Elektro Autos - Nicht so umweltfreundlich wie gedacht?


#1

Vor kurzem hat meine Freundin auf Servus TV “Talk im Hangar” gesehen, wo es um die E-Autos gegangen ist und unter anderem darum, dass die Akkus z.b. nicht in Europa hergestellt werden können, weil die Umweltauflagen so hoch sind und währenddessen viele Giftstoffe freigesetzt werden bzw. es quasi keine Endverwertung der E-auto Akkus gibt. Diese werden quasi (wie Atommüll) in Endlager verbracht und können nicht abgebaut etc. werden.

Hat sich jemand von Euch schon mal mit dem Thema genauer beschäftigt? Ich höre das nun zum ersten Mal und eigentlich wollten wir uns als nächtes Auto auf jeden Fall ein E-Auto zulegen. Diese neue Information gibt mir natürlich zu denken. Bleibt uns nur die Wahl zwischen Pest oder Cholera?


#2

Hier ein aufschlussreicher Zeitungsartikel aus 2015

Entsorgung schon möglich, aber ziemlich aufwendig …

Noch so eine kleine Anmerkung: Was wir endlich einmal bräuchten, wäre ein deutlich verlängerte Garantie-Zeit. Nicht nur bei PKWs … Denn am umweltschädlichsten ist es eigentlich, dass wir alle 10 Jahre ein komplett neues Auto “aus dem Boden” kratzen müssen.


#3

Auf den Strom kommt es an.

Und die Akkus kann man recyclen. Aktuell lohnt es sich noch nicht zuwenige.

E-Autos sind die Zukunft. Volvo hat gerade angekündigt ab 2019 in jedes ihrer Autos einen Elektromotor einzubauen. Norwegen will Verbrennungsmotoren ab 2025 verbieten und Indien will ab 2030 nur noch E-Autos zulassen.


#4

Schon möglich aber aufwendig finde ich nach Lesen des Artikels eigentlich übertrieben ausgedrückt. Eigentlich ist es nämlich wirklich kein Problem

Das Unternehmen ist darauf spezialisiert die zu zerlegen und hat pro Batterie “weniger als ein Prozent an Rückständen” das entspricht 3.5 Kilo pro entsorgter Batterie nach einer garantierten Lebensdauer von 8 Jahren. Da ist unsere wegwerf-Handygesellschaft mit alle zwei Jahre ein neues bereits jetzt ein deutlich größeres Problem, als E-Autos wahrscheinlich jemals sein werden.

Es Fehlen nur noch die Logistik-Wege derzeit und die werden bereits geplant, sobald die nötigen Absatzzahlen der Autos da sind, wird sich das alles einränken.

Und aus meiner Sicht sind die absolut die Zukunft, wenn ich das nötige Kleingeld hätte, würde ich schon jetzt Tesla fahren :stuck_out_tongue_winking_eye:


#5

Das hier ist vielleicht auch ganz interessant:

Und zur Frage, was nun umweltfreundlicher ist, gibt es eine Studie vom Umweltbundesamt, in der die E-Autos noch immer besser abschneiden.
http://www.umweltbundesamt.at/aktuell/presse/lastnews/news2016/news_160623/

Ich denke, immer wenn es um Technik geht (von der elektrischen Zahnbürste, über Handy und Konsole bis hin zum Auto), muss einem bewusst sein, dass es keinen vollkommen nachhaltigen Konsumationsweg dafür gibt. Man wählt dabei immer höchstens “das geringere Übel”. Weil alleine bei den Basic-Rohstoffen schon mal Glas ( = Verlust von Sandstränden), Kunststoff ( = Ölbohrungen zerstören ganze Landschaften und Ökosysteme) und Metalle ( = Stichwort Dammbruch im Aluminiumwerk Kolontar 2010) immer dabei sind.
Genauso sieht es mit den sozialen Verhältnissen bei der Produktion aus. “Faire” Technik gibt es (noch?) nicht. Zum Thema Handy bekommt man z.B. hier einen Eindruck:
https://www.fairphone.com/de/project/understanding-materials-mobile-phones/


#6

Alle 2 Jahre ein neues Handy —> 4 Handys auf 8 Jahre. Bei durchschnittlich 160 Gramm pro Handy sind das in 8 Jahren 640 Gramm (wenn gar nichts recycelt wird).

Also nein, das stimmt nicht. :slight_smile:


#7

Insgesamt haben doch alle Produkte eine viel zu kurze Lebendsdauer. Ewiges Wirtschaftswachstum gibt es eben nur, wenn der Konsument alle drei Jahre sich das “gleiche Produkt” nochmal kaufen muss. Und alles nur wegen der “geplante obsoleszenz” …

Noch zu den Elektro-Autos: Einen Vorteil hat das ganze auch. Man ist als Verbraucher unabhängiger. Bei den heutigen PKWs musst du alle paar Tage tanken. Auch nicht günstig. Beim E-Auto kannst du einfach dein Auto mit Solar-Entergie wieder aufladen. Niemehr an die Tanke fahre und den Großkonzernen wie BP oder Shell die Kohle reinwerfen.


#8

Das neue Model 3 kostet “nur noch” ab 35’000 Dollar. Also auch hier tut sich was und ich finde ihn auch ganz schick.


#9

Vor kurzem habe ich beim Zappen einen Bericht gesehen bei ARD Alpha, dass an der TU in München an einem Prototpen gearbeitet wird, bei dem die Außenverkleidung des Autos aus Solarzellen besteht.

Sprich: Das Auto lädt sich sogar während der Fahrt oder auf dem Parkplatz auf, wenn genug Sonne scheint. Braucht man unterwegs nichtmal mehr Ladestationen.

Es geht schon voran. Wenn auch viel zu langsam!


#10

Blöd, wenn man einen Parkplatz hat, bei dem das Auto nicht der Sonne ausgesetzt ist.


#11

In der Tiefgarage gibt es deshalb dafür auch Steckdosen :wink:


#12

Ich denke es wird nur ein “Übel” durch ein anderes “Übel” ersetzt. Herstellung der E-Autos, Entsorgung (Recycling) der E-Autos, Arbeitsplätze, Reichweite, woher kommt der Strom, Motorgeräusche (finde es schmerzt im Ohr bei höheren Geschwindigkeit), etc.

Viele der Dinge sind noch in der Entwicklung und werden sich wohl auch noch ändern, aber ich glaube nicht das mit den E-Autos gleich alles eitel Wonne sein wird, den die großen “Klimasünder” bleiben bestehen (Industrie, Viehzucht). Ich glaube die Bürger werden am Ende draufzahlen, egal in welcher weise.


#13

Haben du, dein kleiner Bruder, deine Schwester, deine Mutter, dein Vater etc. alle ihr eigenes Auto ? Kann sich ja nicht einmal jeder leisten, geschweige denn wills jeder, geschweige denn hat jeder einen Führerschein.
Aber defacto jeder (99%) der Leute haben ein Handy und wahrscheinlich noch anderen Geräte mit Lithium-Akkus (Mp3-Player, Smartwatch, Boxen usw.).

Also DOCH das stimmt sehr wohl :slight_smile:

@Athavariel: Ja das wird glaub ich mein nächstes Ziel wenns mein Corsa nimmer macht. Derzeit aber noch viel zu vergriffen :sweat_smile:

@Menotar: Hach du Sonnenscheinchen :stuck_out_tongue: Aber ja Industrie, Viehzucht, Flugzeuge und Transportschiffe sind die viel größeren Probleme. Aber wird schon nach und nach kommen.

Trotzdem sind E-Autos eine tolle Sache auch für Bürger. Man muss keine Services machen lassen (sie empfehlen alle 5 jahre ist aber nicht verplfichtend), derzeit bekommt man Steuer-Vergünstigungen noch und nöcher und ich schätze noch mindestens für die nächsten 20 Jahre.

Auftanken ist VIEL billiger und wird auch nicht teurer werden. Tesla hat schon ein Akku-Tausch Konzept, welches wenn mal anständig verbreitet schnelleres Tanken als mit dem Zapfhahn ermöglicht und gleichzeitig wie prädestiniert für besagte Logistik bezüglich des Akku-tauschen wäre und jeder Mensch, der sich Solar-Panels aufs Haus-Dach pappen kann, fahrt überhaupt gratis. Man muss ja nicht alles immer so negativ sehen :wink:


#14

Wer sagt das Auftanken so billig bleibt? Abgesehen von solar aber das strom aufladen wird nicht ewig so billig bleiben die wollen doch ein stück vom kuchen haben…


#15

Und wenn der Strompreis steigt, dann nicht nur für die E-Autos. :disappointed_relieved:


#16

Deshalb Solar-Anlage aufs Dach um möglichst genug eigenen Storm produzieren zu können. Sonnenlicht kostet zum Glück garnichts und kann auch schlecht privatisiert werden. Auch mit TTIP und CETA nicht …


#17

Selbst wenn der Strompreis wiedermal ansteigt, ist es trotzdem besser die Abhängigkeit von den Erdöl und Erdgasproduzenten zu senken. Die könnten uns Heute jeder Zeit den Gashahn zudrehen und Mutter Erde findet E-Autos auch besser.


#18

Wie gesagt der Strompreis fürs Autoaufladen wird imo explodieren davon bin ich überzeugt und wenn alle ein E auto haben wird es schwierig unterwegs mal eben zu laden den das dauert um einiges länger als Tanken :slight_smile: !!

Naja wird sich alles Zeigen… Aber bis die E autos die Normalen autos ablösen vergehen noch minimum 20 jahre. Wieviele kaufen sich schon einen neu wagen und Autos in der Preisklasse 1000-10.000€ Gibt es Extrem viele auf unseren Strassen bis gebrauchte Elektro Autos so wenig kosten dauert es ebenfalls noch eine ewigkeit.


#19

Bei Strom ist das alles ein bisschen anders. Strom wird tendenziell nicht teurer per Nachfrage weil es garkeine wirklich effiziente Möglichkeit extrem große Mengen an Strom zu speichern (versuch garnicht mit akkus zu denken).

Eine der am meisten verwendeten Techniken sind riesige Pumpwerke, bei denen Wasser mit dem überschüssigen Strom auf einen Berg gepumpt wird und anschließend durch einen Dynamo wieder nach unten geleitet wird wenn mehr Strom gebraucht wird (mit riesigen Verlusten)

Kurz gesagt: Jede kWh die produziert und nicht verkauft wird ist ein Verlust für das Unternehemen, während das Beste ist wenn der Strom einfach möglichst konstant gebraucht wird (wie beispielsweise für das vorbereiten von Wechselakkus). Umgekehrt ist ein voller Tank eines Elektro-Autos auch VIEL billiger zu erzeugen als ein voller Benzintank.

Erdöl muss gefördert, anschließend aufwändig in Fabriken in Benzin und Diesel raffiniert werden und dann teilweise in Pipelines, teilweise per LKW oder Zug kilometerweite Logistik-Wege zurücklegen bevor es endlich getankt werden und Umsatz erzeugen kann. Windkraftanlage hingegen sind extrem gut zu automatisieren, benötigen keinen Rohstoff den sie fördern müssten und brauchen (ähnliche wie Elektroautos) kaum Wartung. Ist eine Stadt einmal an den Strom angeschlossen(so wie so ziemlich jede) verlangt auch der Logistikweg kaum mehr als einen Bruchteil der Kosten und der Strom ist ohne Verzögerung beim Kunden und kann Umsatz erzeugen.

Heißt: Sie kriegen ihren Teil vom Kuchen dadurch, dass sie viel mehr eines billiger und leichter produzier und verbreitbaren Rohstoffs verkaufen. E-Autos sind wirklich für alle beteiligten das bessere Business-Modell sobald sie mal gescheit etabliert sind (außer vielleicht für Öl-Scheiche und die werden halt dann einfach die Wüste mit riesigen Solar-Plantagen zupflastern) :wink:

PS. Wegen Akku-Ladedauer wird die Lösung sein, einheitliche Wechselakkus zu machen. Tesla hat da schon ein Konzept mit ner aufschraubbaren Bodenplatte gezeigt, bei dem man schneller seinen Akkuwechselt als sein Auto mit Benzin zu füllen. Und sobald mal ein Auto für 35.000 neu zu haben ist(wie jetzt), werden die gebrauchten für unter 10.000 kaum länger als 3-4 Jahre auf sich warten lassen. Und btw. Tesla tanken bei den tausenden Tesla-Tankstellen gratis (derzeit kommst durch ganz Österreich ohne einen einzigen Cent für Strom zu bezahlen, gibt genug)


#20

e-autos werden das energieproblem nicht langfristig lösen, denn auch der strom muss hergestellt werden. interessant wirds dann, wenn ich mit nem kollektor am dach in meiner garage selbst laden kann!

zudem sind halt überdimensionierte autos immer noch überdimensionierte autos, welche auf plätzen und (vor allem) im städtische raum unnötig viel platz wegnehmen.