Gender - Gleichberechtigung und Co

So, jetzt mach ich mal ein eigenes Topic für Gender / Gleichberechtigung auf, damit wir alles passende hier direkt reinpacken können und fang auch gleich mal an.

Zuerst lesen, dann motzen. :wink:

Mehr Bäume, kleine Brunnen, mehr saubere öffentliche Toiletten und weniger Beton kämen allen Geschlechtern zugute. :point_up_2:

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:wink:

Meine Bachelorarbeiten in Philosophie hab ich im generischen Feminum geschrieben.

Um dies wurde ich von meiner ersten Betreuerin gebeten, da sie die Kritik zum * sehr gut nachvollziehen kann, weil es eben anders als das Thun kein Buchstabe ist, der vorhanden ist oder eben nicht, sondern ein Zeichen, der sehr wohl den Lesefluss stört.

Und nachdem ich mich ein paar Seiten daran gewöhnt hatte, ist das auch leicht von der Hand gegangen. Umgewöhnen muss man sich halt.

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Ich habe bisher die Variante mit dem Stern versucht. Durch den Blog vom Armin Wolf werde ich nun auch einmal die Doppelpunkte versuchen. Ansonsten bleibt noch die das Binnen-I sowie männlich und weiblich ausschreiben, wobei hier wiederum das dritte Geschlecht wegfällt.

Beim dritten Geschlecht bin ich aber sowieso im Zwiespalt, ob es gut ist außerhalb von Formularen und Infotexten (z.B. Broschüren) auf diese Rücksicht zu nehmen eben wegen den Sonderzeichen.

Ich verwende das Gendersternchen und spreche mittlerweile auch so. Allerdings noch gar nicht so lange. Mir ist das erst vor ca. 2 Jahren bei einem Museumsbesuch aufgefallen, dass die Vermittlerin es schafft, die Auslassung auch auszusprechen. Das fand ich cool, hab ich langsam in meinen Sprachgebrauch übernommen und mittlerweile fällt mir diese Veränderung in der gesprochenen Sprache in meiner Bubble auch immer öfter auf.

Binnen-I reicht mir nicht mehr, obwohl ich das sicher 10 Jahre lang genutzt habe. Aber das ist auch bei mir in der Arbeit (Gap) oder Uni (Sternchen) nicht mehr aktuell. Lässt halt zu viel weg.

Gender-Gap oder -Doppelpunkt find ich persönlich leider im Schriftbild so störend. Da sträubt sich die Designerin in mir noch. Aber ich habe gelesen, dass der Gender-Doppelpunkt anscheinend für Sehbehinderte und Blinde (zumindest auf Instagram) besser ist, weil er von deren Hilfsprogrammen gelesen werden kann, im Gegensatz zu anderen Formen. Ich hoffe grad ganz stark darauf, dass sich da vielleicht die technischen Möglichkeiten noch verbessern und ich bei meinem Sternchen bleiben kann. :see_no_evil: :grimacing:

Aber eigentlich hab ich grad in dieses Topic geschaut, weil ich eine Podcastfolge gefunden habe, die sehr kompakt ganz viel gute Infos enthält. Leider ist der Sound der Interviewten nicht so gut. Aber ich habs auch trotzdem geschafft. :wink: Und lustigerweise ist es die im Wolf-Artikel erwähnte Laura Wiesböck, die da eingeladen wurde. :smiley:
Hier Folge 11:

Ist natürlich ein konservatives Medium und ich hab den Fall nicht gegen gecheckt. Unterm Strich bleibt aber die medikamententöse, irreversible Behandlung von Minderjährigen und die lehne ich in jedem Fall ab. Genau so wie ich jeden, medizinisch nicht notwendigen Eingriff bei Minderjährigen ablehne. Meine Tochter hat daher keine Ohrlöcher gestochen bekommen. Das muss sie schon selbst wollen, da es nicht bleibendes ist darf sie aber auch U14 wenn sie will.

  1. Nicht nur konservativ, sondern der Artikel treibt die Leser auf „Nur die eine Wahrheit“ hin mit etlichen Schlagworten (Ideologie, schutzbedürftige Kinder, etc.)

  2. Bezüglich des Vaters wird nie erwähnt, ob der auch nur einmal seiner „Tochter“ zugehört hat. Noch schlimmer, er gesteht ihr mit 14 Jahren nicht einmal zu ein eigene Meinung zu haben, da ständig erwähnt wir er müsse sie (und viele andere) beschützen.

  3. Ich halte es aber auch für bedenklich unter 14 Jährigen solche Blocker zu verabreichen. Mehr kann ich dazu aber nicht sagen, da ich zu wenig Ahnung davon habe.

im standard zum gendern in der schrift heute auch ein artikel…
dass das binnen-i, welches ich ständig nutze, mittlerweile sooo „out“ ist, wusst ich nicht. dann werde ich halt auch aufs sternchen umschwenken…
die sache mit dem „aussprechen“ des sternchens, die @Ella erwähnt, find ich spannend!

edit: link ergänzt:

Schreib doch einfach, wie es DIR gefällt.

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Die Abwesenheit der Stimme der Jugendlichen hat mich auch gestört.

Dem aufmerksamen Leser*in fällt sowas natürlich auf, nicht nur in konservativen Medien. :wink:

naja, wenns nachvollziehbar begründet ist, dann lass ich auch gerne von alten gewohnheiten ab.

Es geht darum, dass Du schreibst und redest, wie es Dir taugt und ned wie es andere machen oder Medien oder wer auch immer, nur weil es jetzt der Trend ist und dann der usw.

Ich selbst werde im Privaten nie gendern. Und auch nicht die verhunzte neue deutsche Rechtschreibung verwenden.

Bei dienstlichen Texten schreibe ich das jeweils aus und im dienstlichen Sprech spreche ich es jeweils aus, aber sicher nicht mit einer Pause im Wort, weil das für mich einfach bescheuert klingt.

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So hab ich auch gedacht, nur ist die Sprache einfach ein Mächtiges Werkzeug. Und genauso wie ich es gut finde das Frauen inzwischen wählen dürfen, finde ich es auch richtig das ihnen in unserer Sprache ein entsprechender gleichberechtigter Platz gegeben wird. Da muss sich niemand bedroht fühlen.

Geh bitte, da brauchst keine Medien, einfach das Hirn einschalten, siehe oben.

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Privat: Nein, sicher nicht. Machen auch meine Kolleginnen nicht im Privaten. Mit sowas ruiniert man einfach die normale Kommunikation in zB einer Kaffeepause oder wenn man mal spazieren geht. Das hat mit bedroht nichts zu tun, einfach um Verkomplizierung der normalen, umgangssprachlichen Kommunikation. Bei uns im Büro wird sehr auf Gleichberechtigung geachtet, aber KEINER spricht so beim Brutzeln im Sozialraum oder einer kurzen Pause im Hof.
Und von einer besseren Entlohnung hätten Frauen auch mehr als von einem angestrengtemn Gebrabbel oder einem holprigen Text einer eh schon weinerlichen-jaulenden Hymne.

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Umgangssprachlich ist doch auch so einiges anders. Sofern es sich zb um eine Ärztin handelt nennt man da natürlich die weibliche Form.

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So ist es, ich sag Arzt oder Ärztin, je nachdem zu wem ich gehe.
Man muss nicht jeden Furz auf die Goldwaage legen.
Ich red frei Schnauze und stell mich nicht mit einem Leitfaden zur Kaffeemaschine.

Zitat aus dem Standardartikel:
„Noch radikaler wäre aber die von Hornscheidt erst vor kurzem erfundene Endung -ens, abgeleitet vom Mittelteil von Mensch. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele verschiedene Genderidentitäten zu benennen, sondern in Situationen, in denen Geschlecht keine Rolle spielt, den „Menschen als Menschen“ anzusprechen. In Gesetzestexten etwa könnte „Bürgens“ den Bürger und die Bürgerin ersetzen. Dass das mehr noch als Sternchen und Co mit Gewohntem bricht, findet Hornscheidt nötig. „Herkömmliche Sprache zementiert ein Geschlechtersystem. Wenn wir aus dem aussteigen wollen, bedarf es auch sprachlich größerer Änderungen.““

Das sind Typen, die in einer absurden Blase leben.

Mach ma gleich Dings, klingt doch lustiger. :poop:

"etymologischer Funfact Nr1
Manchmal wird auch gerne das Wort „frau“ verwendet wenn man gezielt weibliche Personen ansprechen möchte oder als generisches Femininum.

„Frau“ stammt vom halthochdeutschen „frouwa“ was so viel wie „Herrin“ bedeutet.

Wer also „frau“ statt „man“ verwendet, nutzt ironischerweise eine Bezeichnung die sich aus dem männlichen Geschlecht herleitet, anstatt die neutrale Form zu verwenden."

Also wenn man alles neue ablehnt, dann wäre ich dafür das man gleich nur mehr Mittelhochdeutsch spricht.

https://www.univie.ac.at/Germanistik/schrodt/vorlesung/mhdtexte.htm

Man sollte sich halt daran gewöhnen, dass sich Dinge ändern. Vielleicht kommt irgendwann einmal die Endung „ens“ in unseren Sprachgebrauch, vielleicht auch nicht. :man_shrugging:

Weiters wird man nicht gezwungen selbst die neue Gender-Form zu verwenden. Gerade beim normalen Sprechen schaut einem niemand schief an, wenn man nicht die neue Genderform verwendet. Und selbst wenn man die Mehrzahl „Ärzte“ verwendet, ist niemand böse. Das ist ein Mythos den die Leute verbreiten die gegen die neue Form sind.

In schriftlicher Form ist Gendern (ausschreiben männlicher und weiblicher Form) schon seit Jahren in Firmen / Vereinen vertreten. Privat schreibt man ja nichts diesbezüglich was nicht nur ein Gespräch ist.

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