Politik: Reaktionen zur aktuellen Rassismus-Thematik

Das ist aber doch nicht der Anspruch der BlackLiveMatters Bewegung und wäre mir noch nicht untergekommen das Museen gestürmt wurden.

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Erst ging es ja nur um die Statuen der Konföderierten-Generäle, weil die für den Erhalt der Sklaverei gekämpft haben. Das ist ja noch nachvollziehbar, aber wenn es um die Verbrechen an den Ureinwohnern geht müssten die Statuen der Unions-Generäle doch auch abgerissen werden. Die Indianerkriege gingen ja nach dem Ende des Bürgerkriegs weiter. Stattdessen reißt man die Statuen von jemanden ab, der Jahrhunderte vorher gelebt hat als die Sichtweise auf die Ureinwohner noch eine ganz andere war als in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wo zieht man die Grenze? Muss jetzt auch das Caesar-Denkmal in Bonn abgerissen werden?

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Wir haben dafür das riesendenkmal der roten Armee und eine stalin Gedenktafel in Wien.

Aber warum muss diese Unterhaltung wieder mit hitler verwassert werden?

Ich habe nicht gesagt, hier wird Geschichte gelöscht, aber zumindest, die Assoziierung mit ihr. So wie Parteien unbeliebte Mitglieder ausschließen um beim gemeinen Wähler Sympathien zu gewinnen.

Weils ein einfaches, greifbares Beispiel ist. Das ist nun mal eine Archillesferse in unserer Geschichte.

Aus Gründen. Das erste ist den 17000 Soldaten der Roten Armee gewidmet, die für Österreich im Kampf gegen den Faschismus gestorben sind. Das zweite ist ein Kuriosum, das einerseits gar nicht entfernt werden darf (Staatsvertrag) und andererseits - und das mag eine Unterstellung sein - vom roten Wien nicht demontiert wird, weil´s die Konservativen und Rechten ärgert.

Tatsächlich problematisch sind mMn das Hügel- und das Lueger-Denkmal. Aber hier wird eh seit Jahren diskutiert, sprich: man arbeitet (auf).

Andere Denkmäler wurden und werden immer wieder kritisch diskutiert und auch entfernt.

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Wir kommen immer weiter vom Thema ab, aber gut: es ist extrem kurzsichtig einer Armee ein Denkmal zu setzen. Sie ist kein humanistisches Movement, sondern direkt ihrem Oberbefehlshaber unterstellt. Stalin. Spätestens hier sollte man von jeglicher Glorifizierung absehen.

Aber wir waren ja in den USA, wo sich die Nachfolgegenerationen von Kolonialisten scheinbar anfangen für ihre Wegbereiter zu schämen, ohne dabei zu erkennen, dass sie selbst auch Teil des Problems sind.

Ziemlich überhebliche, einseitige und unreflektierte Einschätzung der Situation, meiner Meinung nach.

Würdest du das so einem Afro-Amerikaner ins Gesicht sagen, dass er sich seines Wegbereiters schämt? Waren die Monarchisten oder die Nazis unsere Wegbereiter für die wir uns nicht zu schämen bräuchten? Hat Kolumbus etwa die Demokratie nach Amerika gebracht?

Da gehts nicht um Scham, hier geht‘s darum Zeichen zu setzen und sich eindeutig zu positionieren.

Und während in Österreich (hoffentlich) niemand auf die Idee käme den 12. März zum offiziellen Feiertag zu erklären, wird in Amerika alljährlich am 12. Oktober der Columbus-Day begangen. Den nennt man in Lateinamerika übrigens gerne noch den Tag der Rasse.

Ist ja auch nicht so. Das Denkmal wurde 17000 Menschen (den Helden der Roten Armee) gesetzt, die im Kampf gegen den Faschismus gestorben sind.

Und wir kommen gar nicht vom Thema ab, es ist nämlich genau das die Problematik: der Kontext. Der Kontext wofür ein Denkmal steht.

In Amerika gibt es ein massives Rassismus-Problem. Unter anderem wegen deren nicht ausreichend aufgearbeiteter Geschichte mit der Sklaverei. Warum also einem (wenn nicht dem) Wegbereiter der Sklaverei ein Denkmal hinterlassen?

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ad afroamerikaner: die frage stellt sich nur für die usa nicht, da sie grundsätzlich ein weißer staat sind.

und: zeichenpolitik ohne realer maßnahmen ist nur virtue signaling, nicht mehr.

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zweites thema: „im kampf gegen den faschismus gestorben“ – bitte hör auf die rote armee zu glorifizieren. hier haben die soldaten eines totalitären regimes gegen die soldaten eines anderen totalitären regimes gekämpft. wer glaubt, dass stalin seine rote armee im großen stil erbauen, erneuern und an mannsstärke verfielfachte, einzig zu dem zweck der „friedlichen verteidigung der udssr“ oder zur beseitigung des nazi-reiches auf unserer landkarte, verkennt die motive der udssr seit den 20er jahren und fällt auf ihre propaganda rein.

oder spielen wir aternativ-geschichte: hätte stalin den krieg gegen hitler verloren, würde auf dem selbigen platz jetzt ein anderes denkmal stehen und irgendwo im netz würde jemand sagen: „das ist das denkmal zu ehren aller, die im kampf gegen die sowjetische armee gefallen sind.“

insofern: nein zum statuenbau für totalitäre regime, egal welcher herkunft.

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Ich würde vorschlagen, meinen Kommentar sinnerfassend zu lesen und diese Unterstellung zurück zu nehmen.

Obwohl´s mir nach dieser Aussage auch schon ein bisserl Wurscht ist…

dann würde ich dich bitten formulierungen zu verwenden, die keine solche interpretation zulassen.

die für Österreich im Kampf gegen den Faschismus gestorben sind.

Das Denkmal wurde 17000 Menschen (den Helden der Roten Armee) gesetzt

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So wird ein Schuh draus.

Deutsch, Unterstufe: das Objekt des Satzes sind die 17000 Menschen, denen ein Denkmal gesetzt wurde. Wenig Interpretationsspielraum mMn.

Dass diese 17000 Menschen Soldaten der Roten Armee waren, ist eine Tatsache, macht sie aber nicht weniger tot.

find ich lustig, dass du mir mangelnde deutsch-kenntnisse unterstellst, aber im nächsten satz genau das bestätigt, was ich so auch richtig gelesen habe: nämlich, dass den 17k gefallenen soviet-soldaten ein denkmal gesetzt wurde und, dass dies auf grund stalins und den machtpolitischen interessen (seiner) su nicht zu glorifizieren ist. wie oben gesagt: soldaten einer diktatur gegen die soldaten einer anderen diktatur. die verbrechen, welche die rote armee auf dem weg durch europa begangen hat, möcht ich hier gar nicht weiter ins thema einbringen.

edit: im übrigen wünsch ich dir/euch noch einen schönen samstag, ich werde nicht mein ausnahmsweise langes, freies wochenende weiter mit stalin vergeuden.

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Den niemand außer dir (zur Ablenkung?) auch nur mit einem Wort erwähnt hat…

Schönes Wochenende.

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Columbus wird mit Hitler verglichen. Damit bin ich raus hier. Für so einen Schwachsinn ist mir meine Zeit zu Schade.

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Schräger Vergleich. Die Afro-Amerikaner wurden von den Europäern verschleppt und gegen ihren Willen in die USA gebracht. Ihre Wegbereiter sind Bürgerrechtler wie Martin Luther King Jr.

In Chile heißt der 12. Oktober (mein Geburtstag :wink: ) übrigens „Tag der Begegnung der zwei Welten“ in Argentinien „Tag des Respekts vor der kulturellen Diversität“ und in Peru „Tag der autochthonen Völker und des interkulturellen Dialogs“. Man kann den Tag doch weiterhin feiern, aber trotzdem die Hintergründe der Besiedlung Amerikas kritisch hinterfragen.

In Deutschland feiern wir immer noch den Tag der Arbeit am 1. Mai, der von den Nazis erfunden wurde. Aber wir feiern nicht die Überlegenheit der deutschen Arbeiter, sondern machen auf die Missstände in Unternehmen und Gesellschaft aufmerksam und demonstrieren für die Rechte der Arbeiter.

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Und jetzt recherchier nochmal seit wann der Tag in den angeführten Ländern so heißt, wie er davor hieß und warum das geändert wurde.

Der gleiche Prozess findet jetzt eben in den USA statt.

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Grundsätzlich weißer Staat?
Bei rund 60 Prozent würde ich nicht von grundsätzlich reden.

Vergleich ist das nicht, sondern ein Beispiel was für unser Land halt passt. Seit wann gibt es eigentlich „Österreich“ als solches? Seit 1804, beginn der Kaiserzeit? Oder doch seit 976 als Marktgrafschaft Österreich?

Weißer Staat -> gemeint ist, dass vornehmlich weiße (Männer) die Macht haben in den Ämtern, Gerichten, Polizeistationen.

Und das in einem Staat, wo 40 Prozent nicht weiß sind. Da erklärst du dir doch selbst schon die Schieflage in den USA.

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Eben nicht, das ist ja das Problem der USA. Es wird versucht rechte Identitätspolitik mit linker Identitätspolitik zu kontern. Am Ende führt das nur zu verhärteten Fronten und einer Gesellschaft, die noch gespaltener ist als zuvor. Gerade in Krisensituationen, in denen man einen gemeinsamen Feind bekämpfen müsste, ist das fatal. Auf dem Papier waren die USA am Besten für die aktuelle Covid-19-Pandemie gerüstet, aber in der Realität hat man diese Vorteile leichtfertig verspielt.

Statt für Chancengleichheit zu sorgen (kostenloses College, bessere Förderung öffentlicher Schulen, besserer ÖPNV, staatliches Gesundheitswesen) und den systemischen Rassismus zu bekämpfen hat man eine Hypersensibilität beim Thema Rassismus entwickelt, die nicht hilfreich ist:

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