Cats (Film)

Also bzgl Cats: es gibt schon eine Handlung:
Den großen Rahmen bietet Grizzabella, wegen deren Gedicht ( das im Originalbuch von T.S.Eliott gar nicht vorhanden ist da zu traurig für Kinder ) und die Philosophie über das Thema Glück ( welches Old Deuteronomy rezitiert in der Mitte von Cats ( „Momente des wahren Glücks“ ), welches wiederum auch nicht aus den Katzengeschichten von Eliott stammt sondern aus anderen Schriften, beigesteuert von Trevor Nunn seinerzeit. Am Ende aufgegriffen wiederum von Grizzabella („weisst du was Glück wirklich ist“ ).
In Grizzabellas Story ( eine in die Unterwelt ( Macavitiys ) abgerutschte traurige Seele die fallengelassen wurde und auf der Straße lebt kurz vor ihrem Tod ) geht es um Vergebung, Wiederauferstehung usw.
Dies ist wiederum eingebunden in die Geschichte, dass sich die
jellicle Katzen jährlich Treffen um zu entscheiden, welche Katze Wiedergeboren wird. Und im Zuge dessen stellen sich alle Katzen vor ( daher der Eindruck der Nummern-Revue ).

Dies ist nur ein kleiner Teil der Hintergrundgeschichte von Cats. Etwas das viele Zuschauer nur unbewusst wahrnehmen, welches aber das Seherlebnis beeinflusst und den großen Erfolg von Cats begründet ( das am längsten gelaufene Stück der VBW in Wien mit 7 Jahren und heuer das Stück mit dem besten Vorverkauf aller Zeiten. Um nur die Österreichische Seite zu beleuchten).
Da zu kommt noch die gelungene und sehr intelligent eingesetzte Musik Webbers.
Es ist also mitnichten ein Phänomen der 80er Jahre oder des Anfangs des Musicalbooms.

gibt es das gedicht dennoch zum nachlesen? bin jetzt neugierig geworden.

Dass es KEINE Handlung gibt, hat glaub ich niemand behauptet. Ganz ohne Handlung hätte das Stück keine Seele. Dünn ist sie aber leider irgenwie trotzdem. Das ist auch okay, mir persönlich liegt es nicht - ich mag meine Musicals mit mehr Fleisch auf den Story-Knochen.

Und Cats ist wohl nur das am Stück am längsten gelaufene Stück der VBW, sonst müsste da Elisabeth mit seinen Revivals deutlich vorn sein. Aber das ist genauso eine Spitzfindigkeit wie die Tatsache, dass man die ersten Jahre vom Cats-Run in Wien wohl nicht als VBW-Spielzeit rechnen dürfe, weil es die VBW erst ab 1987 gab :slight_smile: Aber: Alles völlig unerheblich: Es war ein Erfolg, wie man ihn damals in Wien noch nicht gesehen hatte. Und es hat den Musicalboom, wie wir ihn heute kennen, sicher begründet. Und es gibt offensichtlich genug Leute, die es noch sehen wollen, siehe Vorverkauf für den kommenden Run. Ich muss es trotzdem nicht mehr sehen. Wir haben leider nur zwei Musicaltheater, die wirklich Long Runs in Broadway-Qualität zeigen, da muss ich dorthin nicht ein Stück aus den 80ern zurückbringen, das mittlerweile auf x Touren war und von alternativen Bühnen schon in eigenen Inszenierungen gezeigt werden darf, sondern würde lieber aktuelle Stücke sehen. Aber gut, da gewinnt natürlich eine kommerzielle Orientierung vor Kunst - das verstehe ich als jemand, der oft genug mit zu künstlerischer Stückauswahl selbst baden gegangen ist, nur zu gut. Ich vermisse aber als Fan die Zeit, wo Wien so dran war wie in den 80ern, als wir Cats als dritte weltweit hatten (und massiv transformierten, als die ersten, die es nicht in einer Arena spielten, was dann übernommen wurde) oder Phantom oder Les Miz damals ganz nah an den Premieren bei uns waren …

Es ist teilweise im Text des Songs „Grizabella the glamour cat“ aus dem ersten Akt, welches Demeter und Bombalurina singen ( https://www.golyr.de/cats-musical/songtext-grizabella-the-glamour-cat-102529.html ), werd versuchen das komplette in den nächsten Tagen mal abzufotografieren.

Memory selbst basiert z.T. auf Rhapsody on a windy night, das nicht zum Old Possum’s Book of Practical Cats gehört. https://www.poetryfoundation.org/poems/44215/rhapsody-on-a-windy-night

Grizabellas Geschichte ist nur als Fragment vorhanden - wie @tigerheli55 schon gesagt hat,war es T.S. Eliot zu traurig, also hat er es aufgegeben. Drum hat Memories als einziger Song auch andere Textautoren, alles andere sind ja Gedichtvertonungen

Das liegt jetzt aber nicht unbedingt an den VBW. Damals gab es erstens mehr Broadway-Stücke die auch in unseren Gefilden erfolgsversprechend waren, wie die von dir genannten ( Hamilton zum Beispiel dürfte schwer werden ). Und ausserdem gab es zumindest in den letzten 15 Jahren mit der deutschen Stage Entertainment einen sehr finanzstarken Player der alle Rechte aufgekauft hat ( zum Beispiel der Disney Blockbuster oder Wicked usw ). Da hatten die VBW keine Chance.

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Schon klar - Stage ist da eine riesige Konkurrenz. Und man muss natürlich auch Material nehmen, das ich so oft in so großen Theatern spielen kann. Und unser Publikum nimmt natürlich auch nicht alles an. Wir sind da doch ein wenig anders als West End oder Broadway. Dort kann man z.B. Next to Normal zwei Jahre spielen und es macht wirtschaftlich Sinn. Bei uns geht das fast nur mit kurzen Runs in einem ganz anderen Theaterumfeld Ich finds trotzdem manchmal schade - aber es gibt einem immer wieder einen Grund, nach London zu fliegen.

Und ja, Hamilton wäre wohl ein schwerer Fehler - ich glaub, da wären die Leute nur enttäuscht, dass es nicht um die Formel 1 geht …

Zum Film-Stil:
Ja, kann man machen, muss man aber nicht. Aber Taylor Swift sieht als Katze zum Schnurren gut aus. :cat: :sweat_smile:

Hm, fand die „Story“ bei Cats nie sehr gut. Die Lieder mag ich aber. Die Besetzung im Film ist auch echt nicht schlecht! Aber irgendwie schaut das alles voll abartig aus, oder? Der Stil is echt gaaaar nicht meins. Ich finde, bei sowas hätte man entweder auf aufwändige echte Kostüme setzen müssen, die wie bei Bühnenaufführungen das Katzenartige nur andeuten bzw. sehr künstlerisch darstellen, oder halt die Katzen echt komplett animieren können.

Die reviews sind vernichtend.

Und jetzt das:

Die ersten Berichte vom Einspielergebnis sind auch nicht ermutigend. War aber leider ein wenig zu befürchten - Musicalfilme sind momentan nicht die ganz große Bank, und wenn man dann noch solche Kritiken und eine große Look-Debatte hat … die Investition reinzubringen wird schwer.

Meine Güte was für ein Desaster. Wie kann ein solcher Film in die Kinos kommen, bei einem Budget von 100 mio $ und nochmal demselben Werbebudget??
Der Film war definitiv noch nicht fertig ( schlimme CGI ) hatte den falschen Regisseur und den falschen Choreografen und teilweise die falschen Sänger und Schauspieler.
Alles was am Musical gut ist wurde mit Füssen getreten und dann, weil das noch nicht gereicht hat, hat man den kümmerlichen Rest noch das Klo runtergespült.
1 Gnadenpunkt von 5 für den zumindest passenden und schönen neuen Song und die Darstellerin der Victoria und des Mistoffelees.