Politik

anekdotisch kann ich aus meinem leben berichten, dass ich unbedingt programmierer werden wollte und mir die lehrer an der htl mir das genick gebrochen haben. die waren einfach eine katastrophe. hat mir aber keiner geglaubt, bis dann ein onkel selbst dort das abendkolleg besucht hat.

ich hab dann später eine oberstufen-ahs besucht und französisch gewählt und die lehrerin war leider auch nicht ideal – aber ich habs zumindest (vier gewinnt) bis zum wechsel in den it-zweig durchgestanden.

hab dann zu studieren begonnen, und musste den lateinnachweis bringen. zum glück gibt es das kleine latinum. viele andere studienrichtungen haben diesen luxus nicht.

1 „Gefällt mir“

Das Problem ist einfach, dass das Schulsystem kein inhaltliches, sondern systematisches Problem hat. Das fängt bei der deutlich zu früh stattfindenden Trennung an und hört damit auf, dass man sich nicht entscheiden kann, in welche Richtung man eigentlich mit dem Institut Schule gehen will. Die Diskussion Latein ja/nein ist in meinen Augen ähnlich, wie die Frage, ob man lieber die Wand im Wohnzimmer grün oder weiß haben möchte, während einem das Fundament des Hauses wegschwimmt.

Es gibt in meinen Augen per se kein „sinnloses“ Fach. Es gibt aber vielleicht sehr wohl „sinnlose“ Unterrichtmethoden, „sinnlose“ Klassengrößen und anderes das nicht mehr dem Anspruch der heutigen Zeit entsprechen. Da kommt mit KI zum Beispiel auf jeden Fall ein wichtiger Baustein hinein, weil damit individuelles Lernen unheimlich stärkt.

Ich bin ein stark auditiver Lerner, ich kann mir Vorlesungen anhören und merke mir auf Anhieb den Großteil des Stoffs, ein Arbeitskollege muss alles anfärbeln, mir wird das zu unübersichtlich.

Mittels KI kann ich nun aus mehreren Dokumenten Podcasts machen und mir die dann in Ruhe anhören, das funktioniert für mich extrem gut.

In meinen Augen ist Schule kein Ort, wo man Stoff wirklich lernt, sondern wo man den Anstoß bekommt, sich in der Sache weiterzubilden. Klar ein gewisser Grundstock ist schon notwendig, aber mir waren immer die Lehrer deutlich lieber, die einem dem Raum zum Entdecken gegeben haben, als jene denen es nur um die Vermittlung „ihres“ Stoffes ging. Mit denen habe ich mich dann halt gerieben und das war im Nachhinein eigentlich auch eine gute Schule fürs Leben.

2 „Gefällt mir“

„Schule“ hat in Österreich neben den unzähligen Baustellen noch das leidige Problem des Föderalismus.
Jedes Bundesland, ja sogar jeder Bezirk und jede Gemeinde kocht hier sein eigenes Süppchen und daher kann sich nie etwas im großen Stil verändern oder gar verbessern.

1 „Gefällt mir“

Hier schließe ich mich an. :slight_smile:

Magst du nicht das Bildungsministerium übernehmen :+1:

Ich finde die ganze Debatte zeigt sehr gut auf, wieso unser Bildungssystem bzw Schulsystem in der Vergangenheit stecken geblieben ist…weil wenn die Debatte zu Latein schon so aussieht und der Gegenwind so groß ist, dann ist es klar wieso da nichts angegriffen wird.

1 „Gefällt mir“

Ja gut mit so einem Support-Netzwerk hattest du das aber ja echt fast in die Wiege gelegt haha :wink:
Würde dir übrigens widersprechen mit „weniger als in lebenden Sprachen“. Koreanisch ist eine lebende Sprache und meiner Ansicht nach konsistenter und logischer aufgebaut als Latein. Ich verstehe aber den Reiz hinter „muss man nicht sprechen und verlangt keine Dynamik“. Ich hatte auch nur sche*ß Englisch-Lehrer. Ich hab dann aber trotzdem einfach alles in Englisch konsumiert und irgendwann hab ich dann nur noch 1ser geschrieben. Ging aber wirklich schlagartig von nur 4-5er auf 1ser 2er von einem Jahr aufs nächste. Da hatte die Schule nix damit zu tun.

Ansonsten stimme ich dir voll zu. Ich würde Musik und eigentlich auch BE zwar kürzen und auf Wissensvermittlung reduzieren, aber dafür im Grunde täglich eine Stunde für das Kreative ausleben einbauen. Sei es durch Musik, Kunst, Tanz, Schauspiel oder was auch immer. Die Kinder in alles mal reinfühlen lassen damit sie sehen was gut für sie zum Ausbalancieren funktioniert. Eines der Dinge von denen ich am meisten aus meiner Schulzeit gezogen habe war ein freiwilliger Impro-Theater Kurs den ich am Nachmittag gemacht hat. Sowas sollte finde ich fix in den Lehrplan.

@k3nny_gat: Ja es ist echt fürchterlich was ein schlechter Lehrer einem alles versauen kann. Ich hatte 1.-7. Klasse einen depressiven Physik-Lehrer. Ich hab Physik gehasst. Das einzige was den interessiert hat waren Eisenbahnen. Wie er dann endlich ins Burnout gegangen ist, haben wir in der 8ten einen jungen frisch vom Studium bekommen. Der ist dann drauf gekommen, dass wir noch nicht einmal etwas von der Relativitätstheorie gehört hatten und plötzlich ist mir aufgefallen: Ich liebe Physik eigentlich ^^.

@Holzauge Dein ganzes Kommentar „based“ wie man so schön auf Neu-Deutsch sagt. Die Reibung die ich mit Lehrern hatte, hatte ich allerdings glücklicherweise zu keinem anderen Zeitpunkt mehr in meinem Leben. Also geht auch ohne zum Glück :grin:

@Herzi : Auch „based“ und halt im Kern der meisten größeren Probleme in Österreich. Wenn du mich fragst gehört das einfach in seiner Vollständigkeit endlich abgeschafft. Wir sollten uns eigentlich als EU-Staat verstehen und dann hält sich bei uns jedes Dorf für ein eigenes Kontinent.

@Milhouse: Lustig dass du das sagst, weil ich habe ja tatsächlich 4 Semester Pädagogik studiert, weil ich ursprünglich Mathe&Informatik-Lehrer werden wollte. Ich bin dann aber auf rein Informatik umgestiegen weil sich einfach schon abgezeichnet hat, dass ich mich als Lehrer in diesem Bildungs-System in kürzester Zeit in irgendetwas zwischen Depression und Burnout arbeitet und das zum Hungerlohn. Das was mich aber am meisten abgeschreckt hat war „Und dank Karl Popper wissen wir seit den 1940er Jahren, das unser Schulsystem komplett scheiße ist und wie man es richtig machen könnte“ Ich frage: „Und warum haben wir es dann noch nicht geändert“. Antwort: Betretenes Schweigen.

Insofern ja, ich würde tatsächlich sehr gerne das Bildungsministerium übernehmen, aber als gnadenloser Despot haha ^^. Sonst würde ich fürchte gegen die Front von Föderalismus und Lehrergewerkschaft genauso wenig große Änderungen durchbringen wie unser Herr Wiederkehr. Den kenn ich nämlich sogar persönlich und weiß daher, dass der auch gerne noch viel systemischere Änderungen durchbringen würde, aber es ist ein Kampf gegen Windmühlen leider ^^

Lass es mich so sagen: Eine legendäre Geschichte in meiner Familie ist, dass ich bei einer Nachhilfestunde dabei gesessen bin (ich war ca. 2) und auf einem Zettel herumgekritzelt habe. So das, was man sich als Kind als Buchstaben vorstellt und einen Kreis mit einem Strich dran. Und meine Mutter fragt mich, was das ist, und ich zeige auf mein Gekritzel und sage „Das ist das Ablativus Absolutus und das ist die Tangente an den Kreis“. Also … ja, ich war vorgeschädigt. Meine Schwester ist auch der einzige Mensch, den ich kenne, der Harry Potter lieber auf Latein als auf Englisch gelesen hat … aber das ist sogar mir zu hardcore. Obwohl ich sagen muss, dass ich mir den Spaß gemacht habe, ein paar Seiten zu lesen …

Zu Koreanisch kann ich nicht viel sagen. Meine Frau hatte ein wenig Koreanisch im Studium (sie hat eigentlich Japanologie studiert), aber sie hat eigentlich immer gemeint, ihr liegt Japanisch mehr, weil bei Koreanisch irgendwie alles fehlt ^^. Ich hab nur auf der TU Japanisch für Ingenieure gemacht - war spannend (und auch hier wieder zum Glück Fokus auf „wie kann man sich beim Lesen durchwurschteln“), aber da ist mir die Sprache halt einfach vom Grammatik-System zu fremd. Von Latein habe ich auch viel über deutsche Grammatik gelernt. Und als Bonus kann ich dadurch auch ein bisschen Italienisch, Spanisch und Französisch lesen … also … ich bereue es nicht. Aber ich verstehe auch jene, die sagen, sie Wollens nicht lernen.

(Bei uns in der Schule konnte man als Schulzweig ab der 5. zusätzlich zu Englisch und Latein (ab der 3. bei uns) auch noch Altgriechisch wählen. Aber das war dann sogar mir zu hardcore :wink: )

1 „Gefällt mir“

Cry Cry Cry GIF by MOODMAN

Jake Gyllenhaal Love GIF
Na alstan

6 „Gefällt mir“

ryan reynolds hd GIF

2 „Gefällt mir“

Quia arbor.

Ja genau genommen ist mir das sogar in die Wiege gelegt worden. Mein Opa hat das Physik-Buch geschrieben, das wir aktiv verwendet haben. Das Buch war gut (wie ich jetzt im Nachhinein festgestellt habe) aber rettet einen leider vor keinem schlechten Lehrer ^^ (der hats auch kaum verwendet)

Heute beschäftige ich mich fast täglich mit Physik, seis über Lernplattformen wie Brilliant oder Youtube-Channels wie alles von Veritasium über Kurzgesagt und Neil deGrasse Tyson bishin zu nischigerem Zeug wie diversen Quantenphysik-Vorträgen von Anton Zeilinger, dem ich zu meiner Uni-Zeit auch mehrfach Live zuhören durfte.

Eine meiner liebsten Anwendungen von ChatGPT ist es auch diverse Physikalische Theorien durchzubesprechen. Tut niemanden weh, wenns blödsinn redet (bin ja nicht in der Forschung ^^), aber teilweise ists schon sehr gut darin Sachen nochmal verständlich zu erklären.

Also kurz gesagt, heutzutage würde mir ohne Physik ein riesiger Teil meiner akademischen Freizeitgestaltung wegfallen. Damals hats einen einzigen Lehrer gebraucht um all das im Keim zu ersticken ^^

1 „Gefällt mir“

Sehr cool! :smiley:

So ist es leider. War bei mir beim Skikurs, genau wie bei Französisch. Hat die selbe Damen gemacht die mit Angst, Drohungen und Psychoterror agiert hat. Verbinde daher mit keinem von beidem was Gutes.

2 „Gefällt mir“

Kommt also bald der Kurz mit einem Pop-Song ums Eck?

1 „Gefällt mir“

Wtf Platz 20? Da merkt man wie verblödet unsere Gesellschaft mittlerweile ist. :man_facepalming:t2:

Ich glaube wir brauchen jetzt kein großes Geheimnis draus machen, dass der großteils von bots gehört wurde, die nun auf moltbot in die church of molt eingetreten ist.

1 „Gefällt mir“

Würd ich ja gern so glauben. Aber wenn ich manche Hochrechnungen so sehe bezweifle ich es leider.

letztens eine bekannte hat auch gemeint, sie kriegt das lied nicht ausn kopf. hats also sicher irgendwo mal gehört und gibt sicher genügend andere, denen es ähnlich geht und die das lied hören, auch wenn sie - wie meine bekannte - gar keine fpö-wähler sind.

Wieder ein starkes Video.
Und die Aussage am Schluss ist genau das was Trump-Fans denken.
„Werte die man jahrelang verteidigt hat zu leugnen, hauptsache die anderen sind es die Leiden.“

Und die Aussage von einem User davor ist auch korrekt.
„Amerika ist nicht so geworden, weil Trump an der Macht ist. Trump ist an der Macht, weil Amerika so geworden ist.“

„was für verbrechen? wo? seh keine! gab’s nie!“