Also hams lieber Skinheadstil als Rastalocken. ![]()
Sehr bedenklich. ![]()
Ich muss mich hier auch mal bemerkbar machen. Wahrscheinlich stoße ich eh auf gewaltigen Gegenwind, aber dieses scheinheilige Rumgeheule, was man heutzutage noch alles sagen darf und was nicht, regt mich enorm auf.
Ich weiß schon, dass man in gewissen Situationen Etikette zu wahren hat und dass nicht immer und überall alles reingeht. Ich hab auch eine (gute) Kinderstube und weiß, dass es unangemessen ist, anderen auf den Schlips zu treten. Auch ich will mit meiner Umwelt in Frieden leben und hege Mitgefühl und Empathie Mitmenschen gegenüber.
Aber wenn ich (als auf Amazon veröffentlichender Autor) einen HARDBOILED Roman schreibe und dann die Kritik erhalte, dass der Protagonist „schon ziemlich frauenfeindlich ist“, dann geht mir schon das Geimpfte auf.
Herst - ich schreib einen Roman der zeitlich und thematisch in den 1940ern des vorigen Jahrhunderts spielt. In dem ein zynischer Detektiv, der auf sein Leben scheißt, die Hauptrolle einnimmt. Der ist kein Standard-Leser aus 2022.
Political Correctness gut und schön - aber ich will mich in meinen Büchern zumindest noch nach Lust und Laune austoben dürfen. Wer damit nicht einverstanden ist und dem dabei das Geimpfte aufgeht, den zwinge ich nicht das Buch zu lesen.
Mir ist lieber ich hab 10 Leser, die begeistert sind als 10 Millionen, die mich mit ihrer politischen Korrektheit nerven.
meine 2ct dazu: jeder mensch hat das recht auf eigene meinung, aber niemand das recht auf richtigkeit dieser. wenn also eine/r deiner leser/innen das von dir geschriebene nicht begreift soll er/sie als nebencharakter in deinem nächsten roman bei rot über die ampel gehen.
oder:

Da hat jemand den Konext nicht verstanden den du im Buch abbildest.
Gerade Geschichten sind perfekt dafür in einer sicheren Umgebung veraltete Weltbilder zu präsentieren. Es bringt ja niemanden etwas, wenn man die Vergangenheit verklärt.
Ja, vor allem ärgert es mich, dass man mir damit unterstellt, ich wäre „ziemlich frauenfeindlich“. Subtil zumindest. Bin ich überhaupt nicht.
Naja, ich denke halt, politisch korrekt muss nicht um jeden Preis sein in der Kunst. In allen ihren bunten Facetten. Kann und darf natürlich, MUSS aber nicht.
Bei https://de.wikipedia.org/wiki/Andrew_Vachss
würden heute manche ins Koma fallen.
Habe ich in den 80ern gelesen.
Ich weiß nicht, wie sehr ihr euch schon mit dem Thema „kulturelle Aneignung“ beschäftigt habt. Ich bin immer noch dabei, mir ein Bild davon zu machen und finde es als weiße Europäerin gar nicht so leicht.
Zum aktuellen Thema finde ich diesen Artikel ganz gut:
Beim konkreten FFF/Musikerin-Fall hab ich echt zwei Sichtweisen darauf.
Die eine ist: Ich finde es löblich, dass sich die jungen Aktivist*innen darum bemühen, inklusiver zu sein und Rassismus in ihrer Arbeit gegenzusteuern. Und dass die Musikerin dass gleich mal online veröffentlicht ist vielleicht auch eine übertrieben dramatische Aktion, wenn sie meint, dass sie eigentlich mit FFF im Gespräch bleiben will. (Und gehört weniger zum Thema, aber ich finds echt komisch, dass sie anscheinend nur für Frieden und gegen Diskriminierung singen wollte, nicht fürs Klima.
). FFF sind großteils Jugendliche, ohne große Vorerfahrungen, die dafür ziemlich professionell und beständig enorme Arbeitspakete in ihrer Freizeit stemmen. Muss man auch bedenken.
Die andere ist: FFF hätte es wirklich gar nicht erst dazu kommen lassen sollen, sondern dann die Musikerin nicht anfragen, aber auch die Email viel netter formulieren sollen. Das haben sie ja immerhin auch schon eingesehen, wie man im Statement lesen kann. Oder sie hätten es diesmal halt noch dabei belassen können, weil der Fehler schon passiert ist, und es für das nächste Event eingeplant, ab dann auf solche Dinge zu achten. Wäre alles profesioneller gewesen.
Außerdem finde ich zur zweiten Sichtweise einen weiteren Aspekt interessant, über den ich jetzt gelesen habe (leider nur von weißen Menschen geschrieben, also für mich auch hinterfragbar, wie viel das wert ist): nämlich wie stark sich eine Person mit der Kultur, deren Symbole sie übernimmt, auseinandergesetzt hat, und wie stark sie für die Rechte der Unterdrückten kämpft. Also wenn sie sich im Alltag aktiv solidarisch zeigt, oder in der Community verankert ist, macht das nen Unterschied zu jenen, die das einfach tragen, weils cool aussieht. Klingt für mich erstmal irgendwie schlüssig. Ist natürlich nicht immer leicht zu sagen, auf wen das zutrifft, schon gar nicht auf den ersten Blick. Wie stark das bei der Musikerin der Fall ist, weiß ich auch nicht. Aber vielleicht sehen Schwarze das ohnehin anders und ich muss diesbezüglich noch was dazulernen.
Was mich in dem Fall wieder mal enorm nervt, ist, wie leicht rassistische Stimmen den Anschluss in solche News-Diskussionen finden, wenn sich wo weiße Menschen bissl unangenehm eingeschränkt fühlen. Die ganzen Kommentarspalten sind voll davon. Als ob sich diese Leute ansonsten um die Bedürfnisse wirklich unterdrückter Menschen kümmern würden …
Ich würd mir wirklich, wirklich, wirklich wünschen, dass Menschen nicht einfach nur laut auf andere hinhauen, und sich beschweren und dagegenreden, sondern sich umfassender informieren würden, gern laufend dazulernen würden, bedachter in ihrer Sprache und ihrem Handeln wären, in einen sachlichen Diskurs kommen, und sich aktiv für etwas einsetzen würden, statt immer nur gegen etwas zu sein. Sorry, dass dieser letzte Absatz schon etwas off-topic ist (ich mag das selbst ja nicht so), aber das ist einfach ein echt großes Frustfeld bei mir.
Ist es nicht genau das was das grundlegende Problem hinter Rassismus ist? Rassisten sind immer gegen etwas oder jemanden ohne sich damit überhaupt auseinander zu setzen.
Meiner Meinung nach sind die Menschen die jetzt gegen kulutrelle Aneignung protestieren die selben Menschen die vor 30 oder 40 Jahren FÜR rassentrennung protestiert haben nur sind sie eben nicht weiß. Früher wurde für Gleichberechtigung gekämpft, und jetzt protestiert man wieder für eine Trennung der kultur?
Wie soll man jetzt damit umgehen? Musik von Eminem verbieten? Sein vermögen spenden? Dürfen Kungfu und Karate Kurse nurmehr von asiatischen Menschen besucht werden? Capoeira ein Kampfstil der tanzen ähnelt und von sklaven erfunden wurde, um zu verschleiern dass sie für einen Kampf trainieren. Auch der Kampfstil Düfte nicht mehr von weißen/Asiaten oder sonstigen nicht bipoc Menschen ausgeübt werden. Wie verdammt langweilig wäre doch bitte die kulinarische “vielfalt” in den Städten. Fusion Kitchens würde es dann nicht mehr geben.
Kultur ist einfach etwas lebendiges, es beeinflusst sich gegenseitig. Eine grenze ziehen und Kulturen zu Tennen… willkommen in der rechten linken Gemeinde…
Ich probier mal einen Vergleich: Ich nehme an, die meisten hier würden es geschmacklos finden, wenn sich Leute ein Tattoo zulegen würden, wie es jüdischen Gefangenen in den KZ aufgezwungen wurde, nur weils „edgy“ und rebellisch aussieht. Oder?
Ich glaube, dieses Gefühl, das dadurch bei uns aufkommt, können wir als milde Referenz nehmen, um uns in von kultureller Aneignung Betroffene hineinzuversetzen.
Die Trennug der Kulturen wurde nie aufgehoben. Die gesellschaftlich priviligierten und mächtigen Gruppen nehmen sich aus den unterdrückten Kulturen das raus, was ihnen gefällt und geben nix zurück bzw werten den Rest sogar weiterhin ab oder beuten aus. Das ist also keine Durchmischung, sondern eben Aneignung. Echte Durchmischung wäre sehr cool. Bin voll für kulturelle Vielfalt, nicht falsch verstehen.
Das ist doch die eigentlich interessante Frage. Und wie oben beschrieben, finde ich persönlich den Ansatz ganz spannend, dass man drauf schaut, wie stark sich die jeweilige Person auch kritisch mit diesen Traditionen auseinandersetzt. Das is halt nix, wos ein einfaches Grundrezept gibt, sondern das wird von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Ja, das ist Arbeit. Und es wird viel Aushandlung brauchen.
Ich bin auch ganz bei dir, dass man schauen muss, wo sind denn da die Grenzen? Aber als Trennung der Kulturen seh ich es nicht. Vielleicht eher als Verhandlung. Um die Ressourcen aus der jeweiligen Kultur nutzen zu dürfen, muss man ihrer Community halt auch einen echt gleichberechtigten Platz einräumen.
ich verstehe schon was du meinst, doch sollen bzw müssen wir uns jetzt bei jeder frisur die wir wählen eine master in geschichte haben, um beurteilen zu können ob ein irokesen schnitt okay ist oder nicht? kann man das von jedem menschen verlangen? bei der auswahl eines tattoos nicht anders. Ich habe keine tattoos, aber ich kenne genug die welche haben, und sich die tattoos aussuchen weil sie ihnen gefallen. Natürlich wissen viele davon ob es nun indischer, maori, oder sonstigen ursprung hat, aber sonst haben sich doch nur die wenigsten weiter damit beschäftigt. kann man das von ihnen verlangen, oder muss man das verlangen. wieviele menschen haben chinesische schriftzeichen und wissen kaum was sie bedeuten bzw macht da ein kleines häkchen gleich mal ein ganz anderes wort draus, und selbst bekommt man es gar nicht mit. Gibt ja genug witzige Suppen tattoos ^^
hier noch ein standard artikel von gestern dazu…
Also Leute, die in irgendeiner Form Schriftzeichen tragen, von denen sie nicht wissen, was sie bedeuten, versteh ich tatsächlich nicht. Genauso wie Leute die Shirts mit Bandnamen oder Personen drauf anhaben, obwohl sie von denen null wissen.
Muss ja echt nicht sein. Also ja, bei grafischen Symbolen sollte man sich, meiner Meinung nach, individuell damit auseinandersetzen, bevor mans anzieht/sich stechen lässt/etc.
Außer man pfeift einfach total auf Optik, oder kann sichs grad nicht anders leisten. Aber hier gehts ja grad mehr um bewussten Lifestyleausdruck, daher würde ich das mal ausklammern.
Schwieriger find ich es bei den Sportarten oder Modetrends, die du angesprochen hast. Stimmt natürlich, man hat keine Zeit, alles erst mal nachzurecherchieren. Dafür wärs gut, wenn das Wissen über die Bedeutung und Herkunft von Dreadlocks, Yoga, usw. so bekannt in der westlichen Gesellschaft wäre, wie die Bedeutung von z.B. christlichen religiösen Symbolen oder (als sehr negatives Beispiel) Nazisymbolik. Kaum jemandem passiert unabsichtlich ein Hitlergruß oder das Tragen eines Kreuzes. Also da schaffen wirs offensichtlich auch recht leicht. Wenn das Wissen schon nebenbei erworben wurde, ist es einerseits einfacher, bewusstere Entscheidungen zu treffen. Und ich denke, andererseits würde es auch dazu führen, dass diese Kulturen wirklich mehr integriert sind.
Achja, und die Leute, die Kurse der entsprechenden Sportarten leiten, sollten halt einfach den Background auch lehren, nicht nur die Praxis. Muss ja auch nicht ein halbes Geschichtsstudium sein. Es reicht vielleicht schon, wenn am Anfang mal gesagt wird, wos eigentlich herkommt und welche Bedeutung es hat.
ein netter typ ![]()
Also das mit den Frisuren ist ja gerade wieder aktuell aber dazu nehme ich hier mal keine Stellung.
Ich will auf die Diversität in Spiel und Serie / Film zu sprechen kommen. Ich hab Horizon FW wieder angefangen und da ist es mir wie bei the Witcher (Serie) wieder aufgefallen. Die unglaublich ungeschickte Implementierung von Diversität bzw. nicht einfach ungeschickt sondern schlicht unglaubwürdig und unrealistisch.
Genauer geht es um Plainsong, ein keines Dorf mit einem Volk das aus allen möglichen Ethnien besteht. Denkt da mal zwei Minuten darüber nach. Ich mein warum? Das macht einfach null Sinn und in manchen Settings stört mich dann einfach das die Menschen offenbar ihre Fortpflanzungspartner nach Ethnie aussuchen.
tja, wo soll das hinführen…
zum gehen braucht man einen rechten und einen linken fuß. nur wenn man die balance hält, wird man fortschritte machen.
Die Hufeisentheorie wird mit solchen Dingen bestätigt.
Ich denke eher, dass sich vor allem Deppen gern zu extremen Meinungen hinreißen lassen.
Bedenklich finde ich, dass hier vor allem Personen entscheiden, die selbst gar nicht betroffen sind. Haben sich eigentlich betroffene Ethnien bereits zur Thematik geäußert?