Politik

Wir sind alles denkende Menschen… homo sapiens. Das war einfach nur eine Reinübersetzung, weil ich es lustig fand, dass auch hier Latein verwendet wurde.

Wiederkehr sagt auch, weil mit KI mitlerweile immer mehr programmiert würde: „Es ist nicht mehr sinnvoll, eine Programmiersprache zu lernen. Noch vor fünf Jahren hätte man gesagt, Programmiersprachen lernen ist sinnvoll, das braucht man mittlerweile nicht mehr.“

Auch wenns mir nicht behagt oe24 zu zitieren, aber grad da grätscht Wiederkehr schon wieder rein.

Ich weiß nicht, was in 20 Jahren relevant ist. In Wahrheit ist es auch wurscht, was man in der Schule lernt, weil ungelogen 90% des dort erlernten Stoffes wird man „nie wieder brauchen“. Es geht auch nicht drum. Der Inhalt ist egal, es geht um die Form, um „lernen zu lernen“. Das kann man bei formalen strikten Sachen sehr gut, wurscht ob Mathe, Latein, oder wenns sein Muss auch durch Programmiergrundlagen und formaler Logik oder auch Altgriechisch.

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Wenn als Argumente Tradition oder kulturelle Identität gebracht werden, bin ich immer skeptisch. Egal aus welcher Ecke das kommt.
Meiner Meinung nach, ist es okay, Lateinstunden in der Schule zu kürzen (sie werden ja nicht vollkommen abgeschafft), um anderen Themen mehr Platz zu machen. Latein kann man für die entsprechenden Studienfächer dann lernen. Oder einfach als Hobby.
Bei den lebenden Fremdsprachen seh ich das anders. Mit je mehr Menschen du dich verständigen kannst, desto besser. Egal ob beruflich oder privat. Auch gesellschaftlich hats positive Auswirkungen. Also da zu kürzen halte ich für falsch.

Dass man KI in den Fachnamen einbaut wirkt auf mich wie eine oberflächliche PR-Aktion. Man kann das Fach ja auch einfach Medientechnik oder so nennen. Dann muss mans namentlich nicht an jede neue Entwicklung anpassen. Und den gesellschaftlichen/psychologischen Part dazu hat man dann in „Medien und Demokratie“.

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Oder auch…
lateinisch für „verstehender, verständiger“ oder „weiser, gescheiter, kluger, vernünftiger Mensch“.

Und ohne Latein habe ich Mathe, englisch, deutsch, bwl, rw gelernt und später noch maturiert.

Latein hinzustellennund zu sagen, dass es die basis für „alles“ lernen ist, halte ich für generell überzogen. Ich könnte das gleiche mit lernen und Musikunterricht hernehmen.

Letzten Endes lernt jeder anders und ich brauche nicht Latein um zu wissen, wo Demokratie oder die Geschichte Europas herkommt.

pfu, also die lateinergänzungsprüfung auf der uni wien ist kein lercherlschaß. ich war froh, dass es bei mir ein kleines latinum gab, aber viele andere studienrichtungen bieten das nicht an und nur die gerade angesprochene ergänzungsprüfung. – die, zuästzlich zu einem aufnahmetest und einer steop-phase … pfu.

Mir geht es zusätzlich um etwas, das man weder mit „Tradition“ noch mit bloßer Zweckmäßigkeit ganz trifft: das Selbstverständnis eines westlich geprägten Menschen.

Damit meine ich keine Überhöhung und keine Abgrenzung nach außen, sondern die Fähigkeit, die eigenen geistigen Voraussetzungen zu kennen. Wer im Westen denkt, argumentiert, Recht anwendet, Wissenschaft betreibt oder Demokratie reflektiert, bewegt sich in Kategorien, die historisch gewachsen sind, eben aus antiker Philosophie, römischem Recht und christlicher Ethik. Diese Kategorien wirken weiter, auch wenn man ihre Herkunft nicht mehr explizit kennt. Bzw. sogar wenn man sie negiert, weil die Negation am Ende nur dann ordentlich funktioniert, wenn man die Grundlagen hat.

Latein ist dafür kein Kulturgut zum Bewahren, sondern ein Zugangsmedium. Es macht diese Prägungen sichtbar und nachvollziehbar. Ohne diesen Zugang bleibt vieles implizit: Man benutzt Begriffe wie Person, Verantwortung, Recht, Staat, Würde oder Schuld, ohne ihre innere Logik wirklich zu durchdringen. Das führt nicht zu Freiheit von Tradition, sondern zu Unbewusstheit über sie.

Gerade deshalb halte ich das Argument „Man kann das später lernen“ für problematisch. Wer erst spät lernt, reflektiert nicht mehr grundlegend, sondern ergänzt punktuell. Schule ist einer der wenigen Orte, an denen solche Tiefenprägungen überhaupt noch systematisch vermittelt werden könnten. In der Schule ist die Zeit dafür da. Mein Lateinunterricht war aber der Oberstufe vielleicht 10% Grammatik und 90% darüber nachdenken, was in den Werken drinsteht. Mein Spezialgebiet bei der Matura waren die Kaiserviten und Domitian, da lernt man dann wirklich was über Willkürherrschaft und mit Caligula gelesen wirkt Donald Trump auf der einen Seite lachhaft und auf der anderen Seite doppelt und dreifach gefährlich.

Das steht für mich nicht im Widerspruch zu lebenden Fremdsprachen oder technologischer Bildung. Im Gegenteil: Wer global kommuniziert oder mit KI arbeitet, sollte umso besser verstehen, aus welcher Denk- und Werteordnung heraus er das tut. Sonst importiert man Technik, Sprache und Diskurse, ohne sie einordnen zu können.

Kurz:
Es geht nicht um Latein gegen Neues, sondern um Orientierung im Neuen. Ein westlich geprägter Mensch sollte wissen, worauf er steht – nicht aus Stolz, sondern aus intellektueller Redlichkeit.

Musik ist auch ein guter Punkt, das hilft genauso. Über Jahrhunderte gab es ja die sieben Künste https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_Künste

Wichtig ist mir noch einmal, dass das Werkzeug für kritisches Denken gelehrt wird. Das ist das um und auf für menschliches Dasein im Rahmen von einer funktionierenden Demokratie. Ohne der schlittern wir in eine Autokratie.

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All das was du beschreibst hat man genauso in einem gut gemachten Geschichtsunterricht oder in Deutsch, wo in der Oberstufe Literatur durchgemacht wird. Denn Im Umkehrschluss würde ja dann jedem der Latein nicht hatte diese Denkweise die du beschreibst fehlen. Tut sie aber nicht.

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Das interpretierst du jetzt aber rein. Die Berechtigung von Latein wird nur viel leichter abgesprochen, meistens von Leuten, die es gar nicht gehabt haben.

Und ja deutsch und Geschichte machen es genauso gut, waren auch meine drei mündlichen Fächer. Ich würde aber sagen, dass das komplementär ist und drei bis vier Stunden kritisches Denken in der Schule nicht schaden.

Im Gegenteil, ich würde es nicht kürzen sondern formale Logik noch mit reinnehmen.

Für mich haben sich deine letzten Posts genau so gelesen, drum kommt da ja auch ständig Konter von mir ^^

Wenn wir uns ehrlich sind, es ist wohl jedes Fach wichtig, bzw. hat seine Daseinsberechtigung. Wie schon oben geschrieben, es gibt sicher jedes Fach Pros und Kons - unabhängig von den Vorlieben und Erinnerungen. Ich will jetzt auch nicht sagen, „schafft Latein komplett ab“.
Ich frag mich nur, was kürzen, denn was Neues oben drauf setzen…Ich mein, du hast es eh schon weiter oben geschrieben. Das geht sich alles nicht mehr aus (inkl. der Hausaufgaben - bilde ich mir das ein oder hatten wir da nicht eh auch mal ein Thema darüber?)

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man kann aber auch die sommer ferien in frage stellen. diese waren in der vergangenheit dazu gedacht, dass kinder den eltern bei der ernte helfen konnten bzw mussten. man müsste sie ja nicht streichen sondern könnte sie verkürzen. dadurch kann man lehrstoff strecken weniger stunden per woche machen und noch ein fach hinzufügen.

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Du willst @Wiesi einfach nur weinen sehen, richtig ?

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Das war mir schon bewusst und eigentlich wollte ich mit dem ursprungspost lediglich kontrastieren, dass ich Latein nicht für meinen Beruf brauche, ich es jedoch in meinem Denken ständig brauche, da ich das mit dem homo sapiens ganz lustig fand, hab ich dann geschrieben. Ich wollte, dass dann aber nicht auflösen, weil a) Mittag und b) die Diskussion dadurch auch irgendwie spannender wurde.

Generell ist das große Armutszeugnis ja genau das was du sagst, kein Fach ist gänzlich unnötig und wenn man beginnt, darüber zu diskutieren, verortet man Bildung rein in der Ausbildung und das ist nicht nur schade Schokolade sondern ein Problem. Weil dann können wir plötzlich über den Nutzen sämtlicher Fächer diskutieren. Und da kann man dann jedes Fach angreifen, für meinen Beruf brauch ich in Wahrheit die 4 Jahre Volksschule, ein bisschen Prozentrechnung und dann mein Studium. Von der ahs könnte ich fast alles streichen.

Es ist ja auch wenig verwunderlich von welcher Seite das kommt, weil die Neos in ihrem „ordo“liberalen (weil Neoliberalismus keinen guten Leumund hat) Wahn dann doch sehr viel durch die utilitaristische Brille betrachten und Latein keinen unmittelbaren Nutzen hat.
Als ob das relevant wäre……

Wir reden immer noch von der allgemein bildenden höheren Schule und nicht von einer berufsbildenden Schule und der Zweck ist halt ein gänzlich anderer. Wer sich nach der vierten Klasse für diesen Weg entscheidet wird sehr wahrscheinlich zu einem Studium tendieren (oder ist einfach zu bequem, sich eine andere Schule zu suchen husthust)

Latein war für mich 10% eine präzisionsübung, zu 90% aber ein Einblick in eine humanistische denkensart, die mir heute immer noch was bringt. Daher war’s sinnvoll.

Wie gesagt, kann man durch andere Gegenstände genauso erwerben, aber das gegenseitige ausspielen von Wissen ist in meinen Augen (und Achtung harte Aussage, aber zu der stehe ich) unfassbar dumm.

Und lustigerweise habe ich wirklich noch niemals einen Menschen kennengelernt, der das kleine oder das große latinum gemacht hat (die Substitutionsangebote von jus und Philo schon) der das auch nur irgendwie bereut hätte. Griechisch detto (gut das habe ich beim Peter Klien gemacht, das war sowieso ein Erlebnis).

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Spätestens dann müsste ich in die Politik, ich kann ja nix außer blöd reden. :joy:

Mein Studium ist ja auch ewig her und als ich fertig war, hab ich der Branche liebend gern den Rücken gekehrt.

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Und hättest ab Dienstag Nachmittag frei

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Frei, Unterrichtsfrei, Ferien, Unterricht, ich seh das nicht so eng…

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Zumindest weißt du als Lehrer ungefähr was du deinen Schülern gerade erzählst.

Also ich hab ja bei der strengsten Lehrerin des Gymnasiums in Latein maturiert (leider nur Gut) und nichts bereut.

PS, Hot Take: Die KI (live Übersetzung) macht Eine-lebendige-Sprache-lernen eh bald obsolet.

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Also ich ordne mich in die Riege der Latein-Fans ein. Ich hatte sechs Jahre Latein und hab die Sprache geliebt. Gerade für mich als analytischen, eigentlich nicht-Fremdsprach-Fan war es ein Traum. Eine Sprache, wo jeder Satz wie ein mathematisches Rätsel ist, die man nicht sprechen muss, und dann noch einen Einblick in eine Kultur und Geschichte gewährt - Plus. Ich glaube auch, dass mich die Sprache viel über programmieren gelehrt hat, auf ihre eigene, verquere Art. Hab ich sie im Beruf gebraucht? kaum. Aber hat es mich gebildet? Ja, definitiv. Sollte es jeder lernen? Nein.

Was ich aber kritisieren würde: wenn man es denn lernt, soll man es ordentlich lernen. Mit drei Wochenstunden braucht man zwei Jahre für die Grammatik und hat dann noch zwei (oder in Ausnahmefällen vier) für Literatur. Mit zwei Stunden braucht man länger durch die Grammatik, und dann bleibt kaum mehr Zeit für die Literatur. Und es betrifft ja nicht nur Latein. Eine zweite Fremdsprache (und es würde ja alle betreffen) mit zwei Wochenstunden ist ehrlich gesagt irre (vor allem sind das ja auch Schularbeitsfächer). Reformieren, ja. Aber dem, was bleibt, auch Raum geben.

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Ich schreibe hier ja tendenziell eher selten, aber zu dem Thema würde ich jetzt dann doch ganz gerne mal eine sehr emotional geladene Gegenstimme einbringen und in dem Zusammenhang einen kurzen Schwank aus meinem Leben wiedergeben wenn ihr erlaubt ^^ :

Ich habe seinerzeit den großen Fehler gemacht, für die Oberstufe Latein zu wählen und es hat mir fast das Genick gebrochen in meiner Schul-Laufbahn.

Ich habe eine Affinität für Analytik und Mathematik und ich habe auch dann mit Auszeichnung maturiert, später ein Informatik-Studium abgeschlossen, arbeite auch heute mehr oder minder in der IT und beschäftige mich fast täglich in meiner Freizeit mit STEM-Fächern. Aber Latein habe ich damals trotz sehr netten Lehrers echt mit ach und Krach noch so irgendwie positiv bekommen.

Ich bin ganz ehrlich der Ansicht, dass das kleine Latinum alles ist was ein normaler Mensch in der heutigen Zeit an Latein in seinem Leben brauchen kann und dafür reichen die reduzierten Wochenstunden mehr als aus.

Bezüglich „mathematischer Rätsel“ glaube ich ganze ehrlich, dass das ein von Latein-Lehrern in die Welt gesetzter Hoax ist der übrigens genau zu dieser meiner falschen Selbsteinschätzung geführt hat.

Latein ist nicht „logisch“. Es gibt wie bei jeder anderen Sprache Irreguläre Deklarationen, Eigenheiten die „einfach so sind“ und vor allem Kontext-basierte Übersetzung. Im mathematischen sinne wäre das die Hölle (1 ist ein 1 außer es steht neben einer 3 dann ist es 54). Koreanisch wäre da argumentierbar eine viel logischere Sprache und hätte deutlich mehr realen Nutzen für Menschen in Bezug auf andere Kulturen und Kommunikation.

Wenn ich außerdem einen Querschnitt meiner damaligen Mitschüler nehme, waren genau die gut in Latein, die einfach eine allgemeine Sprach-Affinität hatten. Die haben dann weiter Spanisch, Italienisch usw. gelernt und zeitgleich um alles mathematische in ihrem weiteren Leben einen weiten Bogen gemacht haben.

Diejenigen, die dann aber Mathematik-Lehrer wurden, oder am biologischen Institut Bakterien-Wachstum berechnen oder als Backend-Programmierer im Bankwesen tätig sind, waren alle genauso sch**ße wie ich in dem Fach ^^.

Also nach der Logik würde es für mich Millionen Mal mehr Sinn machen, Schüler einfach ein zwei Stunden die Woche vor Sudokus zu setzen. Würde in Bezug auf „Schulung logischen Denkens“ definitiv mehr bringen.

Ich bin da natürlich entsprechend biased und mag sein, dass mein Leben hier nur ein Fallbeispiel ohne statistische Relevanz ist, aber ich sage: Lass diese Sprache doch bitte endlich Sterben und JA es ist in der heutigen Zeit sooooo viel relevanter für Schüler ein Verständnis von IT und Politik zu haben als Latein.

Ich habe mir noch nie gedacht „boa der weiß ja nichtmal was „veni vidi vici“ heißt, was für ein crétin“, aber ich hab mir sehr wohl gedacht „alter, das ist Faschismus 101 wie kannst du das wählen“ oder „alter, nimm nicht was dir die AI ausspuckt als ungefilterte Wahrheit“ oder „alter, dein PC ist vielleicht deswegen so langsam, weil du „Aviro“ und nicht „Avira“ installiert hast(schlechter Latein-Joke ;P)“. Sehr sehr reale Beispiele denen ich fast jeden Tag über den weg laufe und hinter denen oft zumindest Maturanten stehen.

Also der Fokus ist hier finde ich sehr richtig gesetzt, nur eigentlich noch zu wenig. Musik, Geo, Deutsch und Englisch gehören finde ich alle auch zurück geschraubt und massiv reformiert.

Musik: Wages Grund-Verständnis von Genres und bekannten Persönlichkeiten.

Geo: Fokus auf Länder, Tektonik, Wirtschaft-Bündnisse und Klima. Klingt viel, aber ich finde ohne Probleme 4 einstündige Youtube-Videos aus denen Leute mehr mitnehmen, als aus 8 Jahren Schulbildung in dem Bezug.

Deutsch: Gehört getrennt: Lernen von Deutsch als Zweitsprache (sehr wichtig, am besten jeden Tag) und Lernen von Deutsch aus literarischer Sicht (2 Stunden die Woche reichen). Aus literarischer Sicht: Fokus auf die Klassiker und Verfeinern des Schreibstils. Schreib am PC und bring ihnen bei Vorschläge für Rechtschreibung und Grammatik korrekt zu interpretieren. Scheiß auf Gedicht-Analysen.

Englisch: Zumindest nach der Unterstufe: Heutige Hausübung, konsumiere mindestens drei deiner zu dir genommenen Medien (Buch, Film, Spiel, Youtube, Tictoc) auf Englisch. 4 Jahre später: Glückwunsch du hast B2-Level erreicht. Das ist übrigens Shakespeare und hier ist deine Matura ^^.

Alles andere gehört herausgehoben in ein Modulares-System für Talent/Interessen-Förderung im kleinen Rahmen. Informatik war bei mir ein Freifach indem ich mit vier anderen von meiner Ganzen Schulstufe gesessen bin. Zeitgleich waren 50 Kinder in derselben Schulstufe im Lateinunterricht. Das gehört einfach umgedreht.

Allgemein, gehören viel mehr Kollab-Stunden gemacht, Modulare Mehrstufen-Unterrichtsstunden usw. aber da kommen wir vom 100sten ins 1000ste.

Anyway, danke, dass ihr euch meinen TED-Talk angehört habt, Rant Ende ^^

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zum thema ferien wieder: es geht wiedermal nur ums geld für die wirtschaft und nicht um die kinder, und die eltern zahlen drauf:

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Ich glaube, das spielt alles in unterschiedliche Vorlieben rein. Für mich war Latein einfach die angenehmste Sprache, weil niemand erwartet hat, dass ich die Sätze in Echtzeit verstehe und in Echtzeit antworte. Für mich als jemand, der mit lebenden Sprachen aus genau den Gründen (und einer Englisch-Lehrerin, die lauter Geeks mit einer totalen Ablehnung von SciFi- und Fantasy unterrichtete) seine Probleme hatte, ein Traum. Dazu die historischen Texte, dich mich als Geschichte-Fan total ansprachen. Ich wollte sogar Englisch schriftlich und mündlich umgehen, was leider nicht ging (für schriftlich hats gereicht). Aber ich seh da schon ganz viel Puzzle: Man gräbt sich durch den Satz, sucht sich das Verb, weiß, welche Fälle das Zeitwort erwartet und konstruiert von dort aus weiter. Das ist für mich alles Puzzle. Dass es Irregularitäten gibt, ja, klar. Es ist eine Sprache Aber das Problem gibt es noch immer viel weniger als in lebenden Sprachen. Ich bin aber auch insofern biased, als ich eine sehr starke Support-Basis in Latein hatte - meine Mutter hat Latein-Nachhilfestunden gegeben, meine Schwester sogar Latein Lehramt studiert. Wenn ich Fragen hatte, wusste ich also immer, wohin ich gehen konnte. Und tatsächlich hab ich erst gestern einen ACI verwendet, um deutsche Satzkonstruktionen zu erklären, und jammere heute noch über Deutsch, das keine so konsequente Consecutio Tempore hat und dadurch unnötige Ambivalenz :wink: Und der Rauch, der im Begriff war, aufzusteigen (aus der Zerstörung Pompeijs) wird noch immer genau so gern zitiert wie der Anfang von De Bello Gallico.

Grundsätzlich bin ich sonst aber voll bei dir: Der Lehrplan an sich gehört entrümpelt. Ich glaube nur, dass man nicht unbedingt bei den Sprachen ansetzen dürfte und dort auf ein Minimum kürzen. Und ich muss dir auch bei Musik widersprechen: Es gibt total viele Studien, dass man nicht die emotionalen, „sinnlosen“ Fächer kürzen sollte, sondern mehr kreative Fächer, in denen man singen, tanzen, zeichnen, spielen und Krach machen sollte. Musik auf Wissensvermittlung zu reduzieren, würde genau das kosten. Ich wäre eher der Meinung, es gehört neben einer täglichen Turnstunde (die ich als Schüler gehasst hätte) eine tägliche Kreativ-Stunde. Ohne Wissens- und Leistungsdruck. Und ich würde auch die deutsche Literaturkunde hinterfragen - aber da bin ich biased, ich hatte Deutsch gern, aber das habe ich gehasst.

Und ich glaube, um Informatik steht es schon besser als zu unserer Zeit. Ich war in einem Informatik-Schulversuch, wir hatten damals sogar Schularbeiten, aber was wir gelernt haben war eher … teilweise unnötig. Und dank Schulversuch gab es nicht mal Lehrpläne. Und die Schüler waren großteils besser als ihre Lehrer. Ich glaube, heute steht Informatik besser als in unserer Zeit.

Und ja, ich wäre auch dafür, die Schule komplett umzustellen auf Projekte, Kollab etc. Unsere Politik will sich immer ein Vorbild nehmen an den nordischen Staaten, aber auf keinen Fall die rigide Stundentafel ändern. seufz.