Kinder & Videospiele: Wie viel Zeit ist zumutbar?


#1

Hallo alle zusammen!

Wahrscheinlich sind einige Väter/Mütter mit Kindern hier, daher werfe ich mal eine Frage in den Raum.

Wie lange lasst ihr eure Kinder an die Konsole? Was haltet ihr für angemessen?

Wenn Besuch hier ist, werden immer skeptische Blicke ausgetauscht, dass mein Fünfjähriger sich so gut mit der Switch oder der Playstation auskennt. Manche Spiele hat er sogar besser drauf, als ein Erwachsener.
Ich kenne den “Oh - Rabenmutter - Gefahr” Blick nun beinahe in- und auswendig, da viele Eltern, die ich kenne, ihre Kinder nicht einmal an den TV lassen.

Was haltet ihr davon?


#2

Ich denke verbieten macht es nur interessant, aber ich würde ihn nur in einem bestimmten Zeitrahmen spielen lassen. Hab das bei meinen Kids immer so gehalten. Alters entsprechend ein Zeitlimit erstellt und sie durften immer nur eines Konsole oder Fernsehen . Im alter von fünf kann man sie ja auch noch leichter für andere sachen motivieren. :blush:


#3

Nun, hab zwar selbst noch keine Kinder, aber ich denke, solange nicht alles andere unwichtig ode nebensächlich wird, ist das halb so schlimm. Bei mir wars in dem Alter der orig. GB den ich mit 6 erhielt. Da hieß es auch immer, solange die schulischen Leistungen nicht darunter leiden, darf ich zocken.

Gab da erst diese Woche einen Artikel in der Zeitung, da Videospielsucht nun off. eine Krankheit ist. Da stand auch, solange das Zocken nicht das ein und alles wird, Freunde uninteressant werden, neg. Folgen akzeptiert werden, nur damit man weiter zocken kann, ist alles gut.

Nebenbei, willkommen in der Community! :slight_smile:


#4

Herzlich Willkommen in der Community und dann gleich mit einen solch interessanten Thema. :+1:

Bin selbst Vater eines 4 jährigen Sohnes und ein zweites Kind ist gerade auf den Weg. :blush:

Obwohl ich viel videospiele halten wir das eigentlich sehr streng was die Zeit vor den Fernseher angeht. Aber nicht weil wir so strenge Eltern sind sondern weil unser Sohn kein Ende kennen würde und wenn es dann heißt das jetzt gleich Schluss ist eine Frust- und Heulphase losgeht die sich gewaschen hat. So ist er eigentlich selbst Schuld das nur in Ausnahmefällen der Fernseher überhaupt eingeschalten wird solange er noch wach ist. :laughing: Wenn er aber dann mal seine Lieblingsserien ansehen darf ist die Freude riesig. :grin:
Wenn Besuch da ist, spielt er entweder alleine oder wird sowieso von allen eingebunden.

Was andere Elektronik Devices angeht bin ich erstaunt wie schnell Kinder nur aus der Beobachtung draufkommen wie ein Tablet oder Handy benutzt wird. Bis auf Fotos werden da aber auch keine anderen Dinge angesehen.

Aber jetzt einen gewissen Blick aufzulegen nur weil ein Kind mal Videospiele spielt oder fernsieht würde ich nicht, solange sich das ganze in Grenzen hält und die gesehenen/gespielten Dinge altersgerecht sind.
Leider kenne ich auch ein negativ Beispiel, wo das Kind schon als Baby vor dem Fernseher gesetzt wurde und jetzt mit bald 8 Jahren noch immer massive Sprachschwierigkeiten hat.

Wie überall im Leben kommt es ganz aufs Maß und Ziel an.


#5

Diese Sorte von Diskussionen reizt mich. Dazu würde ich auch gerne etwas Persönliches sagen.

Als Kind hatte ich zwecks relativ abgeschiedener Lage und seltsamer Interessen nur wenig Gelegenheiten, mit Freunden gemeinsam zu spielen, also traditionell. Stattdessen habe ich schon früh einen GameBoy Color geschenkt bekommen und habe hiermit etliche Stunden täglich verbracht. Im Laufe der Jahre hieß es von diversen Leuten, die sich an meine Mutter richteten, immer wieder “Pass doch auf, dass dein Sohn nicht süchtig nach Videospielen wird.” und dergleichen. Tatsächlich habe ich mich mehrere Jahre lang intensiv mit Videospielen beschäftigt. Allerdings gab es mehr positive als negative Aspekte daran. Ich hatte einen tollen Zeitvertreib, meine Kreativität wurde gefördert, und so weiter. Dass ich meinen Mitschülern in Englisch weit voraus war, habe ich nur ausländischen Videospielen zu verdanken. Außerdem kann Zocken den Stress so schön vertreiben. Schlechte Noten habe ich nur selten kassiert.

Aufpassen müsste man, meiner Meinung nach, eher bei Smartphones und dem ganzen tragbaren Mist heutzutage. Etwas immer bei der Hand haben zu können, ist nicht nützlich, sondern gefährlich. Jemand in meinem Umfeld hat momentan mehr Probleme, von diversen Programmen wie WhatsApp wegzukommen, als ich von Videospielen, würde ich sagen. Es gibt auch Wochen, an denen ich gar nichts zocke, was dem Begriff Sucht nicht gerecht wird. Problematisch wird es nur, wenn, wie schon gesagt wurde, das Sozialleben vernachlässigt oder sich selbst massiv geschadet wird.

Nichtsdestotrotz halte ich nicht viel mehr als eine Stunde pro Tag für einen Fünfjährigen angemessen. Zum Ausgleich kann man ja etwas lesen oder mal Karten spielen. Es ist wichtig, dass die weniger reizintensiven Tätigkeiten nicht zum Erliegen kommen.

Generell geht nichts über Probieren, und bei gewissen neuen Situationen, zum Beispiel neues Gerät à la brandaktuelle Konsole oder neues Umfeld à la Eintritt in die Schule, muss definitiv das Gespräch gesucht werden. Wie überall gibt es hier negative und positive Beispiele, einen definitiv richtigen Weg gibt es ohnehin nicht.


#6

Danke für deine Antwort. :slight_smile:

Er ist ziemlich aufgeweckt und kann sich auch gut mit anderen Dingen beschäftigen. Aber das mit dem Englisch stimmt - da ist er anderen Kindern in seinem Alter schon weit voraus. Das ist immer wieder aufs Neue erstaunlich, wie schnell er das dank den Spielen lernt.
Ich kenne sehr viele Eltern, deren Kinder praktisch noch nie einen angeschalteten Fernseher gesehen haben. Da frage ich mich auch, ob das förderlich ist. Wir leben immerhin in einer Zeit, wo man eigentlich kaum der Technik aus dem Weg gehen kann. Wenn das Kind älter ist, erlebt es ja einen Kulturschock. :sweat_smile:

Ich bin auf jeden Fall erleichtert, wenn ich hier sehe, dass einige meine Meinung teilen.
Ich verurteile Eltern nicht, die anderer Meinung sind - aber dann sollte das umgekehrt der gleiche Fall sein.


#7

Ich finde es falsch Kinder, egal welchen Alters, von Fernsehen und Videospiele wirklich fern zu halten, sprich keinen Fernseher zu besitzen. Wenn die Kinder dann später selbstständig diese Dinge kennenlernen, haben sie massiven aufholbedarf was das Verständnis für das betrifft was sie sehen (Werbung, Nachrichten, Reizüberflutungen).

Man darf natürlich aber auch nicht sein Kind in frühen Jahren vorm Fernseher abladen und sagen “Beschäftige dich selber damit.”.

PS: Ich selbst habe noch keine Kinder, aber ich denke jedes Kind braucht diesbezüglich unterschiedlich mehr oder weniger Zuwendung bzw. Grenzen.


#8

Hallo NadineK :slight_smile:

Erstmals herzlich willkommen im Forum.

Vorab mal zu mir selbst bzw. meiner Kindheit:
Auch ich hatte mit cirka sechs Jahren den Ur-GameBoy zu Weihnachten geschenkt bekommen, soweit ich mich erinnern kann, ich glaub ich durfte auch so cirka 1h pro Tag spielen…natürlich gekoppelt an die schulische Leistung.
Ein oder zwei Jahre später bekamm ich dann die PlayStation (1) geschenkt, auch hier wurde ich mit meiner schulischen Leistung “gedrosselt”. (wobei ich aber dazu sagen muss, das diese nie sonderlich gut war :laughing: )
…Wenn ich mal nicht hören wollte, hat mein Papa, in meinen Augen sehr hart durchgegriffen, und einfach den FI-Hauptschalter in der Wohnung umgeschalten…somit Strom weg und damit auch Spielstand weg…weil ein Auto-Save gabs damals noch nicht und Speicherpunkte waren rar gesäät :sweat_smile:
…jetzt im Nachhinein finde ich jedoch das er absolut richtig gehandelt hat und bin ihm Dankbar dafür.

Fast Forward:
Mein Sohn ist jetzt 2 Jahre alt.
Er darf pro Tag maximal 1h vor dem TV sitzen, und seine Lieblings-DVD schauen (Petzi bzw. Heidi) zum Glück sind die Folgen darauf maximal zehn bzw. 20 Minuten lang und man kann relativ schnell abdrehen.
Gelegentlich mit Mama und Papa dürfens auch die Aristocats von WaltDisney sein, wobei die glaub ich a bissi länger dauern.

Smart-Devices sind so ein Thema…das Handy meiner Gattin kann er “entsperren” da sie sich gegen Pin / Passwort / Muster wehrt und er weiß auch wie man zB bei den Bildern weiter wischt.
Bei meinen Handys hat er keinen Spielraum dank Fingerprint :smiley:

Natürlich ist das nicht der tägliche Ablauf und wir versuchen das ganze möglichst einzudämmen. Meine Frau und ich drehen unsere Sachen auch erst am Abend auf wenn er schläft.
Meine Konsolen bzw. Controller (bzw. die Lade der Controller unterm TV) kennt er noch nicht :sweat_smile: und das ist auch gut so.

Er malt gerne, beschäftigt sich gerne mit Puzzles oder seinem Spielzeug (Holzeisenbahn / Duplo / etc.) auch selbst bzw. “kocht” gerne mit seinem Spielgeschirr.
Sprachlich und Motorisch ist er seinem alter Gerecht und hat von seiner Frühgeburt (2 Monate) alles aufgeholt.

…ich schweife ab :sweat_smile:

Wie meine Vorredner bereits geschrieben haben, kommt es immer aufs richtige Maß und Ziel und die richtige Mischung an.

…aber mal ehrlich…irgendwoher müssen die Gamer von morgen ja kommen :smile:


#9

Wieso sollte das Kind vom TV Sprachschwierigkeiten bekommen? Redet es eventuell jetzt schreckliches Hochdeutsch? :slight_smile: Es bekommt die Probleme eher wenn sich sonst keiner um das Kind kümmert (oder es generell ein sprachliches Problem hat). Aber ich nehme an, dass du das gemeint hast oder?

Zum Thema:
Wir hatten bei unserem ersten Sohn auch strikte Regeln was er sehen durfte und auch ab wann. Beim zweiten Sohn hat sich das dann schon etwas zugunsten des jüngeren verschoben, weil wir ihn ja nicht wegsperren können wenn der größere geschaut hat. Und beim dritten gabs sowieso fast keine Regeln mehr weil es unmöglich gewesen wäre sie einzuhalten. Ich muss dazu sagen, dass auch bei uns der TV nur läuft wenn vor dem Schlafen gehen etwas für die Kids gespielt wird (Wissen macht Aaaah, Checker-Tobi, Woozle Goozle usw., aber natürlich auch Cartoons) oder am Freitag auf dem Disney Channel ein Disney Klassiker läuft.

Beim Videospielen war es anfangs ähnlich mit strengen Regeln. Mittlerweile sind die Regeln aber lockerer da es keinerlei Anzeichen für eine Bevorzugung dieser Beschäftigung anderen Dingen gegenüber gibt. Also sie machen deutlich mehr andere Sachen als Videospiele zu spielen. Sie dürfen auch nur auf Nintendo-Konsolen spielen. Auf anderen Konsolen hätte ich auch so gut wie keine passenden Spiele für sie und der Einstieg mit Bewegungssteuerung war idealer für so kleine Zwerge. Mittlerweile spielen sie aber lieber mit den Pro-Controllern (besonders mein bald 5-jähriger). Ach ja, jedes meiner Kinder besitzt eine Switch und einen 2DS/3DS, aber sie spielen damit max. 1x die Woche (freiwillig), obwohl sie jederzeit könnten. Da spiel ich ja noch mehr und ich komme eigentlich kaum noch dazu.

Handy gibts gar nicht mehr (auch wenn sie sich wunderbar damit auskennen – ich glaube seit deren Geburt :wink: ). Auch keine Youtube-Videos, denn die beeinflussen meiner Meinung viel stärker. In allen Belangen (Sprache, Umgang mit anderen, Selbstdarstellung,…) mit sehr eigenartigen Auswüchsen. Spooky. Hat aber gottseidank wieder aufgehört. Und sie fragen auch nur noch selten danach, wenn sie z. B. in einem Spiel nicht weiterkommen und Hilfe suchen. Den Umgang mit solchen Medien will ich ihnen aber nicht verbieten. Aber alles mit der Zeit.

Dafür werden wir schon sorgen! :joy:

@NadineK
@sandraf
Herzlich willkommen!


#11

Ja, genau das hab ich gemeint. -> vor dem Fernseher geparkt und sonst keinen kommunikativen Input. Meiner Meinung nach sehr wohl eine Ursache das ein Kind mit 8 schlechter redet als mein 4 jähriger.


#12

So ein Kind hat dann aber ganz andere schwerwiegendere Probleme. Wenn Eltern so gar keine Zeit mit ihrem Kind verbringen können/wollen ist das Fernsehen oder Zocken das kleinste Problem.


#13

Das bestimmt. :wink: Aber das geht dann am Thema ordentlich vorbei.

Sollte nur als Beispiel gelten das zu viel (die Dosis macht das Gift) schlecht ist.


#14

Da sollte man sich mal die Eltern zur Brust nehmen… :frowning:

Wo waren wir noch gleich? :slight_smile:


#15

Es hat sich zum Glück schon deutlich gebessert. :wink:


#16

Man hat jetzt erst bemerkt, dass das Kind japanisch spricht :wink: Könnte auch passieren in unserem Schulsystem :grimacing:


#17

Also ich bin selbst Vater von 2 Jungs und ich muss sagen, dass die Zwerge das Meiste durch das Vorleben der Eltern lernen (solange sie halt ein Vorbild sind). Wenn ich mich den ganzen Tag mit den Medien beschäftigen würde, hätte meine Kids mit großer Wahrscheinlichkeit ein ähnliches Interesse. Doch so sind sie am liebsten draußen im Garten, spielen sehr kreativ, dürfen Abends das Kinderprogramm gucken und zeigen keinerlei Interesse für eine Konsole oder dem PC. Dabei dürften sie diese auch mal “erforschen”, jedoch bleibt es eher bei minimalen Medienansprüchen. Ich persönlich (!) finde das gut und sie müssen noch keine Multimediastars werden. Das kommt noch früh genug, schließlich dürfen sie in der 1. Klasse schon am PC spielen und tauschen sich aus, aber ich will es auch nicht unbedingt fördern. Sie sind gut so, wie sie sind: neugierig, verspielt, motorisch und sprachlich sehr fit -> alles easy.
Wenn es soweit kommt, dass sie ein übersteigertes Interesse am Zocken oder sonstigen Suchten bekommen, werde ich es zeitlich begrenzen und damit ist es wohl auch getan.
Wie gesagt, Vorleben und Eingrenzen und dann passt es schon. Aber auch nicht jeder, der mehr Zeit mit den Multimediakisten verbringt, wird gleich zum seelenlosen Suchti. Dazu muss noch etliches Mehr passieren. :wink:


#18

Wie so vieles im Leben mit Maß und Ziel.

Mich fragen sie immer warum ich so viele Videospiele habe wenn ich gar nicht damit spiele. Seitdem kaufe ich viel weniger Spiele.


#19

Beeindruckend vorbildhaftes Verhalten der (auch künftigen?) Eltern hier. Ich finde, wenn man sich mit dem Thema auseinandersetzt, ist man schon weit davon entfernt, als “Rabenmutter” oder “Rabenvater” zu gelten.


#20

Wenn man sich überhaupt damit ausseinander setzt was seinem Kind interessiert oder nicht, kann man keine Rabeneltern sein.


#21

Also meine Eltern waren - obwohl nicht unbedingt begeistert von Videospielen - durchaus dahinter, dass ich (natürlich zeitlich kontrolliert - bis zur 2. VS eine halbe Stunde am Tag, danach eine Stunde) Videospiele kennenlerne und natürlich auch verstehe, dass diese meist ziemlich realitätsfremd sind (das war dann Aufgabe meiner Schwester, nicht zuletzt durch ihr NES und ihr Interesse an Medien im Allgemeinen - das hat dann sehr auf mich abgefärbt :wink: ). Wie @Nero schon erwähnte, an Englischkenntnissen war ich weit voraus, alleine schon dadurch, dass weder die Super Mario Bros.-Games noch Rockin’ Kats oder GT Advance 3 (das Rennspiel, nicht GTA :rofl: ) lokalisiert waren. Und ich denke, geschadet hat es mir nicht - weder hocke ich die ganze Zeit ohne Licht zu Hause rum noch plane ich irgendwelche Verbrechen^^

kurzum: zeitlich kontrolliert - altersgerecht - pädagogosch verantwortungsbewusst, und dann darf sich auch ein fünfjähriges Kind an der Switch auskennen, ohne dass die Mutter/der Vater blöd gemustert werden :smile: