Netflix lässt James Bond wieder sein, wir nicht!
Hier ist die 8. Filmrunde.
Allgemeine Infos und Zeitplan finden sich im Überblickstopic dazu.
Wir schauen „Leben und sterben lassen / Live and Let Die"
Zeitraum 1.5.-15.5.
Man kann aber danach auch noch kommentieren.
Film: Leben und sterben lassen / Live and Let Die
Erschienen: 1973
Bond Darsteller: Roger Moore
Regie: Guy Hamilton
Romanvorlage: „Leben und sterben lassen / Live and Let Die", 1954, 2. James Bond Roman von Ian Fleming
Hatte meine Anmerkungen schon mal vorbereitet, daher hier nochmal die Langfassung:
Leben und sterben lassen endlich geht es mit einem neuen Bond weiter und mit einem ikonischen noch dazu. Der Bond der 70iger heißt Roger Moore. Das Intro (bei Amazon in der Guns´n Roses Version, wenn mich meine Ohren nicht täuschen) ist der Hammer. Einfach fantastisch.
Der Film selbst ist durch die Thematik stark gealtert, wie ich finde. Der Altersunterschied zwischen Moore und dem Bond Girl, der Ärztin aus Leidenschaft, Jane Seymour ist beachtlich. Auch ist der magische Hintergrund eher joa… naja. Die Darstellung der Doppelagentin Rosi Carver ist unter jeder Sau. Ein dümmliches Fräulein, schrecklich. Bond hat sie natürlich beide klar gemacht und im Falle der Hellseherin Solitaire (dem Bond Girl) war das sogar etwas, dass dem Bösewicht schadete… und sie natürlich in Gefahr brachte.
Ich fand ihn aber trotz allem wieder besser als Diamantenfieber und er hat mich ganz gut unterhalten.
Spannend ist, dass der Film im Dezember 1973 in Deutschland im Kino startete aber erst im Dezember 1987 das erst Mal im TV lief. Das waren noch Zeiträume, mein lieber Herr Gesangsverein.
Sorry das ich mich so sehr auf die Aspekte konzerniere die schlecht gealtert sind aber das sind eben die Dinge die mich anspringen. Sonst wird ja auch nur eine banale Agenten/ Abenteuer Geschichte erzählt. Toller Typ stoppt böse Buben und das ist ja nett, er stoppt auch dieses Mal die bösen Buben
Ich hab ihn gesehen!
Also, zuerst mal zum Film selbst: Das war für mich der beste Guy Hamilton Bond bisher.
Auch wenn ich dem hier voll und ganz zustimme:
Zu Roger Moore: 1. Interessant, dass sie einen drei Jahre älteren Schauspieler als Connery gewählt haben, und Moore somit mit Mitte 40 in die Rolle eingestiegen ist. 2. Er ist der erste der drei Schauspieler, den man im „Bond Intro“ wirklich gut erkennt, finde ich. 3. Ich mag, dass er so viel mit seiner Mimik arbeitet. Und er hat eine sehr stilistische Silhouette, mit der Frisur und den langen Beinen und so. Charmant oder attraktiv finde ich persönlich ihn leider nicht. Was der Bond-Aura dann leider doch etwas schadet. 4. Dieser Bond ist eindeutig eher humorvoll zu sehen.
Rassismus: Ich hatte ja ein wenig Sorge, dass dieser Film für mich ähnlich schlimm wird wie das Buch. Aber ehrlich gesagt, hab ich den Eindruck, dass sie das im Film schon besser hinbekommen haben. Ja, klar kann man da die ein oder andere Sache kritisieren. Aber ich muss auch sagen, dass in keinem Bond Film davor so viele Schwarze eine Sprechrolle bekommen haben. Also man merkt hier schon eine Veränderung. Für mich alles in allem daher tatsächlich positiv zu betrachten.
Sonstiger Senf:
Auf der BluRay war es das original Lied der Wings. Und sooooo ein tolles Intro! Bestes bisher! Song und Visuals einfach toll.
Es ist der erste Bond Film bisher, an den ich Erinnerungen hatte (nur wusste ich nicht, dass sie aus diesem sind). Nämlich an die Szene mit der Beerdigung in New Orleans, die Schlange und Mrs. Bond im Hotel, und die Voodootänze. Also der Bond Film hat mich früher offensichtlich schon mal beeindruckt.
Man sieht erstmals Bonds Zuhause!
Und Bond muss jetzt nicht mehr mit den Augen nach Wanzen suchen, sondern hat endlich ein Gadget dafür.
Statt Playboy gibts nun Rolex-Werbung. Find ich besser. Und eine Kaffeemaschine wurde auch recht in Szene gesetzt, oder? Da war ich grad etwas unaufmerksam.
Die Zangenhand des „Mann fürs Grobe“ fand ich leider sehr schlecht umgesetzt.
Die Spezialeffekte waren diesmal aber viel besser als im Vorgängerfilm. Ein Glück!
Bis auf das Ende vom Bösewicht. Das war mir, wieder mal, zu absurd.
Aber der Film hat mich richtig gut unterhalten, muss ich sagen. Ich fand ihn echt lustig. Meine Highlights waren die Bootsverfolgungsjagd („Secret agent? On whose side?!“ ), die Beerdigung- und Barsitz-Szenen, der „White face in harlem“-Spruch, der arme hinterherräumende Felix , die Stripper-Hosen nach der Landung mit dem Gleiter, und der Schnitt bei dieser Szene.
Und nach diesem langen Post muss ich trotzdem noch mal was hinterherschicken.
Und zwar, dass es sich für mich echt ausgezahlt hat, den Film auf Bluray zu schauen. Weil da erstens das Menü richtig nett gestaltet war, mit so Menüpunkten wie „Missionsauswahl“, „Sprachkodierung“ und „Sonderausstattung“.
Und zweitens wegen der coolen Extras. Hab ein paar für euch rausgesucht. Leider sind sie auf Englisch.
Aus dieser Doku habe ich erfahren, dass es zu dieser Zeit noch eine eigene Stuntmen Vereinigung für Schwarze gab, weil sie nicht Teil derer für weiße Stuntmen sein durften. Cool, dass da der Schwarze zu Wort kommt. Außerdem hat der Schauspieler, der den Baron Samedi spielt, auch choreografisch mitgearbeitet. Beides spricht noch mal dafür, dass hier Rassimus eher versucht wurde abzubauen (gut, wie die Arbeitsbedingungen waren, vor allem im Vergleich zu den weißen Mitarbeitenden, weiß ich halt nicht).
Und Guy Hamilton erzählt darin, dass er einfach mal nach New Orleans wollte, deshalb der Film dort spielt, und sie die Bootsszene nur dazuerfunden haben, weil sie neben der Beerdigungsszene noch nen zweiten Grund brauchten, um die Reise dorthin zu argumentieren.
Dann war noch diese Milch Werbung bei den Extras mit dabei. In der die Crew einfach zwischendurch mal ein ganzes Pint Milch trinken muss.
Und dieser Sketch, in dem Moore bereits Jahre vor seinem ersten Bond-Film James Bond spielt. Ich fand den sehr lustig!
Ich natürlich auch nicht, ich bin ja speziell blind für Gesichter und Namen. Meine Lebensgefährtin @san saß neben mir und spielte Poktopia und hat sie erkannt. Ansonsten hatte sie nur Augenrollen für den Film bzw. die Teile die sie daraus mitbekam.