Welche Games sollte ein Kind mit 12 Jahren schon spielen?

In gewissen Bereichen kann man ja weiter sein. Manche haben jene Begabung, manche diese. Wenn er viel Erwachsenenliteratur liest und emotional wesentlich reifere Themen als der Altersdurchschnitt für sich gefunden hat dann gerne. Dafür ist er weder handwerklich, noch musisch begabt.

Was willst du machen, wenn dein Kind plötzlich mit 14-jährigen Jugendlichen abhängt und die sich Drogen/Alkohol/Zigaretten reinpfeiffen. Bekommt man als Elternteil meist als letzter Mensch mit. War zumindest in meiner Kindheit so.

„Gefahren“ lauern überall: Wenn ich merke, es ist meinem Kind zu viel, dann kann ich zurückregeln. Mann steht ja immer im direkten Austausch mit dem Kind, weil man eben nicht streng ist. Das Kind merkt instinktiv, mein Elternteil will mich beschützen und differenziert. Ich merke, dass mein Sohn mit TLOU2 Inhalten sehr gut umgehen kann. Er sieht den Plot als Kunstform. Bei Roblox „hängt“ er aber von früh bis spät im Spiel (Haushalt der Ex Frau) und kann sich nicht regulieren und hat auch seine Impulskontrolle als 12-jähriger Jugendliche nicht unter Kontrolle.

So ist jeder Mensch anders. Sein älterer Bruder hat bei jedem Shooter Aggressionen und schlägt alles kurz und klein. Dafür spielt er herausragend Gitarre.

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Finde ich tatsächlich spannend gerade, geht aber glaube vom Thema ab. Also was du da erlebt hast und wie es dazu kam. Meine Jugend war da „öder“. Ich war auch immer viel zu „brav“ (keine Wertung) um sowas zu machen, weil ich durch verschiedenste Sachen aufgeklärt wurde, dass es nicht so geil ist. Daher war ich auch nie in Situationen, wo ich Sachen die kritisch sind, verschweigen musste oder so. Also meine Eltern haben auch wenig mit Verboten mich erzogen, aber war auch nicht so, dass sie deshalb meine erste Anlaufstelle gewesen wären, wenn ich plötzlich geraucht hätte.

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Bei uns in der Schule waren teils sehr wohlhabende Menschen, teils psychisch vernachlässigt durch das Internat. Ich war Gamer, aber viele habe sich Drogen (zähle Alkohol und Zigaretten dazu) zugewandt. Galt als cool. Dieses Gefühl des Unverstandenseins erhöhte den Gruppendruck.

Ich denke, du als Medien und Games-affinier Vater mit pädagogischem Hintergrund, bist die positive Ausnahme. Du bist im Dialog mit deinen Jungs, du weißt ungefähr, wo sie sich virtuell rumtreiben und du hast sogar eine Medienzeit vorgegeben.

Die Gefahr geht von Eltern aus, die keine Ahnung haben, was ihre Kinder virtuell treiben, sie nicht mit ihnen darüber im Austausch sind, und die sich nichtmal drüber bewusst sind, welche potenziellen Gefahren langfristig lauern.

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Nicht mal potenziell. Verweildauer wird belohnt, Kinder werden ständig aufgefordert Geld auszugeben, Chat- und Spielzugänge sind zwar reglementiert, aber können leicht umgangen werden.

Aber das ist ja nicht nur virtuell ein Problem, viele Eltern haben null Plan was ihre Kinder den ganzen Tag treiben, egal ob im Park, in der Schule oder eben online. Ob sie nun kiffen, sich ein Packerl Chips oder Haribo und dazu 3l Energydrinks nacheinander reinknallen, Pornos oder Enthauptungsvideos ansehen, immer brav die Zähne putzen, täglich frische Unterwäsche anziehen, die Hausübung machen, lernen,… Eltern sein ist nicht leicht und die Arbeit die man damit hat halt oft unlustig… da ist Roblox nur ein Ding von vielen und für alles sind die Eltern verantwortlich, nicht die bösen Firmen die das anbieten. Dann eher noch beim Gesetzgeber anklopfen. Jedoch fängt es mit Hausverstand und Eigen- sowie Verantwortung für sich und seine Mitmenschen an.

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Plattformen bzw Spiele, die sich speziell an Kinder richten, werden gezielt von, nennen wir sie, Menschen mit zwielichtigen Vorlieben und Vorhaben genutzt, das gibts inzwischen einige fundierte Recherchen dazu. Und Roblox sticht da meines Wissens äußert negativ hervor, weil sie kaum was dagegen unternehmen und es einfach passieren lassen. Die Kosten-Nutzenrechnung von wirksamen Maßnahmen ist einfach nicht wirtschaftlich. Davon, dass das Geschäftsmodell von Roblox darauf aufbaut, mit user created content Geld zu verdienen, spreche ich erst gar nicht.

Wenn Kinder im örtlichen Park spielen, sind die Chancen, dass sich jemand an ihnen vergreift zwar nie null, aber unendlich geringer als es bei Roblox & Co in virtueller Form der Fall sein kann.

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Übergriffe finden eh zu einem Großteil in Familien oder bei bekannten Personen statt, da musst nicht in den örtlichen Park gehen. Mir ging es eher darum, was Kids ohne Wissen der Eltern so treiben.

Und wenn bekannt ist, dass bei Roblox so eine Scheiße abgeht, dann ist es noch wichtiger mit den Kids darüber zu reden, sie vorzubereiten und für sie da zu sein. Ich glaub auch gern, dass dort viel falsch rennt, meine Jungs haben laut eigener Aussage sowas noch nicht erlebt. Kann aber natürlich sein, schlimm genug, dass es sowas gibt.

Das mein ich ja. Du bist mit deinen Kids im Austausch und sie sind aware. Ich befürchte aber, das ist insgesamt die Ausnahme.

War aber auch schon immer so. Es ändern sich da nur die Themen. Ist ja nichts neues, dass viele Eltern mit den Kids nicht mitkommen, nicht nur aus Desinteresse, sondern weil halt einfach vorn und hinten keine Zeit und alles andere wichtiger ist, oft natürlich auch Existentielles.

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Naja, die schiere Masse und Komplexität ist schon heftig im Vergleich zu Vor-Internet und Vor-Smartphone und Vor-KI Zeiten. Ich komm ja selber kaum damit zurecht, und ich habe gar keine Kinder :face_with_spiral_eyes:

Du musst dich aber nicht allen, sondern nur mit den Themen der Kids beschäftigen. Und nochmal, man kann, soll und darf auch mal Nein sagen, wenn man verantwortungsvoll erziehen will.

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Jeder kennt sein Kind am Besten und kann einschätzen was ihm/ihr zuzumuten ist.
Ich bin eher auf der lockeren Seite (Sohn ist 11 Jahre) und bewerte die Spiele nach Möglichkeit selbst. Dem Meinigen kann ich einiges zutrauen, The Last of us würde ich Ihn nicht spielen lassen, weder jetzt noch nächstes Jahr. Die Art der Ausübung der psychischen und körperlichen Grausamkeit in diesem Spiel ist schon ein anderes Level als in irgendeinem Shooter irgendwelche generischen Maxerln im Vorbeigehen wegzublasen.

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Ich überlege gerade, was mein erstes „hartes“ Spiel war, und wann. Mit Splatter und Horrorfilmen bin ich vermutlich schon deutlich vor 14 Verbindung gekommen. Wahrscheinlich sogar gegen 11, 12.

Bei Mortal Kombat 2 (SNES) war ich 13, bei Phantasmagoria (PC) war ich 14, bei Resident Evil 1 (PS1) 15.

Ob es mir geschadet hat, lasse ich aber Euch entscheiden :sweat_smile:

Ich glaube, meine Eltern haben bis heute in Ihrem ganzen Leben noch nichts gesehen, was auch unsatzweise mit Splatter zu tun hat. Meine Mutter hat damals mal Tetris gespielt. Und meinem Vater war sogar ein Videorecorder zu modern.

Dieser Argumentation kann ich nicht ganz folgen. „Man kann nichts machen, also erlaubt man alles“?

@Herzi Kommt natürlich immer aufs Kind drauf an, aber rein prinzipiell ist die Alterskennzeichnung ja nicht nur oben um unseren @k3nny_gat zu ärgern. Die hat schon auch einen Sinn. Daher ist die Frage eigentlich selbsterklärend. Nein, würde ich nicht.

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Vielleicht noch als Nachsatz: Man kann aber auch als Elternteil nicht in die Gefühlswelt der Kinder reinschauen. Ich hab zum Beispiel heuer eine Fehleinschätzung diesbezüglich gemacht wo ich ehrlicherweise nicht mal eine Sekunde nachgedacht habe ob das ein Problem sein könnte.

Wir haben als Familie gemeinsam Blue Prince angefangen und obwohl meiner wie gesagt nicht ängstlich ist wenn es jetzt um vermeintliche grausliche Darstellungen geht, hat er ein richtiges Problem mit der Stimmung in Blue Prince gehabt als wir in den Bereich unter dem Brunnen gekommen sind. Die Mischung aus Musik, Spannung und Art der Umgebung hat in irgendwie getriggert, sodaß er sich richtig unwohl gefühlt hat die nächsten zwei Tage beim Einschlafen und wir das Spiel abgebrochen haben.

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Da ich auf „Like“ drücken doof fand als eine Art Danke fürs Erzählen, schreibe ich es: Danke fürs Erzählen.

Dieser und die zwei weiteren Posts von Wiesi kann ich echt nur unterschreiben und so funktioniert auch meine simple naive Welt. Klar, ist auch idealistisch gedacht, aber imo ist das Thema echt egal. Beispiel auch meine Eltern: die hatten und haben keinen Plan von Videospielen, geschweige denn können sie bewerten, was Free 2 Play Mechaniken sind oder Lootboxen. Aber sie schauen sich halt an was ihre Enkelkinder machen (nicht meine Kinder :joy:), sie sind aufmerksam und lassen Sachen nicht nur geschehen sondern fragen im Zweifel mich ob was ok ist oder nicht für meine 13j Nichte und meinen 8j Neffen. Und so waren sie halt auch schon bei mir. Natürlich haben sie dann nicht mich fragen können, aber ich war halt trotzdem unter Kontrolle, ohne das ich groß Verbote bekam oder überwacht wurde. Und war was aus ihrer Sicht nicht ok, wurde es mir erklärt warum. Was imo auch so unfassbar wichtig ist, damit es eben nicht zu „Es ist verboten, jetzt will ich es erst Recht“ wird, sondern das man es versteht (soweit das je nach Alter möglich ist).

PS: ich überlege übrigens immer 3x aktuell ob ich hier überhaupt was schreiben sollte, da ich ja selber keine Kinder habe und entsprechend sollte ich da wahrscheinlich auch einfach die Klappe halten. :see_no_evil: Ist ja bei mir mehr eine Mischung aus dem, was ich versuche als Onkel zu sein, was ich selber erlebt habe und bei Freunden erlebe und wie ich mir naiv meine Vaterschaft vorstelle. Also nur zur Einordnung und verstehe es auch, wenn jetzt jemand schreibt, ich habe keine Ahnung. :grinning:

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Man erlaubt nicht alles, wo habe ich das geschrieben? Es ist viel mehr so, dass sich Vieles der Kontrolle der Eltern entzieht, gerade Roblox, wo viele ähnlich wie bei Conker: A bad Für Day glauben, dass es für Kinder ist. Die Roblox-Männchen sehen nämlich aus wie Lego-Männchen. Was das Kind alleine schon zuhause konsumiert, entzieht sich der Kenntnis der Erwachsenen.

Mir ist es lieber, mein Kind beschäftigt sich mit einer eingehenden Story, spielt etwas, das nicht süchtig macht, wenn es ein Suchtpotenzial hat. Wenn mein Kind aggressiv werden würde, wenn es Shooter spielt, aber überhaupt kein Suchtpotenzial hätte, würde ich ihm zu Roblox raten und sagen: „Spiel bitte keine Shooter!“.

Das ist für mich kein Argument - weil das eine Spiel süchtig macht, ist es ok ein Ü18 Game dem Kleinen zocken zu lassen?

Ein Spiel in dem dezitiert Memschen auf teils brutale Art getötet werden müssen, wo in Teil 2 das Spiel einen zwingt, eine Person zu Tode zu brügeln.

Es geht da auch nicht nur ums Töten. Tlou ist extrem emotional und überfordert imo ein 12 jähriges Kind. Da gehts nicht nur um körperliche Gewalt sondern auch um emotionale.

Da gibt es imo eigentlich gar keine Diskussion, Tlou ist nichts für ein Kind und hat nicht umsonst ein 18er rating.

Es gibt Unmengen an anderen Spielen, die für das junge Publikum geeignet und auch gemacht sind. Daher stellt sich imo auch nicht die Frage ob TLUO „geeigneter“ als dieses Roblox ist. Scheint beides ungeeinget zu sein :wink:

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Naja, du vergleichst hier zwei Paar Schuhe. Das eine ist der Suchtfaktor, das andere die Zumutbarkeit von Gewalt. Ich weiß, dass mein Sohn damit absolut zurecht kommt. Er sieht es als Kunst und konsumiert es ja bereits, weil er Walkthroughs von TLOU2 gesehen und TLOU schon durchgezockt hat. Es jetzt zu unterbinden, wird schwer.