3. James Bond Filmrunde – Goldfinger

Geht zwar offiziell erst am Freitag weiter, aber da offensichtlich schon Redebadarf besteht, gibts hier jetzt schon das Topic zur 3. James Bond Filmrunde. :slight_smile:
Allgemeine Infos und Zeitplan finden sich im Überblickstopic dazu.

Wir schauen
„Goldfinger“

Zeitraum
20.2.-6.3.

Man kann aber danach auch noch kommentieren. :wink:

Film: Goldfinger
Erschienen: 1964
Bond Darsteller: Sean Connery
Regie: Guy Hamilton
Romanvorlage: „Goldfinger“, 1959, 7. James Bond Roman von Ian Fleming

Viel Spaß!

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@Ifrit
Goldfinger ist in Sachen Männerfantasie der 60iger heftiger als seine beiden Vorgänger. Ich habe also erwartet, dass er wie Liebesgrüße aus Moskau ist, Goldständer, äh ich meine Goldfinger ist aber noch mehr Austin Powers.
sad walking dead GIF
Pussy Galore Ifrit, Pussy Galore! :joy:

Ich hab aber sehr viel Spaß mit den Filmen bisher. Ich finde nur heftig, dass ich die nicht so „extrem“ in Erinnerung hab. Es ist geradezu lächerlich wie alle Frauen wegschmelzen wenn sie Bond ansieht. Weiß man eigentlich ob und wenn ja wie die geschnitten waren in den TV Ausstrahlungen?

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Das die Frauen alle bei Bond schwach werde ist aber auch nix neues, das hast ja sogar heute noch ^^
Eigentlich sogar noch schlimmer. Selbst eine emanzipierte Frau wie Vesper die ihn zuerst verabscheut, wird schwach und erliegt seinem Scharm.

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Immer diese Widerrede, ich habe es einfach nicht so extrem in Erinnerung. Ich spare mir mal die bildlichen Beschreibungen die mir da einfallen.

Eigentlich sogar noch schlimmer. Selbst eine emanzipierte Frau wie Vesper die ihn zuerst verabscheut, wird schwach und erliegt seinem Scharm.

Ich hab ab Brosnan keinen Bond Film mehr (ganz) gesehen. Um so mehr freu ich mich und hoffe ich werde der Doppelnull nicht überdrüssig bevor wir dort ankommen.

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Allen die an Goldfinder (als Film aber vor allem auch als Buch) ihren Spaß haben empfehle ich umbedingt Trigger Mortis von Anthony Horowitz zu lesen, toll gemachte Fortsetzung sie vor allem Material von Ian Fleming verwentet das eigentlich für den Piloten zu einer damals geplannten aber nie verwirklichten James Bond TV Serie bestimmt war.

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Neu ist es, in Anbetracht des Erscheinungsjahres, sowieso nicht.

Dennoch möchte ich festhalten: wie Bond zu Beginn des Films in das Hotelzimmer reinschleicht und eigentlich gleich ausn Stand die Komplizin vernaschen möchte mit schleimigen Einzeilern - da ist wenig bis gar kein Unterschied mehr zu Dialogen und „Handlungen“ in Pornofilmen.

Meines Erachtens war hier Dr No noch deutlich zurückhaltender.

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Tell GIF by Grease Live

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Natürlich ist auch das Jahr der Entstehung von Goldfinger (1964) zu berücksichtigen, in dem offenbar fast alle männlichen Helden, Testosteron strotzende Frauen Flachleger-, oder zumindest häufig Hahn im Korb waren. :wink:

Für das Kino-Publikum war ein gut aussehender Top-Spion wie James Bond ein Held und Frauenschwarm, während das Frauenbild in dieser Zeit noch sehr anders war als heute.

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Ich kenne alle James-Bond-Filme, bin ein kennender Fan und sehe sie mir regelmäßig immer wieder an. :hugs:

Natürlich darf man diese Spionagefilme nicht ernst nehmen, sie dienen rein der Unterhaltung, und auch die Zeit-Epochen der Entstehung spielen eine Rolle. :wink:

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Auch spannend ist in dem Zusammenhang des Anfangs des Films, dass das wohl ein Luxushotel sein soll aber aus der Sicht von 2026 sieht das mehr wie eine bescheidene All Inclusive Bettenburg an einer Mittelmeerküste aus.

Was sich mir schon von vor 25-30 Jahren einbrannte war die Aussage, dass bei der Ganzkörper Bemalung normalerweise ein Streifen am Rücken frei bleiben müsse damit die Haut atmen könne. Aber genau das hat dieser Schuft beide der vergoldeten Komplizin nicht gemacht und sie so getötet. Das ist doch Unsinn, oder?

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Ja, mit „Haut-Ersticken“ durch Goldfarbe, wie es in der Szene erklärt wird, kann man Menschen in der Realität nicht töten. Der Körper nimmt Sauerstoff nicht über die Haut in relevantem Ausmaß auf; wir atmen über Lunge, Mund und Nase. Die Idee, man müsse „eine kleine Stelle frei lassen, damit die Haut atmen kann“, ist ein Filmmythos – sogar am Set wurde das damals aus Vorsicht geglaubt, obwohl es physiologisch nicht nötig ist.

Was allerdings stimmt: Eine komplette Ganzkörper-Beschichtung (egal ob Gold, Latex, Lack, dicke Bodypaint-Schichten) kann gefährlich werden – nur aus ganz anderen Gründen als „Suffokation“:

Wärmeregulation kippt: Wenn Wärmeabgabe und Verdunstung (Schweiß) behindert werden, kann der Körper überhitzen – bis hin zu Hitzschlag, vor allem in warmen Räumen, unter starken Lampen oder bei Anstrengung.

Chemie/Allergien: Je nach Produkt können Lösungsmittel oder Inhaltsstoffe Haut und Atemwege reizen oder (bei falscher Anwendung) toxisch wirken – das ist der realistischere „Gefahrenkanal“ als irgendein „Hautatmungs“-Thema.

Also ersetze einfach „ersticken“ durch vergiften und schon klappt es.

Ich finde den Flug über Miami Beach am Anfang des Films extrem spektakulär vor allem ist die Bildqualität irgendwie ein Wahnsinn.

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ist das eine chatgpt-antwort? :x

der letzte satz nicht :stuck_out_tongue_winking_eye:

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stimmt. wie zitrone übern schnitzel auspressen, weil man braucht ja die vitamine. :stuck_out_tongue:

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time travel animation GIF by Disney Pixar

wie es sich gehört :slight_smile: ein richtiger feinschmecker der herr :smiley:

Ein Film der eh ok ist.

Gerd Fröbe fand ich immer noch beeindruckend, aber bei weitem nicht mehr so sehr, wie in meiner Jugend beim ersten Mal schauen. Lag halt auch daran, dass ich zwischenzeitig „Es geschah am helllichten Tag“ gesehen habe und das einfach DER Fröbe Film schlechthin ist.

Ein bisschen so, wie beim Waltz später, wo man schon sagen kann, dass sein Blofeld eine solide Leistung ist, aber gegen seinen Roy Black… nein seinen Hans Landa abstinkt.

Ansonsten ein Bond halt. Ich hab sie irgendwie in meinem Leben alle ein- oder zweimal gesehen und die allerwenigsten sind mir in Erinnerung geblieben. Der hier schon, weil die Setpieces doch deutlich besser sind. Gerade wenn sie in der Schweiz sind.

Ach ja, dass die gute Dame wirklich Pussy Galore heißt, habe ich komplett vergessen… nein verdrängt…

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Extra noch mal angesehen und ja schöne Bilder, auch das beim Anflug an den Pool der Turmspringer ins Wasser springt und dann der Cut zur Glasscheibe durch die man in den Pool sehen kann.

@Gert Fröbe
Er wird Eingangs ein Engländer genannt, im Film kommt aber doch immer wieder ein Deutscher Akzent durch. Das muss doch für native Speeker noch viel deutlich sein. Wird das erklärt und ich habs verpasst?

@Holzauge
Ja auch im Roman schon und dort ist sie wegen des Missbrauchs/Vergewaltigung des Onkels(?) lesbisch (keine Ahnung warum Fleming das herleiten musste, war in den 50igern vielleicht so?), insofern noch „schräger“, dass sie Bond verfällt. Aber ernsthaft, bei Austin Powers hab ich über Alotta Fagina gelacht und dann wacht die Doppel Null im Flieger auf und fragt: Who are you? Sie: Pussy Galore :rofl:

@Ella Ich verspreche mit dem nächsten Film zu warten bzw. mir dinge dich ich dazu sagen will aufzuschreiben um die Aktion hier nicht weiter zu sabotieren.

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Spannend wie manche hier an dieses Meisterwerk herangehen :slight_smile:
Hab schon etwas Angst, wenn wir durch die dunkle Roger Moore Ära gehen müssen.

Zum Thema:

Schon in der Pre-Title-Sequenz von „Goldfinger“ steckt gefühlt mehr Einfallsreichtum als in manchem kompletten Film. Bond erledigt eine Mission, gönnt sich zwischendurch sogar eine Zigarette, es kracht ordentlich, ein kurzer Damenbesuch geht sich auch noch aus – und obendrauf wehrt er nebenbei einen Ganoven ab. Das sind nicht einfach „die ersten Minuten“, das ist ein in sich geschlossenes Mini-Bond-Abenteuer, inklusive zwei ikonischer Bilder: der Anzug, der unter der Tauchermontur zum Vorschein kommt, und dieses herrlich absurde Spiegelei im Auge der Dame, die Bond aufsucht. Und wir sind da gerade mal bei den ersten fünf Minuten.

Mindestens genauso stark ist dann die legendäre Titelsequenz selbst: ein goldener Frauenkörper, über den die Credits laufen und dazu gleich der Titelsong, der nicht nur „gut“, sondern ein zeitloser Klassiker ist. Shirley Bassey liefert das Ding mit Tempo, Biss und einer Wucht ab, die einfach sitzt. Und ja: Der Erfolg der Filmmusik hat damals sogar die Beatles in den Charts in die Schranken gewiesen. John Barrys Score ist ohnehin makellos und im Film praktisch omnipräsent, ohne je zu nerven.

Bond-Film Nr. 3 setzt dann von Beginn der Haupthandlung an auf Duell. Selten trifft Bond so früh auf den Hauptwidersacher wie hier und dieses erste direkte Kräftemessen ist sofort auf Kante genäht. Wie Bond Goldfinger „bestraft“ und wie seine Sekretärin dafür büßen muss, gehört für mich zu den Szenen, die man einmal sieht und nie wieder vergisst.

Und dann die Ausrüstung: Hier wird alles potenziert. Statt eines Köfferchens gibt’s gleich einen vollgestopften Aston Martin mit Extras: das Bond-Auto schlechthin. Allein wenn man bedenkt, dass diese Legende Jahrzehnte später sogar in „Casino Royale“ wieder auftaucht. Während die Bond/Q-Momente in den ersten Filmen noch eher knapp gehalten waren, wird in „Goldfinger“ auch der Ton für die beiden definiert, der der Reihe lange erhalten bleibt: Bond nimmt Qs Arbeit gern als Selbstverständlichkeit und kassiert dafür zuverlässig eine trockene, verbale Ohrfeige.

Eine der stärksten Duell-Szenen überhaupt ist für mich das Golfspiel zwischen Bond und Goldfinger. Dieses Abtasten, dieses gegenseitige Vermessen, genial geschrieben und gespielt. Und Goldfingers Warnung, sobald er merkt, dass Bond wirklich gefährlich werden kann, ist herrlich deutlich. Stichwort: Oddjobs Melone.

Pfiffig ist auch, dass der Film gleich zwei Frauen präsentiert, die gegen Bonds Charme erstmal immun sind: Tilly und Pussy. Letztere lernen wir in einer wunderbar geschriebenen Szene kennen, in der Bond sich aus der tödlichen Bedrohung durch Goldfingers Laser regelrecht herausredet. (Dass das bei Pussy nicht für den ganzen Film so bleibt, geschenkt.) Und allein der Name Pussy Galore ist so absurd wie grandios, gleichzeitig ein perfektes Beispiel dafür, wie sexistisch Fleming bisweilen sein konnte. Ausgerechnet dieser Name hätte „Goldfinger“ in den USA beinahe eine Freigabe nur für Erwachsene eingebracht.

Dazu kommen wieder erstklassige Kulissen: Goldfingers Laserraum, sein Billardzimmer, später Fort Knox, das hat alles Stil, Größe und diesen ganz eigenen 60s-Bond-Glanz.

Auch das Finale funktioniert richtig gut. Klar, es gibt kleine Schwachpunkte: Der Zeitzähler der Bombe verhält sich zwischen Film- und „Echtzeit“ ziemlich flexibel, und manche Modellaufnahmen (z. B. von Goldfingers Jet) sind deutlich als solche erkennbar. Aber ganz ehrlich: Das sind Kleinigkeiten, die man in einem Film dieser Klasse locker übersieht. „Goldfinger“ ist für mich bis heute einer der bis ins Detail am perfektesten gemachten Bond-Filme überhaupt.

Danke an @Ella tolle Aktion!

Sehr cooles Interview:

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Ich freue mich riesig :grin:

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so, fertiggesehen.

eins vorweg: dr no bleibt in der jetzigen 007-schau meine #1. goldfinger ist auf jeden fall wieder ‚anders‘ als #1 und #2, aber ob besser als #2 … ich glaube nicht.

@Spid3r hat einige sachen schon ganz richtig gesagt: die titelsequenz, va mit dem ersten gesungenen lied ist ikonisch. ebenso der weiße anzug unter dem taucher-outfit.

was ich interessant finde: in dieser anfangs-mission, die bond zu ende bringt, hat er alles im griff: das hintauchen zu den silos, eindringen in die anlage, sprengstoff anbringen und wieder rechtzeitig im club sein um sich eine zigarette anzuzünden. – das wird sich in der haupthandlung des films nicht wiederholen. bond wird durch die handlung stolpern und eigentlich nur dann stark, wenn es um leben oder tod geht (kampf gegen den handlanger in ford knox, und gegen goldfinger im flugzeug).

eines ist mir nämlich aufgefallen: er bekommt zu beginn sein auto mit all den gadgets … aber die flucht misslingt. er sagt der schwester, sie soll laufen - sie wird tötlich verletzt. er will mit dem auto flüchten … und baut sich in eine mauer ein. er flieht aus dem gefängnis und wird wieder gefangen. er schiebt dem einen schurken den sender in die sakkotasche, aber der wird verschrottet.

und ich sags mal wie es sich für mich angefühlt hat: pussy galore auf den boden drücken und sie zum küssen zu zwingen, während sie sich wehrt, hat schon etwas von sexueller nötigung in der heutigen zeit. von all den szenen in den ersten drei filmen, wo wir gesagt haben, „die sind schlecht gealtert“, ist diese für mich ganz oben auf der liste. aber natürlich ist es in der welt des filmes der schlüssel moment. weil bond, der bis jetzt nicht viel zu stande gebracht hat, kann somit die hübsche galore für die ‚gute seite‘ gewinnen. dass dann in weiterer folge kein tötliches giftgas versprüht wurde und die amis ihm zur hilfe kommen konnten, war also auch nicht sein verdienst.

unterm strich ist es leider sehr schade zu beobachten, wie aus dem geschickt agierenden spion, der auch ein schürzenjäger ist (in dr no), ein schürzenjäger mit spionausweis geworden ist, bei dem scheinbar der fahrstuhl nicht ganz nach oben fährt.

zum setting: ich habe istanbul als nicht ganz so charmant wie jamaika in dr no befunden. das ‚middle of nowhere‘ setting in den usa ist aber insgesamt noch farbloser. der kurze abstecher in die berge im ersten drittel ist eine nette abwechslung, aber eben nur von kurzer dauer.

zum bösewicht: goldfinger ist bodenständiger und glaubwürdiger als die spectre mit ihrem pr0-g4m3r-schachzug-spezi. die idee mit der verseuchung der goldreserven mag sogar irgendwie sinn ergeben - zumindest für einen kinofilm.

dennoch, gibts von mir nur eine: 6/10

meine 007-rangliste:

  1. Dr. No … 8.5/10
  2. From Russia With Love … 6/10
  3. Goldfinger … 6/10
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