Music Novel: Staffel 1 - A Nerd Day´s Night

Ihr kennt mit Sicherheit alle Graphic-Novels. In einem Forum wie diesem gehe ich davon aus.

Ich habe mir überlegt, mich einmal an einer „Music Novel“ zu versuchen.

Um das zu erklären:
Im Prinzip handelt es sich um nichts Anderes, als einer episodischen Fortsetzungsgeschichte, die mit einem (hoffentlich) möglichst passenden Musikstück abgeschlossen wird.

Als Verbreitungsmedium habe ich die Form eines klassischen Podcasts gewählt, weil mir die für mein Vorhaben wie geschaffen erscheint. Geplant ist, in einem Rhythmus von maximal zwei Wochen jeweils eine Folge von maximal 10 Minuten zu produzieren.

Alles in diesen Music Novels wird ausschließlich von mir produziert. Idee, Text, Musik, Nachbearbeitung - alles.

Ich bin gespannt, was ihr von diesem Experiment haltet und wie ihr es aufnehmt. Und das war gleichzeitig die fließende Überleitung zu meiner Bitte:
Nichts an diesem Projekt ist in Stein gemeißelt. Ich bin absolut auf Euer Feedback und eure Ideen angewiesen und werde mich auch danach orientieren und meine Show dem anpassen. Die Form betreffend unbedingt und inhaltlich unter gewissen Vorbehalten.

Also bitte ich euch - gebt mir Feedback. Es würde mich sehr freuen! :slight_smile:

Und hier starte ich auch bereits mit Episode 1:

Episode 1 - Auf den Morgenkaffee warten

*Die Geschichte aus dem normalen Tags eines stinknormalen Nerds, startet an einem frühen, an dem alles und jedes völlig normal erscheint. *
Man wacht auf, man sieht sich den ersten Herausforderungen des Alltags gegenüber - und man wartet auf den morgendlichen Kaffee.

Die Show:

RSS-Feed: https://anchor.fm/s/161e22a4/podcast/rss
Spotify. : https://open.spotify.com/show/1YQLEipwcjSf1rVTReZD2U
Anchor. : https://anchor.fm/manfred-riegler

Auf Apple Podcasts und Google Podcasts befindet sich die Show gerade in Prüfung. Links werden nachgereicht, sobald verfügbar.

Hier das Transkript der Story:
*Es ist nicht zwangsweise frühmorgens, wenn ich mich von meinem Nachtlager erhebe. Um ehrlich zu sein, ist dies sogar eher die Ausnahme denn die Regel. Es spielt aber auch keine Rolle, zu welcher absoluten Tageszeit ich mich dazu entschließe, dem Ernst des Lebens erneut die Zähne zu zeigen; denn relativ vergeht für mich zwischen dem Zeitpunkt des Aufstehens und des Sich-zu-Ruhe-Begebens exakt die gleiche Zeitspanne wie für jeden anderen Menschen. Es ist nur so, dass sich gewissermaßen die »Perspektive etwas verschiebt«. Etwas oder - ziemlich…
Wie an jedem neuen Tagesanbruch fällt es mir auch heute schwer, die Augenlider ordentlich in die Höhe zu bekommen. Wie immer ist der verkackte Fußboden wieder saukalt und ebenfalls wie gewöhnlich muss ich diesen Umstand auch wieder ungeschönt ertragen, weil ich keine Ahnung habe, wo mir am Vorabend die Socken aus den Händen gefallen sind. Rechtzeitig bevor ich eine groß angelegte Suchaktion ins Leben rufe, fällt mir - ebenfalls wie jeden Tag - ein, dass ich schon lange keine Socken mehr besitze. Nicht mehr seit jenem denkwürdigen Datum, an dem die Löcher an Zehenspitzen und Fersen Ausmaße angenommen hatten, die die Zweckmäßigkeit eines solchen Kleidungsstücks völlig obsolet gemacht haben.
Genauso wie im Fußball nach dem Spiel gleichzeitig immer auch vor dem Spiel ist, entkommt man Problemen nicht dadurch, dass sich eines in Wohlgefallen auflöst - sofort grinst mir das nächste mit spöttischer Fratze in die Visage. Ich brauchte zwar meine Socken nicht zu suchen, aber wo um Herrgottswillen war meine beschissene Unterhose? Ich konnte mich schlecht im Adamskostüm durch den anbrechenden Tag manövrieren, oder? *
Nebenbei bemerkt schlafe ich stets nackt. Irgendwann habe ich irgendwo gelesen, dass das gesünder sein soll, als sich in Pyjamas unter der Bettdecke durch die Nacht zu wälzen. Oder ich hatte es irgendwo gehört. Oder vielleicht auch im Fernsehen gesehen. Egal….
Es wurde mir bald klar, dass sich meine Unterhose wohl an einem bislang unerforschten Punkt im Universum befinden musste, wo Raum und Zeit Eins wurden. Und zwar genau an jenem unwahrscheinlichen Datum, an dem sämtliche Aufräumaktionen, Hausaufgaben, Großelternbesuche und Neujahrsvorsätze erledigt wurden: am St. Nimmerleinstag. Im diffusen und sagenumwobenen lokalen und temporären Nirwana.
Ich begab mich also so nackt, wie mich eine höhere Instanz erschaffen hatte (ich glaube nicht an Gott, deshalb vermeide ich es auch, seinen Namen auszusprechen) in die Küche und nahm einen Kaffeefilter aus der Verpackung. Das kennzeichnende Merkmal meines Lebens besteht darin, dass es partnerlos ist. Und das Wesen eines partnerlosen Lebens besteht darin, dass niemand die Wohnung aufräumt, wenn ich es nicht selbst tue. Daraus folgt, dass Sachen, die ich benutzt habe, dort verbleiben, wo ich sie nach dem letzten Gebrauch hingelegt habe. Und der ganz große Vorteil dieser Tatsache besteht darin, dass ich Regelfall alles, was ich brauche, sofort finde und immer griffbereit habe.
Aus genau diesem Grund konnte ich einfach so einen Kaffeefilter nehmen und die Verpackung nicht erst aus irgendwelchen Schränken oder Schubläden hervorkramen. Das ist nicht nur mordsmäßig bequem, es spart auch richtig Zeit. Gleiches gilt für den Kaffee, den man eben mal fix in den Filter kippt und dann Wasser auf draufschüttet. Schließlich ab damit in die Kaffeemaschine.
Weil ich technisch in höchstem Maße interessiert bin und ich das Lesen der Tageszeitung lieber den Yuppies überlasse, sehe ich vorzugsweise der Kaffeemaschine beim Arbeiten zu (anderen beim Arbeiten zusehen ist überhaupt eine meiner ganz großen Spezialitäten) und freue mich am kaum hörbaren »Blupp« der Tropfen Kaffee, wenn sie in den Auffangbehälter fallen.

Und hier noch der Link zur verwendeten Musik:

Ich wünsche euch viel Spaß!

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Vielleicht ergibt sich für mich erst mit den kommenden Folgen ein Bild von dem Projekt, jetzt, allein mit Folge 1, erschließt sich mir das leider noch nicht…

Ist die Unterhose übrigens absichtlich „beschissen“? Weil, da läuft mein Kopfkino wahrscheinlich in eine ungewollt falsche Richtung…

Den Track verdaue ich da leichter, weil der ist auch richtig gut. Mir taugt der schleppende, rohe Beat. Von der Länge her passt‘s genau - sollte daraus mal was Längeres werden (es ist ja durchaus auch tanzbar), wäre ich mit der Melodie etwas sparsamer.

Wenn ich Texte veröffentliche, sind sie in der Regel mehrfach überarbeitet und korrigiert (obwohl vorliegender Text nur von mir selbst bearbeitet und nicht extern lektoriert wurde). Man kann also davon ausgehen, dass - wie bei der Notation in einer Komposition - jedes Wort sitzt und dort steht, wo es stehen sollte. Das Wort beschissen ist handverlesen, und Bilder die allfällig entstehen sind somit nicht ungewollt, sondern beabsichtigt. Die Frage, die bleibt, ist als die des persönichen Geschmacks und Empfindens. Es kann einem gefallen oder nicht. Mir, dem Schaffenden, bleibt letzten Endes nichts Anderes übrig, als damit einverstanden zu sein.

Wohin mich (respektive uns alle) die Reise führt, weiß ich selbst noch nicht. Wie ich im Einführungstext bereits angedeutet habe, hängt das zu einem sehr großen Teil auch von Eurem Feedback ab. Zumindest, solange es konstrukiv ist und bleibt. Und natürlich ist konstruktiv nicht gleichbedeutend mit positiv.
Aber: Ich mich motiviert das Experiment „Music Novel“ extrem. Und ich bin gewillt, an der Arbeit dran zu bleiben und zusammen mit dem Publikum eine Show zu kreieren, die wirklich ihre Anhänger findet. Wenn du zum jetztigen Zeitpunkt noch komplett orientierungslos bist, kann ich dich beruhigen: Mir geh es ähnlich. Wahrscheinlich geht es allen so.

Ich befinde mich am Anfang einer Reise, von der keiner weiß, wohin sie führen soll. Aber genau das finde ich ja so spannend. Ich glaube, sowohl der Versuch an sich, also auch - um ein klein wenig unbescheiden zu sein - ich selbst besitzen das Potential, etwas ganz Brauchbares aus der Idee zu machen.

Und zum Abschluss: Danke für die Worte die Musik betreffend.

So, jetzt hatte ich genügend Zeit, um dein erstes Feedback auf mich wirken zu lassen.

Es ist dir vielleicht gar nicht so bewusst, aber deine Worte waren für mich äußerst hilf- und aufschlußreich. Ich denke, ich sollte mich in den zukünftigen Episoden darauf konzentrieren, den dramaturgischen Bogen deutlich zu spannen.
Denn wenn du sagst, du hängst emotiional etwas in der Luft, nachdem du den Text auf dich einwirken hast lassen, dann sagt mir das, dass ich eindeutig was falsch gemacht habe. Vielemehr sollte es so sein, dass ich das Publikum, den Hörer, den Leser befriedigt und gespannt auf die nächste Folge zurücklassen sollte. Nicht orientierungslos und alles hinterfragend.

Es ist also an mir, in der zweiten Folge die Handlung wesentlich zu verdichten und einen einen roten Emotionsfaden einzufädeln, der sich von Anfang bis zum Ende der Episode zieht und sich stets mehr anspannt. Das alles lese ich aus deinem Kommentar und bin dir aufrichtig dankbar!!!

Ich möchte jeden von euch also bitten, dem Projekt nicht den Rücken zu kehren, wenn ihr noch nichts damit anfangen könnt, sondern euch dafür zu entschließen, an seiner Entstehung mitzuwirken. Das Baby ist erst geboren, ziehen wir es gemeinsam groß :wink: