffentlichung hatte Ninja Theory über 75.000 Vorbestellungen auf PS4 und PC erhalten. In der ersten Woche erreichte Hellblade mehr als 250.000 Downloads zum Preis von jeweils USD 29,99.


#18

Nur ist das kein TripleA-Produkt - war in der Produktion viel guenstiger.

Bei dem Spiel haben doch viele zu Release geschrien es sei viel zu teuer für eine Indie-Produktion - noch dazu mit kurzer Spieldauer.

Mich freut es, dass dieser Kompromiss aufgegangen ist. Ein solches Produkt auch für knapp 30,-- EUR Erfolg haben kann.


#19

Dafür unterstreicht es aber schon die Relation zu AAA-Titel. Der o.g. Titel ist reiner DLC only und halb so günstig und trotzdem muss man alleine 500.000 Einheiten absetzen, damit man Gewinn macht. Das ist schon mal ne ordentliche Ansage!


#20

ihr solltet nicht nur damalige und jetzige preise vergleichen
oder spielstunden

warum soll ich für ein halbfertiges spiel 69€ zahlen?
oder ein spiel das ich nur zeitlich begrenzt spielen kann weil nur das halbe spiel auf disc ist? manche lassen sich ohne patch gar nicht mehr starten…
oder weil coop und MP nur mehr mit server der firma funktionieren, sind die down -> nutzlos