3. James Bond Filmrunde – Goldfinger

Ich hab den Film auch schon gesehen und fands sehr spannend, dass er sehr anders ist, als die beiden vorherigen Filme. :slight_smile:

Das Intro ist natürlich ein Highlight. :heart_on_fire: Endlich ein auf allen Ebenen ästhetisches Erlebnis. Nicht nur wegen des tollen Songs! Obwohl sie dieselbe Technik wie bei „Liebesgrüße aus Moskau“ verwendet haben – Projektion über Körper – funktioniert diese Variante besser. Einerseits wegen der einheitlichen Farbgebung (und Gold mit Schwarz passt eben auch gut zusammen). Und andererseits weil sich diesmal nicht der Körper bewegt, sondern die Projektion. Aus der kreativen Perspektive heraus sehr interessant.

Und den Film selbst habe ich als Komödie wahrgenommen. Wie wenn sie sich damit über Spionagefilme lustig machen würden! Und das, obwohl Bond bis zur ersten Flugzeugszene irgendwie deppressiv wirkt. Aber die Namen (Goldfinger, Mr. Solo, Oddjob, Pussy Galore - den Namen von letzteren kommentiert Bond selbt ja sogar im Film) wirken alle wie Arbeitstitel für Charaktere. Die Möwe (!) die Bond am Anfang am Kopf hat! :rofl: :rofl: :rofl: Moneypenny, die den Hut gekonnt wirft. Die Verschrottungsszene. Die Szene, in der selbst Bond über die Funktion des Beifahrersitzes als Scherz redet, und damit genau meine Gedanken ausgesprochen hat. :face_with_hand_over_mouth:

Auch der Hut vom (natürlich recht rassistisch dargestellten) Handlanger. Die Szene mit der Wache - sowohl die mit einem Wächter, aber vor allem dann auch die mit der Verstärkung! :rofl: :rofl: Aber vor allem das Ende von Goldfinger! Ahahaha! Wie in einem Cartoon! :joy:
Also für mich einfach ein Film, der sich nicht ernst nimmt.

James Bond selbst fand ich auch sehr anders zu den Vorgängerfilmen. Wie gesagt, am Anfang wirkte er auf mich fast depressiv. Bis zur ersten Flugzeugszene. Da gewinnt er etwas von seinem Charme zurück, den er aber leider generell sehr zurückschraubt. Was absurd ist, weil er ab jetzt ein Frauenmagnet sein soll (nach 15 Minuten Laufzeit hatte er schon was mit 3 Frauen), aber ich fand ihn hier um einiges unattraktiver als in den vorigen beiden Filmen. Vor allem weil er nicht mehr so charmant und lebensfroh wirkt. Er lächelt weniger. Aber auch weil er älter wirkt – weniger Haare, höhere Stirn, auch die Augenbrauen sind anders, und hellere Haare hat er auch plötzlich. Er trägt auch fast nur Anzüge (bis auf den Frottee-Onesie :laughing:). Der graue Dreiteiler ist zwar sehr fesch, aber davor war er auch öfter legerer unterwegs.

Ja, die Szene mit Pussy Galore im Stroh ist aus heutiger Sicht ganz schrecklich und nährt diese Vorstellung davon, dass man ein Nein nur lange genug ignorieren und Frauen zu sexuellen Dingen zwingen muss, weil sie dadurch dann merken, wie toll es ist. :nauseated_face: Schade. Eine echte Eroberung durch Charme hätte mir nämlich gefallen. Besonders weil Pussy eine echt coole Figur ist, bis zu dieser Szene. :star_struck: Bestes Bond Girl für mich bisher.
Auch die von @anotheractionhero erwähnte Man-Talk-Szene ist unangenehm. :grimacing:
Was ich aber cool finde: Die Galore Schauspielerin ist älter als Connery! Und es kommt in den ersten drei Filmen öfter vor, dass die Darstellerinnen von Bonds Eroberungen älter sind als er. Bis heute ist es ja leider oft so, dass bei Filmpaaren die Schauspielerinnen um eiiiniges jünger sind als ihre männlichen Filmpartner. Also aus feministischer Sicht zumindest eine gute Sache an den bisherigen Bond Filmen.

Zwei farbliche Sachen, die mir noch aufgefallen sind:
Bis auf die eine Verräterin, sind alle Frauen in diesem Film blond. Und der Bösewicht auch. Und Bond haben sie auch blonder gemacht. :face_with_raised_eyebrow:
Und die Kleidung der Handlanger hat dieselbe Farbe wie die Minions! :joy: Ich frage mich, ob das beim Design der letzteren Absicht war.

Despicable Me Lol GIF

Explodierte Vehikel Counter: III

Meine bisherige Reihung der Filme:

  1. Dr No
  2. Goldfinger
  3. From Russia With Love
3 „Gefällt mir“

Für mich ist Goldfinger einer der besten Bonds aller Zeiten, ich mag einfach das Setting, die Story und der Bösewicht ist mit Gerd Fröbe ideal besetzt. :hugs:

Natürlich darf man nicht vergessen, dass Goldfinger ein Kind seiner Zeit ist, in den 1960er Jahren war das Frauenbild noch ganz anders als heute, aber die Gesellschaft hat sich GsD weiter entwickelt. :slightly_smiling_face:

ich hab übrigens gemini gerade gefragt, ob es damals vlt einen aufschrei gegeben hat, weil der bösewicht ein deutscher schauspieler war und in einer szene menschen in einem geschlossenen raum vergast wurden (mitte der 60er jahre war der 2.wk ja noch nicht so lange her).

lt gemini war das damals kein problem, aber:

Gemini hat gesagt

Um deine Frage aber direkt zu beantworten: Nein, wegen dieser spezifischen Szene in Kombination mit seiner Herkunft gab es damals keinen öffentlichen Aufschrei.

Die Sensibilität für solche filmischen Bilder und historischen Parallelen war 1964 in der breiten Öffentlichkeit schlichtweg eine andere als heute. Die Szene wurde vom damaligen Publikum primär als das wahrgenommen, was sie im Drehbuch war: eine perfide, James-Bond-typische Methode des Schurken, seine kriminellen Mitwisser skrupellos aus dem Weg zu räumen.

Einen riesigen Skandal rund um den deutschen Schauspieler Gert Fröbe und Goldfinger gab es damals trotzdem – allerdings aus einem realen, nicht-fiktiven Grund:

Kurz nach dem Start des Films, im Jahr 1965, wurde durch ein Interview publik, dass Gert Fröbe in seiner Jugend (von 1929 bis 1937) Mitglied der NSDAP gewesen war.

  • Das Israel-Verbot: Diese Enthüllung schlug hohe Wellen. Der Staat Israel zog sofort Konsequenzen und verbot Goldfinger sowie alle anderen Filme mit Fröbe. Der Film wurde dort komplett aus den Kinos verbannt.

  • Die unerwartete Wendung: Das Verbot hielt jedoch nur wenige Monate an. Ein jüdischer Überlebender namens Mario Blumenau meldete sich bei der israelischen Botschaft in Wien und bezeugte, dass Gert Fröbe ihn und seine Mutter während der NS-Zeit vor der Gestapo versteckt und versorgt hatte. Fröbe hatte unter Einsatz seines eigenen Lebens ihres gerettet.

  • Die Rehabilitation: Nach dieser Bekanntmachung wurde das Verbot in Israel umgehend aufgehoben und Fröbe rehabilitiert.

Der Aufschrei drehte sich also komplett um die reale politische Vergangenheit des Schauspielers und nicht um das makabere Zusammentreffen von Drehbuch und deutscher Geschichte in dieser einen Szene.

hab auch eine nicht-ki-quelle gefunden: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/wolfratshausen/gert-froebe-james-bond-nazi-israel-icking-1.3873737

3 „Gefällt mir“

@Ella sind wir schon bereit für bond #4?

2 „Gefällt mir“

@Ella, wenn du möchtest, schaue ich mir den 4. Bond heute noch an, kann aber gerne auf die anderen User warten, wäre auch kein Problem. :grinning: