Armigaproject.com - erste Erfahrungen mit der Armiga Full Edition

Nach dem Amiga Podcast mit Michael ist im Forum auf das Armiga Project aus Spanien hingewiesen worden. Da ich das Gerät sehr interessant fand, entschied ich mich für einen Armiga Full Edition. Leider war dieser ausverkauft, so dass ich mich für den Newsletter anmeldete, um bei einer neuen Fertigung informiert zu werden. Nach zwei Wochen war es dann so weit. Der Andrang auf der Webseite war so groß, dass es eine Stunde dauerte bis ich mein Exemplar bestellen konnte. Lieferung wurde mit 30 - 40 Tagen plus 10 - 15 Tage Versanddauer angegeben, also rechnete ich frühestens mit Ende Juli mit meinen Armiga. Daher war ich umso überraschter als bereits nach zwei Wochen die Versandbenachrichtigung kam und nur drei Tage später schon zugestellt wurde.

In der Verpackung befindet sich ein Armiga mit Diskettenlaufwerk, Strom-Kabel mit Netzteil, ein HDMI-Kabel, eine Micro-SD-Karte mit Adapter und ein USB-Controller im NES-Design für den Einstieg. Das Gehäuse ist aus Plastik und wurde von einem 3D-Drucker erstellt. Es hat keine scharfen Kanten und ist gut verarbeitet. Der Ein-Aus-Knopf liegt zwischen dem HDMI-Ausgang und dem Stromstecker etwas ungünstig, da relativ wenig Platz zwischen den Kabeln vorhanden ist.

Leider ist es kein Schalter, so dass man den Knopf etwas länger zum Einschalten drücken muss.
Im kurz darauf angezeigten Menü, kann man mit dem beigelegtem Controller sofort loslegen.
Standardmäßig wird ein Amiga 500 mit 1MB Speicher und Kickstarter 1.3, welche als Lizenz beigelegt wird, gestartet. Es ist aber auch möglich einen Amiga 1200 mit 2MB RAM und Kickstarter 3.1 zu emulieren, ebenfalls mit Lizenzkey von Amiga forever. Dafür muss im Menü unter Power Options Switch to Amiga 1200 ausgewählt werden und das System startet neu. Auf die gleiche Weise kommt man wieder zurück zum Amiga 500 (Switch to Amiga 500), falls Inkompatibilität mit Software auftreten sollte.
Vom Werk sind sieben Spiele installiert, welche im ersten Anspielen allerdings nicht sehr interessant aussahen. Einfache Jump & Runs mit nerviger Steuerung, vielleicht auch dem Controller geschuldet.


Größenvergleich Amiga 1200 und Armiga Full Edition
Da ich noch Originaldisketten habe, erstellte ich mit Hilfe des Diskettenlaufwerks ADF-Files, da der Armiga Spiele nicht von Diskette starten kann. Sobald eine Diskette ohne Kopierschutz (Disketten mit Kopierschutz können leider nicht eingelesen werden) eingelegt ist, fängt der Armiga an, die Diskette zu rippen. Es wird ein Block nach dem anderen ausgelesen und ein ADF-Image erstellt. Dieses File kann im Menü mit passendem Namen versehen werden, so dass man die Spiele wiederfindet.
Ob das Spiel auf der Diskette noch funktioniert, merkt man leider erst, wenn man das Spiel von der SD-Karte startet. Leider waren die Daten auf der Diskette (immerhin über 25 Jahre alt) nicht mehr funktionsfähig, so dass ich mich dafür entschied, meine ADF-Files über FileZilla auf das Gerät zu übertragen. Hierbei hat man auch den Vorteil, dass man den Spielen ein Cover verpassen kann, ähnlich dem NES-Mini.
Es ist ebenfalls möglich die Spiele auf die SD-Karte am PC/ Mac zu kopieren oder mit einem USB-Stick die Spiele am Armiga zu spielen. Es werden bis zu vier virtuelle Diskettenlaufwerke unterstützt, sollte ein Spiel mehr Disketten haben, kann man die Files im einblendbaren Menu austauschen.
An den zwei USB-Ports kann man auch Maus und Tastatur anschließen, welche spätestens nach einem Neustart erkannt werden. Auch ein USB-Hub funktioniert, falls man mehr als zwei Geräte anschließen möchte.
Da der XBOX360- und die Playstation-Controller nicht erkannt wurden, habe ich meinen alten PC-Controller, noch mit Gameport und USB-Adapter, hervorgekramt, welcher sofort erkannt wurde. Sowohl das digitale Steuerkreuz, als auch der linke analog Stick funktionieren.
Die Spiele werden in 720p ausgegeben und mit Hilfe von Grafikfiltern (Pixel Doubler, CRT Effect, Scanlines) eine wenig aufpoliert. Im Menü kann man auch das Seitenverhältnis (16:9, 4:3 oder 3:2) auswählen. Die Spiele werden relativ schnell geladen und sauber dargestellt. Sollte mal eine Tastatur oder Mauseingabe beim Spielen erforderlich sein, kann man über das Systemmenü sich eine virtuelle Maus und/ oder Tastatur einblenden lassen. Diese ist aber wirklich nur für rudimentäre Eingaben gedacht.

Das Hauptmenu des Armiga
Das System selber (bei mir Version 0.9) läuft beim spielen stabil, außer man öffnet öfters das System Menü. Dann kann es schon mal vorkommen, dass das System einfriert und man für 10 Sekunden den Powerknopf drücken muss, damit sich das System ausschaltet, und man es wieder starten kann. Auch das eigentliche Ausschalten im Menu funktioniert nicht immer. Spielstände können jeder Zeit angelegt werden, da das System selbst die Spielstände abspeichert. Diese findet man dann im Ordner Savestates, von wo man dann das Spiel exakt an der Stelle, wo man gespeichert, fortsetzen kann.
Eingeschalteter Armiga
Bisher bin ich sehr zufrieden mit dem Gerät, auch wenn es nicht vielmehr macht als ein Emulator am PC/Mac. Das Gerät befindet sich noch in der Prototypphase, weswegen man davon ausgehen kann, dass noch einige Fehler behoben und Features hinzugefügt werden. Man bekommt ein gut verarbeitetes Gehäuse, ein Emulator mit Kickstarter Lizenzen und ein Diskettenlaufwerk, welches leider nur ADF-Files erstellen kann. Wer keine Disketten mehr hat, oder befürchtet, dass diese nicht mehr funktionieren, kann auch zur deutlich billigeren Variante ohne Laufwerk zugreifen. Zusätzlich erhält man noch ein Android-System auf Version 4.2.2, welches automatisch startet, wenn der Armiga ohne SD-Karte eingeschaltet wird. Ich werde auf jeden Fall die nächsten Tage und (hoffentlich auch) Wochen, damit beschäftigt sein meine Disketten auszuprobieren in der Hoffnung, dass davon noch welche funktionieren, und das ein oder andere Spiel wieder zu entdecken.

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Was kostet der Spaß?

Die Full Edition 189€ plus 15€ Porto, ohne Diskettenlaufwerk 119€. Farben sind weiß oder schwarz.

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Danke für den Bericht - er war sehr aufschlußreich!

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Was dir noch fehlt ist das paasende Eingabegerät - da würde ich dir die USB-Neuaflage des Compition Pro empfehlen. Den besitzte ich bereits seid ein paar Jahren und finde ihn echt klasse!

Danke für den Tipp, habe direkt einen bestellt. Ich hatte mich mal nach einen Joystick umgeguckt, aber irgendwie waren die alle nicht so toll. Bin gespannt.

Danke für den Bericht. :slight_smile:

Das ist ja ein Emulator, oder? Damit dürfte es ja zu keinen Problemen mit den Spielen geben bzw. eh alle kompatibel sein.

Die Inkompatibilität war auf Software vom Amiga 500 bezogen, welche auf dem Amiga 1200 nicht liefen. Diese Probleme bestehen weiterhin, Beispiel Speedball 2 läuft nicht in der Amiga 1200 Emulation, dafür problemlos unter der Amiga 500 Emulation.

Auch Kickstarter gibts auch gerade ein sehr schönes Projekt in diese Richtung:

Bin gerade schwer am überlegen ob ich zuschlage