Linkin park-sänger chester bennington erhängt sich


#1

das trifft mich schon a bisserl. hybrid theory anno dazumal war a mörder scheibn für uns junge. die letzten album hab ich mir idr noch alle besorgt, wenn ich diese überhaupt mitbekommen habe. waren nicht immer meine lieblingshits, aber als künstler hatten sie stets meinen respekt. chester war mwn der kreative kopf der gruppe, die jetzt wohl auseinanderfallen wird.


#2

Voll schlimm, wenn jemand so jung so verzweifelt ist.
Habs erst gar nicht glauben können.


#3

Immer diese Multimillionäre, die so “krasse Probleme” haben …


#4

als heranwachsender hab ich mich ja immer gefragt, wie es sein wird erwachsen zu sein. weil irgendwie … wurde man zwar biologisch immer älter, aber es gab eigtl nie diesen moment, in dem sich der schalter umlegt und man plötzlich ein anderer, reiferer mensch war. zurückblickend muss ich sagen, dass die veränderungen auch nur in kleinen schritten kommen, aber es ist an tagen wie diesen, wenn sich der sänger einer der bands aufhängt, die du eben damals gehört hast, dass dir einfach - wie ein meilenstein - bewusst wird: es gibt kein zurück. diese tage sind vorbei. das ist dann ein bisserl melancholisch. dann schaut man sich in den spiegel, bemerkt die ersten grauen haare, das baucherl, das immer größer wird. … ich glaube, dass erwachsenwerden (bzw -sein) eigentlich nur das “damit klarkommen” mit dem sprichwort memento mori ist.


#5

wenn du an problemen wie depressionen leidest ist es ziemlich sch- egal wie voll dein bankkonto ist.


#6

Finde es auch nicht ganz in Ordnung, Probleme wie Depression (sollte der Mensch wirklich daran gelitten haben) ins Lächerliche zu ziehen.

Ich leide selbst daran. Und ich hatte Krebs. Müsste ich eine dieser Krankheiten noch einmal durchleben, würde ich mich für den Krebs entscheiden. Depression ist die größere Kacke…


#7

Ich verstehe nicht warum menschen immer glauben wenn man Reich ist kann man keine Psychische krankheit wie Depressionen haben…

Viele Belächeln es und denken sich “och der ist immer schlecht drauf” usw…

Obwohl es mittlerweile schon besser geworden ist.

Was viele nicht wissen Chester wurde als Kind Vergewaltigt und litt danach sehr stark daran mit selbstmord gedanken und starken Depressionen. Überwindet man Depressionen nicht innerhalb von 1-2 jahren wird es sehr schwierig sie für immer zu besiegen. Im mai brachte sich Chesters musiker freund um, ebenfalls erhängt. Heute war der Geburtstag seines besten freundes… hat es wohl nicht verkraftet…

Aber nein, Chester hatte millionen am konto da Muss man doch glücklich sein… Wenn man nicht krank ist bestimmt aber so?

Hatte selbst eine hardcore depri phase wo ich durchdrehte nach dem Aufwachen das ich noch lebe und nicht wusste wie ich den tag überstehen soll… das war echt heftig und ich bin froh diese Zeit überstanden zu haben. Ich glaube die Geburt meiner Tochter hat aus mir einen neuen menschen gemacht… schade das Chester nicht genug kraftaus seinen 6 kindern sammeln konnte um diese krankheit zu besiegen.

@Knieriem ich wünsche dir alles gute und drück dir die daumen das du die krankheit besiegst !!!


#8

genau so wie ich Aussagen unüberlegt finde, die in etwa “Dumme haben’s leichter im Leben” lauten. Nur weil man selbst mit einem höheren IQ “gesegnet” ist, muss man nicht automatisch mehr Probleme haben. Ja, es gibt bei Intelligenten oft Depressionen, die teilweise durch Kognition und durch Einsamkeit verstärkt werden (Stichwort: soziale Hürden bzw Desinteresse an Mitmenschen geringeren IQs, Fokus auf negative Erkenntnisse usw.), aber meiner Meinung nach haben vermeintlich “weniger gescheite” Menschen genauso ihre Probleme, manchmal sogar noch mehr, aber man kann nicht sagen welche Probleme / Krankheiten / Sonstiges schlimmer sind, denn nicht jeder kann mit der gleichen Problematik gleich gut umgehen und nicht jeder hat die gleichen Ressourcen an Geld, Energie, Wissen oder seelischen Beistand.

ich habe heuer an einem einwöchigen Methodenseminar auf der Uni teilgenommen, Thema war “Grundlagen der Suizidforschung und Suizidprävention”. Nächstes Semester möchte ich das Wahlfach machen, welches ein Semester lang dauert. Ich finde es sehr wichtig, dass Vorurteile abgebaut werden und auch, dass es als Thema nicht tabuisiert und auch nicht “verschubladet” wird - klar, man soll nicht medienträchtig damit umgehen, oder gar falsche Fakten teilen (Darstellung von Aussichtslosigkeit oder derart), aber wenn man nie darüber zumindest in einer neutralen Art reden kann, kann man auch nicht vorwärts kommen und bleibt im Mittelalter des sozialen Wissen stecken.

Depressionen, Suizidalität, körperliche wie auch psychische Erkrankungen, Armut und auch Einsamkeit können bei jedem Menschen eines Tages vor der Tür stehen. Egal ob reich, arm, jung, alt, klein, groß, sportlich, wohlgenährt oder sonst wie.

Es ist jedenfalls - ganz egal aus welchem Grund er nicht mehr weiter leben wollte - bedauerlich, dass er sich des Lebens überdrüssig war und es beenden wollte. Ich habe lange nicht mehr Linkin Park gehört, aber als Kind und früher Jugendlicher war er ein musikalisches Genie für mich. Ich bin zwar nicht “total fertig”, aber ich bedauere es eben, dass dies passiert ist.

Sollte irgendwer im Forum jemals nicht wissen wohin, zwei gute Anlaufstellen zur Kontaktaufnahme!:

http://www.kriseninterventionszentrum.at/erreichbarkeit.htm
oder
http://bittelebe.at/


#9

Leider sind psychische und seelische Erkrankungen, vor allem aber Missbrauch, noch immer ein Tabuthema.

R.I.P. Cester! :metal:


#10

ich schicke dir eine PN, ich möchte nicht gleich alles hier rein schreiben :slight_smile:


#11

Naja also ein guter Freund von mir ist ein Homer Simpson klon und der ist mega glücklich. Die Sorgen die er hat Wünscht sich jeder Mensch :smiley:

Er ist teilweise etwas komisch aber immer ehrlich und das Schätze ich an ihn aber außenstehende die ihn keine 15 jahre kennen können nicht mit ihm :slight_smile:
Das er jemals Depri ist kann ich mir nicht vorstellen, niemals :slight_smile:


#12

xD ja es gibt ja überall auch Gegenbeispiele :wink:

edit: wollte noch schreiben: aber man kann jedenfalls nicht von einem auf alle schließen, und das war auch einer der Kerne meiner langen Nachricht vorhin, wobei diese überhaupt nicht auf dich gerichtet war. Eher als Zusatz zu deinem Kommentar :slight_smile:


#13

Wollte mich über niemanden oder eine Krankheit lustig machen. Wäre auch völlig fehl am Platz.

Mir ging es eher darum, dass ein “wohlhabender Mensch” doch die besten Genesungs-Aussichten hat. Kann sich die besten Ärzte und die beste Therapie leisten. Oder auch mal eine mehrjährige Auszeit um sich auf seine Genesung zu konzentrieren.

Wenn solche Leute nicht klar kommen, was soll der erkrankte Normal-Bürger machen, der nicht mal privat Krankenversichert ist? Der sich keine Spezialisten auf anderen Kontinenten leisten könnte? Der nach ein paar Wochen Ausfall arbeitslos wird?


#14

Ich verstehe deinen Ansatz, aber trotzdem ist das nicht so einfach oder gar allgemeingültig. Viele Mensche ohne großartige Finanzen haben grobe Probleme und bewältigen diese trotzdem und sind anderen ein tolles Beispiel, um weiter zu machen. Aber wie du es richtig meinst, es ist bestimmt nicht nachteilig, mehr Geld zur Verfügung zu haben. Aber als privatversicherter wirst locker auch mal hier und da mit etwas teurem untersucht und strapazier und im Endeffekt belastet, das nicht unbedingt nötig war um die Diagnose zu finden oder die bestmögliche Therapie zu eruieren. :confused:


#15

Ich bin ein normal bürger und hab es geschafft. Ich war beim Psychologen, Psychiater nur um zu merken das die mir auch nicht helfen können also musste ich mir selbst helfen… Nicht jeder mensch hat die Kraft es zu schaffen. Wieviele Reiche sterben jährlich an Krebs? Die können sich auch die besren ärzte und Therapien leisten trotzdem verlieren sie den kampf. Aber ja Körperliche und Psychische erkrankungen kann man schwer miteinander vergleichen.


#16

chris cornell - nicht “irgendein” musiker freund. so viel zeit muss bitte sein.


#17

Ein echter Verlust! Wie es wohl mit L.P. weitergeht? Lt. Puls4 wurde Chester wohl auch in der Kindheit missbraucht… Tja - “goodbye” war ja die letzte Auskopplung. Ist noch immer eine meiner Lieblingsband und ich habe wohl von keiner Band mehr Alben gehört.


#18

ich befürchte das war’s mit LP. mir fällt auf die schnelle keine band ein, die ihren frontman einfach so ersetzen konnte. zb das neue “queen” mit gastsängern war einfach nicht mehr das selbe.

edit.
und bei 2 bands, wo so ein wechsel vollzogen wurde (die waren aber auch nie so bekannt wie LP), hatte man immer die gespaltene fanszene in den yt-/fb-kommentaren: “aber sänger1 hatte eine so viel schönere stimme als sänger2!” usw usf.


#19

Mir fällt da auf die Schnelle zum Beispiel Iron Maiden ein. Die hatten schon mehrere Forntmänner und haben sich dennoch kaum verändert.


#20

Und acdc auch.

Topic: Ich bin immerhin noch leicht geschockt. Ich meine ich bin mit den Jungs aufgewachsen (auch wenn ich besonders eher die ersten Alben geliebt habe). :frowning:

Der aktuelle Song “Heavy” kriegt durch den Selbstmord (ist das inzwischen bestätigt?) natürlich ne makabrere Note, wenn man sich die Zeilen da mal durchliest…