Wie das Leben so spielt... oder alles außerhalb des Plans = Leben!


#1

Hallo Leute,

da ich gerade in einer schwierigen Phase bin, möchte ich das hier teilen, weil es einfach ne super Community ist.

Aktuell hole ich gerade die BRP/Matura nach. E,D,M habe ich schon und am 09.06 folgt BWL&RW schriftlich am 04/05.07 mündlich. Leider lief es in meiner Arbeit (Spedition 2.0) mal wieder nicht für mich und musste die letzten beiden Jahre viele Kompromisse eingehen (von 6 Teammitgliedern sind 5 ausgetauscht und der Geschäftsstellenleiter auch gleich). D.h. Beständigkeit sieht anders aus und es wurde die Last einfach wieder zu hoch.

2014 hatte ich ja ein Burnout und war 11 Monate zu Hause - mittlerweile erkenne ich ja (zumindest bei 80%), wenn es zu viel wird. So habe ich am 25.04 von einer Minute auf die andere gekündigt und bin zum Doktor gegangen, der meine Geschichte kennt und mich krankgeschrieben hat. Mittlerweile bin ich im Resturlaubsmodus und für 3 Diensttage werde ich freigestellt.

Bis dato konnte ich mich nicht mehr motivieren für die Matura zu lernen, was aber mein ganz großes erstes Ziel ist und es tut auch gut, dies hier nochmals niederzuschreiben, weil es einfach wichtig ist, das auch visuell wiederzugeben. Meine Lebensgefährtin ist der Wahnsinn und unterstützt mich wirklich, wo sie kann, das ist schon eine super Hilfe. Morgen starte ich wieder durch, wir haben gerade einen ersten “Schlachtplan” gemacht und ich werde es auch durchziehen!

Was für positive Beispiele habt Ihr im Leben, die Euch stärker gemacht haben?


#2

Zuerst, alle Achtung das du so persönliche Dinge hier mit der Community teilst.

Ich hatte zwar noch nie eine Burnout aber natürlich gibt es Tiefs und Rückschläge wie in jedem Leben.
Es ist auf jeden Fall gut das du Rückhalt in deinem Umfeld hast und dir schon einen Schlachtplan gemacht hast. Den je tiefer man sich selbst in das “Loch” fallen lässt so schwerer kommt man wieder heraus! Und das du eine Ausbildung machen willst zeigt ja das da ein Weg nach vorne führt.


#3

Da kann ich nur zustimmen!

Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Glück und Können für die restliche Matura und bis dahin einen Haufen Motivation. Mir persönlich hilfts bei solchen Projekten auch immer, wenn ich mich für kleine Arbeitspakete, die ich abhaken kann, belohne. Manchmal durch eine Pause, mit Aktivitäten die ich gerne mach. Oder echt nur durch die Visualisierung, indem ichs auf einer Liste abhaken kann und dabei seh, dass immer mehr weitergeht.


#4

Klasse, dass du so offen darüber sprechen kannst. Gerade Burnout ist ja ein Thema, dass gerne totgeschwiegen und unter den Teppich gekehrt wird bzw. von vielen Personen (immer noch) als Schwäche angesehen wird.
"Der hält halt nix aus, Schwächling, Mimose,…, sind da noch die netteren Ausdrücke.

Viel Kraft bei der BRP. Ich selber bin bis zur Maturaklasse gegangen und hab dann aufgehört, als mir der Klassenvorstand aufgesessen ist und ich ihr mal gesagt habe, was ich von ihr halte. Mit 18 war es mir in der Emotion egal, dass ich zu ihr blöde *otze vor versammelter Mannschaft gesagt habe.
Nach Zivildienst und einen halbherzigen Versuch, durch die Abendschule, die Matura nachzuholen (davon war ich wahrscheinlich die meiste Zeit benebelt) hab ich dann den Entschluss gefasst die Studienberechtigungsprüfung zu machen um im Sozialbereich, genauer in der Kinder und Jugendhilfe, Fuß fassen zu können.

Die Motivation dafür hab ich durch das Ziel vor Augen aufgebracht. Ich war nie ein guter Schüler, aber ich habe letztendlich in D einen 2er, Mather einen 2er und Englisch einen 1er geschafft. Die Nebenfächer ebenfalls mit 1-2 abgeschlossen. Und hab danach noch eine Ausbildung inkl. Diplom abgeschlossen und bin nun diplomierter Sozialpädagoge :slight_smile:

Meine Ex hatte zwei Burnouts, kann also nur von der Seite des Partners schreiben.
Für mich war es ebenfalls sehr, sehr hart. Zu sehen, wie der Mensch, neben dem und mit dem man lebt leidet und man nichts dagegen tun kann, war für mich der Horror.
Ich drück dir die Daumen, dass alles gut klappt, was du dir vorgenommen hast.Und Hut ab vor deiner Lebensgefährtin!

Stärke hab ich mir aus meiner Frau geholt, vom Sport, Musik, den Zielen die man sich setzt und ganz wichtig: Vom Wissen der eigenen Grenzen und nicht darüber hinaus zu gehen. War ein harter Kampf für mich, dass ich lernte “nein” zu sagen. Aber hätte ich es nicht gelernt, wäre ich nicht mehr in meinem Job :wink:


#5

1.) gehe mal ganz in dich und prüfe ob deine Ziele von innen (also wirklich dein persönlicher Herzenswunsch) oder von außen (Eltern, Lehrer, Freunde, Gesellschaftsdruck, Sachzwänge usw.) kommen.
2.) Such Dir Unterstützung in Menschen die 100%ig hinter deinen Ideen stehen (das kann, ist aber sehr oft nicht die Familie)
3.) Halte dich fern von Menschen die Dich nur runterziehen und für all deinen Entscheidungen nur eine negative Bemerkung übrig haben.
4.) Sätze wie : “Das kannst du nicht” und “nur wenn du das oder jenes tust hab ich dich lieb” haben wir als Kinder oft genug zu hören bekommen, Schluss damit, ab sofort lenke deine Bewertung (und ja wir bewerten alles und jeden, viele Hunterte mal am Tag) bewusst auf das Positive, auf das was gelingt.

Und weil es sehr wichtig ist und Dir echt viel Kraft geben wird: Liebe dich so wie du bist, mit all deinen vielen positiven Eigenschaften und mit den wenigen nicht so tollen.
Geh da raus und lass dir von niemandem erzählen wer du bist. :+1:


#6

Meine schwierigste Phase hatte ich mit 15 als mein Vater verstorben ist. Familie (vor allem meine Mutter) und (echte) Freunde haben mich davor bewahrt ins totale Loch zu fallen.

Zudem brauchte meine kleine Schwester (8 Jahre jünger) eine Stütze. Das hat mich auch motiviert stark zu sein.

Generell würde ich sagen ein Ziel vor Augen und gute Freunde die einen unterstützen sind die Dinge die man braucht.

Ich drücke dir die Daumen und wünsche dir alles Gute. Wie hieß es bei Batman wir fallen um wieder aufzustehen.


#7

Toll das Du so offen über das Burnout sprichst. Hatte zwei Kollegen die auch ein Burnout hatten und darüber nicht wirklich reden wollten.

Meine Scheidung hat mich damals auch tief getroffen, aber ich dafür die Liebe meines Lebens, meine beste Freundin und die Mutter meiner Kinder kennen gelernt und die gibt mir immer wieder Kraft und hält mich auch bei den Ausgaben für unser aller Hobby zurück :wink:


#8

DAnke! Alles sehr gute Tipps und das Gute ist, dass ich so ziemlich alle Do`s and Don´ts so beanworten kann, dass ich am richtigen Weg bin! Natürlich Respekt an alle, die hier auch schwere Zeiten hinter sich hatten, aber im Endeffekt kommt aus solchen Situation zu meist ja wirklich etwas Gutes raus und genau das ist es, was es dann auch so wertig macht.


#9

Ich kann dich sehr gut verstehen… Vor ca. 7 Jahren bekam ich schwere Depressionen in Verbindung mit Hardcore Panik Attacken… diese Zeit war der Horror ich dachte ich werde “nie wieder normal” !

Darf gar nicht zurück denken ich war ein anderer Mensch. Ich konnte NICHTS mehr machen konnte nichtmal vor die Haustüre gehen war 24 stunden in Angst und Panik, duschte mich alle 30 minuten eiskalt runter, rettung musste kommen usw usw.
Ich wurde um 3uhr früh wach und dachte mein Herz schlögt nicht mehr oder als ich wach wurde ärgerte ich mich und drehte durch das ich wach wurde und noch lebe und hatte puren horror davon wie ich den tag überstehen soll damit es schnell abends wird um wieder zu schlafen…Nach und nach mit mäuseschritten konnte ich wieder aus dem Teufelskreis Ausbrechen und mittlerweile habe ich die Depressionen zu 90% besiegt und panik attacken habe ich vielleicht alle 3 monate die ich aber nach 5 minuten wieder im Griff habe.

Zurzeit habe ich nur noch das Ziel eine Berufliche Lösung zu finden denn meine aktuelle Branche will ich unbedingt wechseln nur habe ich null ahnung was ich machen könnte aber das wird schon noch…

Ich weiß ich kann dir nicht wirklich weiter helfen nur war ich zu der Zeit froh von anderen menschen die Ähnliches erlebt haben zu hören die es geschafft haben den das Schlimmste war ich wußte nicht was ich hatte ich dachte ich bin krank und sterbe… wenn man mal weiss warum und wieso kann man dagegen ankämpfen.

Mitlerweile habe ich gelernt alles lockerer zu nehmen.

Kopf hoch du schaffst das und immer drann denken, man lebt nur einmal danach ist es vorbei, nur eine chance sein leben so gut es geht zu genießen.


#10

Also aktuell bei mir, mit 3 kleinen Kindern…
Die brauchen ihre Regeln und abläufe. (Auch wir , als Eltern!)
Aber es ist echt zach teils , weil du wirklich keine minute deine Ruhe hast.
Dann bist länger auf zum ausschalten , was wieder in fehlenden schlaf resultiert.
Ich glaube es ist wichtig das jeder sein ding findet zum entspannen!
Aber wenn ich eure Storys so lese , gerade bei Kindern steckt man extrem zurück und vergisst oft auf sich selber zu schauen!
Wo ist der Punkt das man wirklich einknickt , und sich nur mehr auf den nächsten Tag weiter rettet…


#11

Finde ich wirklich großartig, dass du deine Arbeit gekündigt hast, wenn sie dich so sehr belastet. Viele Menschen quälen sich ja lieber über Jahre/Jahrzente durch Jobs anstatt, dass zu tun was gut für sie wäre. Sehr mutig von dir! Hut ab!

Ich denke, dass jeder Mensch zu jedem Zeitpunkt in seinem Leben eine große Veränderung zulassen kann. Sei es nun im Job, im Privatleben oder überhaupt bei sich selbst. Das es dafür leider oft negative Erfahrung braucht um endlich den Mut zu fassen kann man natürlich negativ einordnen. Ich bin allerdings der festen Überzeugung, dass jede Erfahrung, jede Entscheidung und jedes Gefühl egal ob positiv oder negativ dazu geführt hat, dass man der Mensch geworden ist der man heute ist. Wenn man also mit sich selbst zufrieden ist (da red ich jetzt nicht von solchen Unbedeutsamkeiten wie Job & Co), muss man eigentlich dankbar sein für jede Erfahrung. Besonders wenn man wie du eine tolle Partnerin hast.

Also nimm dir am besten die Zeit die du brauchst. Hör in dich hinein und gleiche deine Wünsche & Ziele mit deinen inneren Gefühlen ab. :wink:
Nicht alles was auf den ersten Blick logisch oder sinnvoll erscheint, ist auch für dich der richtige Weg. Beziehungen, Liebe und bewusstes Leben sind viel wichtiger als Erfolg, Geld oder sonstiger Blödsinn, denn uns die Werbung aufzwingen möchte. :slight_smile:

Alles Gute für deinen nächsten Lebensabschnitt! :wink:


#12

Das kenne ich auch mit 2 Kleinkindern ständig ausgelaugt aber gerade die Geburt meiner Tochter vor 5 Jahren gab meinem Leben einen wundervollen sinn und ich liebe es Zeit mit ihnen zu verbringen.

Trotzdem verstehe ich dich voll und ganz :wink:


#13

Also so anstrengend Kinder auch sind, das ist nichts im Vergleich zu dem Glück das sie einem schenken.
Und das versteht nur jemand der selber Kinder hat.

Das ist in etwa mit mit VR, wenn man es nicht selber erlebt, versteht man es nicht :heart_eyes:.


#14

Amen !

Nur ab und zu muss man(n) auch mal jammern hrhr


#15

Kenne ich zu gut!

Das mit den Panikattacken übrigens auch!

Ich kann nur empfehlen, gerade im Job auch mal zu sagen: Sch…egal, es ist eben so! Man darf da nicht alles zu ernst nehmen und an sich ran lassen, gerade wenn man einen schwierigen Vorgesetzten hat!

Ihr lebt nur 1x, da kommt ihr und die Familie an oberster Stelle!


#16

Jaaaa klar , aber ich hab jetzt 3 Stk. alle sehr klein.
Die spüren wenn du Schwach wirst und nützen das aus :smiley:
Sicher , die kleinen geben alles zurück.
Aber es gibt halt die Tage wo du keine Minute Verschnaufen kannst.
Und die Stimmung der Frauen… boaaah
"Was kann ich dafür das ich Nachhause komm"

:DDD


#17

Jaja, hier spricht die Erfahrung :slight_smile:


#18

Mir geht VR nicht ab :slight_smile:


#19

Es ist schon interessant - im Endeffekt hat ja eh jeder sein Päckchen zu tragen. Allerdings finde ich es schlimm, dass viele Sachen (generell) falsch laufen. Menschen die ihre Arbeit (sehr) gut machen, ersetzen quasi die Menschen (oder gleichen sie aus) die mehr auf “is ma eh ois wuascht” sind (im Extremen gedacht, denn ein gesunder Egoismus ist einfach überlebenswichtig!). Das nutzt halt dann auch die Industrie oder der Chef aus und genau das sind die Leute die sich halt dann (egal wo) aufreiben - für nix und wieder nix im Endeffekt.

Passendes Zitat aus einem Songtext von der Band Revolverheld: “Bin immer erreichbar und erreiche doch gar nix, ich halte es hier nicht mehr aus, lass uns hier raus…!”

3 Kinder sind schon hammerfordernd. Ein Pärchen bei uns hat 2 (8 & 3) und die habe ich letztens schon gefragt, wo sie ihre Energie hernehmen für das ganze Drumherum etc., denn mit Kindern ist man, wenn man zu Hause ist ja quasi wieder “im Job”. Meine Freundin und ich wollen halt generell keine (sie mag Tiere mehr :wink: - die wir aber auch nicht haben…), vielleicht sind wir auch zu unflexibel dafür, allerdings werden wir halt auch etwas Einmaliges versäumen…


#20

Wenn dir Kinder bisher nicht abgehen, weisst ja auch nicht, was und ob du was versäumst. :wink:

Und es ist ja nicht so, dass du die Arschkarte gezogen hast wenn du dich gegen Kinder entschieden hast: mehr Geld, mehr Freizeit, Zeit um Beziehung zu leben, keine Babysitter, kinderfreie Thermen, Urlaub nehmen wann DU willst, nichts kindersicher machen müssen, kein Streit um den Controller und und und :wink:

Wenn sich jemand für Kinder entscheidet und darin aufgeht, ist es ja toll. Aber man ist kein schlechterer Mensch wenn man die Entscheidung nicht teilt :slight_smile:

Was ich aber nicht verstehe … Wie kann man sich gegen Tiere entscheiden? :wink: