Back to the Future: The Musical


Kann man 88 Meilen pro Stunde auch auf der Musicalbühne erreichen? Das werden wir schon bald herausfinden: Die ursprünglich schon für 2015 angekündigte Musical-Fassung von Back to the Future / Zurück in die Zukunft feiert am 20. Februar ihre Premiere in Manchester. Im Creative Team finden sich dabei einige Personen, die schon bei der Filmtrilogie beteiligt waren: Bob Gale schreibt wie schon beim Original das Buch, Robert Zemeckis, der bei der Film-Trilogie Regie führte, ist als Produzent dabei und Alan Silvestri schreibt erneut die Musik. Letzterer wird dabei von Glen Ballard (u.a. „Ghost - the Musical“) unterstützt. Die Partitur soll neben bekannten Themen und neuen Songs auch bekannte Hits aus dem Original umfassen - darunter „Back in Time“ und „The Power of Love“.

Neu im Team sind hingegen Regisseur John Rando (u.a. Tony-Award für Urinetown, aber auch verantworlicht für die radikal umgestalltete und gefloppte Broadway-Fassung von Tanz der Vampire) und natürlich auch die Darsteller, darunter Olly Dobson als Marty McFly und Roger Bart (Carmen Ghia in der Uraufführung und der Verfilmung des Musicals „The Producers“ von Mel Brooks) als Doc Brown. Christopher Lloyd, der Original-Darsteller von „Doc“, war in einigen Promo-Auftritten und einem Promo-Trailer zu sehen.

In Manchester wird die Show nach momentanen Plänen nur zwölf Wochen zu sehen sein. Das ist allerdings nicht ungewöhnlich, denn es handelt sich hier um einen sogenannten Out-of-Town-Tryout, bei dem ein Musical das erste Mal in seiner Gesamtheit dem Publikum präsentiert wird. Sollte dieser erfolgreich sein, ist ein Transfer ins Londoner West End bereits geplant, internationale Produktionen könnten folgen.

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Also das klingt doch gar nich mal so schlecht:

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He, das klingt aber echt cool! Falls es das Musical in unsere Gefilde schafft, ich wäre sehr gereizt :smiley:

Nachdem heute Premiere ist, läuft natürlich auch die Publicity stärker an - und ich fand das Interview eigentlich nicht uninteressant. Vor allem dürften er und Zemeckis wirklich hinter der Show stehen und sie einem Film-Reboot oder -Sequel vorziehen. Sie haben ja in den Verträgen, dass sie einer Fortsetzung zustimmen müssten und sich bislang immer nein gesagt. (Sie dürften sich da ja auch von einigen anderen Beispielen abschrecken lassen, wo man dann doch eher das Feedback „ihr habt meine Kindheit ruiniert“ zurückbekommen hat. Und natürlich spielt auch eine Rolle, dass Michael J. Fox nicht mehr Marty spielen könnte und sie ihn für ein Sequel nicht recasten würden wollen).

Das Musical wollten sie aber unbedingt machen (und es war auch ihre Idee, was glaub ich nicht in dem Interview steht, aber in einem anderen) und sehen es als Chance, dem Publikum mehr BTTF zu geben, ohne einen neuen Film zu machen.

Auch einige Änderungen werden angesprochen, was natürlich auch am Medium „Bühne“ liegt. Die Lybier und die Skateboard-Sequenz werden anders umgesetzt, Einstein wurde gestrichen. Dafür findet sich natürlich die Sequenz mit dem Uhrturm drinnen und man kann auch rauslesen, dass der DeLorian am Ende fliegen wird. Ich bin auf jeden Fall gespannt - keine Ahnung, ob die Kritiken gleich morgen bzw. übermorgen aufschlagen werden, aber ich bleib dran.

Da hänge ich mich an und ziehe das Musical einem Reboot oder Sequel (weiß ehrlich nicht was ich schlimmer fände - möcht gar nicht drüber nachdenken) mehr als vor!

Freue mich drauf wenn dieses es schafft weiter zu laufen und es mir dann auch anzusehen. Leider ist es mir nicht möglich in der kurzen Vorlaufzeit nach Manchester zu reisen, aber hätte mich schon sehr gereizt muss ich sagen :wink:

Ich denke, wenn der Tryout nicht eine totale Katastrophe wird, können wir damit rechnen, dass die Produktion zumindest nach London kommt.

Diese Tryouts sind ja normalerweise die letzte Stufe vor der großen Premiere in London bzw. New York und dienen vor allem dazu, Probleme zu identifizieren und das Stück danach nochmal zerlegen zu können (weil man eben woanders nochmal von vorne mit dem Proben anfängt) und das Stück nicht gleich den klassischen Kritikern der Musical-Hauptstädte auszusetzen (was nicht mehr so gut funktioniert - heutzutage gibt es genug „große“ Kritiken von Tryouts). Gleichzeitig betreibt man schon maximalen Aufwand - das Bühnenbild, die Lichttechnik, die Regie & Choreographie, oft auch der Cast sind schon diejenigen, die man später sehen wird (auch hier: wenn nichts schiefgeht). Das alles würde man auf dem Level nicht für 12 Wochen tun, wenn man nicht an eine Zukunft glauben würde. Oft genug weiß man beim Tryout sogar schon, wann und sogar in welchem Theater dann die Premiere im West End bzw. am Broadway sein wird. Hier weiß man das lustigerweise noch nicht bzw. hätte ichs noch nicht gelesen (abgesehen von der generellen Aussage, dass man damit nach london will)

Aber ich gehe trotzdem davon aus: Funktioniert der Tryout, sehen wir das Stück im Herbst oder so in London für einen Open End-Run. Und dann wird sich weisen, wie’s weitergeht. Kommt es gut an, sind New York und andere Märkte naheliegend. Vor allem Deutschland würde mich nicht wundern - die Stage ist schnell darin, Stücke zu holen, die man gut vermarkten kann, und BTTF hat aufgrund der Marke natürlich hier einen Vorteil. Aber das ist jetzt mal Zukunftsmusik - sollen sie mal die Premiere spielen.

Sorry für den Doppelpost, aber nach der Premiere schlagen natürlich Reaktionen auf. Was ich bislang gelesen habe, ist recht positiv - gerade von den Fans, die scheinbar zu sehen bekommen haben, was sie wollten - Zurück in die Zukunft, wie sie es vom Film kennen, bis hin zu Kostümen und der Art, wie die Schauspieler die Rollen spielen. Ein eher negatives Review schießt sich ziemlich auf die Preispolitik ein (man verlangt Vollpreis für ein Try-out, erklärt dann aber quasi, dass man keine Kritiken will, weil es eben noch ein Try-out ist. Ähnliche Probleme gab es auch während Spider-Man am Broadway, das ja ewig in Try-outs war, wo es den Kritikern dann auch irgendwann gereicht hat und sie einfach Reviews geschrieben haben - sogar noch bevor die Show ein letzts Mal massiv umgeschrieben wurde.). Gut, dazu kann man stehen wie man will - IMHO sollte man den Preis natürlich erwähnen, aber es macht die Show an sich nicht besser oder schlechter (wobei er natürlich dann auch kritisiert, dass man für den Premium-Preis mehr erwarten könnnte - da hat er eventuell nicht unrecht). Außerde er kritisiert die Musik als eher langweilig bzw. zu ähnlich bestehendem Material und meint, das Stück sei deutlich zu lang (auch das ist aber typisch für einen Try-out, dass man jetzt draufkommt, was einfach zu lange dauert). Aber wie gesagt: Standing Ovations beim Publikum (hier die Verbeugung und damit auch ein netter Blick auf die Charaktere) sind dann doch ein gutes Zeichen:

ITV hatte gestern auch einen First Look mit Probenaufnahmen und Interviews mit Alan Silvestri, Glen Ballard und Bob Gale. Muss man sich nicht ganz ansehen, vor allem weil die Bühnenaufnahmen nicht übermäßig viel Zeit ausmachen - aber allein der Clip ab 2:55, wo man Ausschnitte aus der Sequenz mit dem Uhrturm sieht - klar, das hat jetzt nicht das Momentum des Films, aber ich kann mir vorstellen, wie gut das wirken muss, wenn man im Zuschauerraum sitzt …

Kurzes Fazit nach der Recherche: Mal sehen, was die Zukunft bringt. Erste Reaktionen von den Fans sind gut und könnten für den Buzz sorgen, den die Show braucht. Angeblich ist die Auslastung aber nicht gut (behauptet der Kritiker, der auch die Preise erwähnt hat) - das ist natürlich ein bisschen problematisch. Aber ich hoffe doch, die Show kommt nach London, wird nochmal überarbeitet und dann komm ich auch dazu, sie dort zu sehen. Bin aber auch gespannt, was es für Reaktionen nach den weiteren Vorstellungen gibt …

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ich mag ja die filmreihe, aber es ist doch irgendwie zum kopfschütteln, dass - zumindest für mich als außenstehenden - in den letzten jahren nur adaptionen [va in wien] aufmerksamkeit bekommen haben.
da gabs das sister act, was von den beatles, könig der löwen, das udo jürgens und jetzt das falco musical. … das ist so, als wären im kino-sektor nur videospielverfilmungen die publikumsmagneten. :f

dazwischen drübergestreut gibts die xte wiederaufführung von anatevka, cats, tanz der vampire und phantom der oper.

gibts da keine kreativen köpfe mehr für originäre produktionen oder fehlt das geld oder beides?

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Du sprichst da ein interessantes Thema an und hast grundsätzlich nicht unrecht. Adaptionen haben international überhand genommen. Der Grund dafür ist sicherlich, dass für ein Musical im Broadway-Stil sehr viel Geld investiert werden muss, das man erst wieder reinspielen muss. Eine bekannte Marke kann da bei der Aufmerksamkeit stark helfen - zumindest zu Beginn. Danach muss das Stück auf eigenen Füßen stehen. Wobei es da durchaus regionale Unterschiede gibt und Stücke, die in New York nicht liefen, in Deutschland Hits werden - mir fällt da immer nur Tarzan von Disney ein, das in den USA ein Flop war, aber in DE jahrelang lief.

Umsetzung ist natürlich auch nicht umsetzung. Es gibt wirklich gute Adaptionen von Filmen und eher maue, und einiges, was du ansprichst (Udo Jürgens oder die diversen Falco-Musicals) sind ja eigentlich Juke-Box-Shows, wo man irgendwie rund um bestehende Songs eine Handlung zimmert (und die bei vielen Musical-Fans zurecht einen eher miesen Ruf haben. Ausnahmen (v.a. Mamma Mia oder We will rock you, das wenigstens so verrückt ist, dass manches kaum auffällt) bestätigen die Regel.

Trotzdem gibt es sie natürlich noch - die Original-Musicals. Interessanterweise gehören zwei der erfolgreichsten Shows der letzten Jahre international gesehen in die Kategorie - Hamilton als historisches Musical über einen Gründervater (für das Disney gerade Unsummen ausgegeben hat, damit sie es auf Disney+ zeigen dürfen) und Dear Evan Hansen mit großartiger Musik von Pasek & Paul (Greatest Showman ist auch von ihnen). Beides hat allerdings den Sprung in den deutschsprachigen Raum (noch) nicht geschafft (Hamilton kommt zwar nach Deutschland, aber ich bin echt gespannt, wie das laufen wird - ich glaube noch immer, der Durchschnittszuseher rechnet bei dem Titel mit einem Formel 1-Musical).

Da ist aber vielleicht auch einfach das Publikum zu anders. Hier hab ich immer noch das Gefühl, Musical muss leicht und schwungvoll sein und vor allem unterhalten, gerade in Deutschland muss es (in den großen Produktionen) auch noch sehr kommerziell sein, sonst geht es nicht. in London oder New York kann ich auch schwierigeres Material bringen. Ich erinnere nur an ein weiteres Original-Musical mit „Next to Normal“ über die Probleme einer Familie durch die psychische Erkrankung der Mutter. Das lief in New York glaub ich drei Jahre durch und gewann einen Pulitzer, hier läuft es kurze Spielzeiten und dann vor allem mit irgendeinem Star in der Hauptrolle als Zugpferd - richtet sich also vor allem an die Fans.

Also ja, es gibt diese Musicals. Aber zu uns kommen sie halt nur selten als große Produktion, da muss man sich in kleineren Theatern umschauen. Ist aber auch (bei aller Unzufriedenheit) ein wenig verständlich. Als kleines Theater mit kleinerem Budget kann ich auch mal ein wenig riskanter sein (in Maßen - ich bin da auch schon auf die Nase gefallen, weil ich zu mutig war), während als großes Theater mit mehreren Aufführungen pro Woche und über tausend Sitzplätzen muss ich so programmieren, dass ich auch sinnvoll ausgelastet bin. Bei all meiner Kritik an Cats beweist gerade Wien wieder, dass sie genau das Stück für die Auslastung gebraucht haben. Ich freu mich dafür auf Miss Saigon. Das ist viel mehr ein Stück nach meinem Geschmack - ich fürchte nur ein wenig ums Publikum …

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Beste Nachricht aus dem West End seit langem (das war dank Corona bislang ein Trauerspiel): BttF:TM kommt im Sommer 2021 ins Adelphi. Jetzt muss ich nur noch rüberfliegen dürfen …

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Oder du fährst selbst mit dem Auto nach London - bin grad in Calais und seh Tag ein Tag aus Fähren nach Dover Übersetzen bzw. von dort Ankommen :wink:

Möcht das Musical sehr gerne Live sehen, hab gehofft das es weiter geht damit :smiley::+1:

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